Verdis Oper Otello feierte am Aalto-Musiktheater Premiere
Eine Oper der starken Bilder

Starke Bilder liefert die Neuinszenierung der Verdi-Oper Otello am Aalto-Musiktehater. Unsere Foto: Nikoloz Lagvilava (Jago).
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  • Starke Bilder liefert die Neuinszenierung der Verdi-Oper Otello am Aalto-Musiktehater. Unsere Foto: Nikoloz Lagvilava (Jago).
  • Foto: Thilo Beu
  • hochgeladen von Frank Blum

Giuseppe Verdi schuf im Alter von 70 Jahren seine berühmtesten Opernwerke: Im Jahr 1887 fand an der Mailänder Scala die Uraufführung von Otello statt. Die Vorstellung war ein Triumph. 1888 dann die deutsche Erstaufführung des Otello - in deutscher Sprache - in Hamburg. In neuem Gewand ging nun die vom Publikum kräftig gefeierte Premiere im Aalto-Musiktheater über die Bühne.

Eigentlich bin ich kein Freund von Opern, die modern inszeniert werden. Auch der Aufmarsch einer ganzen Truppe von Menschen im Soldat-Look mit Maschinen-Gewehren im Anschlag stimmt mich zum Auftakt nicht froh.
Dennoch: Das Regie-Debüt von Roland Schwab am Aalto-Musiktheater ist ausgesprochen sehenswert und darf als ein echter Höhepunkt in der langen Liste der Opern-Premieren in Essen gewertet werden.
Musikalische Ausnahme-Talente sind Gaston Rivero (Otello, Befehlshaber der venezianischen Flotte) und Nikoloz Lagvilava (Fähnrich Jago), die sich über entsprechend großen Beifall bei der Premiere freuen durften.
Eine hörenswerte Darbietung lieferten auch die Essener Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Matteo Beltrami, der sich inzwischen national und international einen Ruf als Spezialist für das italienische Repertoire erarbeitet hat.
Die Essener Otello-Inszenierung kommt in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln zur Aufführung.
Mit der ersten Opernpremiere im neuen Jahr darf Roland Schwab, geboren in Paris und aufgewachsen in München, sehr zufrieden sein. Zu seinen wichtigsten Inszenierungen in den vergangenen Jahren gehören zum Beispiel Don Giovanni an der Deutschen Oper Berlin und Mefistofele an der Bayerischen Staatsoper.
Für ausgesprochen starke Bilder sorgt Piero Vinciguerra, der für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet. Die Einbindung von riesigen Jalousien, die für eine stimmige Unterteilung der Bühne sorgen, darf als genialer Schachzug bezeichnet werden. Auch die riesigen Feuerschalen auf der Bühne, Nebelschwaden und Illuminationen sorgen für ein ausgesprochen stimmiges Bild. Selbst die große Feuerschutzwand des Aalto-Musiktheaters kommt am Ende des zweiten Akts gekonnt zum Einsatz.
In vielen Inszenierungen wurde Otello als ein Afrikaner mit dunkler Hautfarbe dargestellt. Darauf wird in dieser Inszenierung verzichtet.
Und um diese dramatische Handlung geht's bei Otello: Hat sie? Oder hat sie nicht? Nachdem Jago in Otellos Herz den Zweifel an der Treue seiner Frau Desdemona gesät hat, gibt es für den venezianischen Kriegshelden keinen ruhigen Moment mehr. Als schließlich Desdemonas Taschentuch, kostbares Geschenk und Liebesbezeugung Otellos, nicht mehr aufgefunden wird, steht für ihn fest: Nicht verloren hat sie es, nein, sie kann es doch nur seinem Rivalen Cassio überreicht haben! Otello sinnt auf Rache.
Auf eine plötzliche Wendung und ein Happy End darf sich das Opern-Publikum bei diesem Eifersuchts-Drama zwar leider nicht freuen, aber auf eine stimmige und spannende Inszenierung auf höchstem Niveau und mit eindrucksvollen Bildern.

Weitere Vorstellungen: 8., 20., 27. Februar; 9. März; 7., 18. April; 12. Mai; 28. Juni
Karten-Telefon: 02 01 / 81 22-200

Starke Bilder liefert die Neuinszenierung der Verdi-Oper Otello am Aalto-Musiktehater. Unsere Foto: Nikoloz Lagvilava (Jago).
Wurden vom Essener Premieren-Publikum gefeiert (von links): Nikoloz Lagvilava (Jago) und Gaston Rivero (Otello).

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