Einkaufen mit Persönlichkeit: Ein Tag auf dem Frohnhauser Markt
"Meister, heute nur zwei Äpfel? Hast du keinen Hunger?"

Sven Längert kennt seine Kunden und freut sich, wenn diese regelmäßig an seinen Stand kommen.
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  • Sven Längert kennt seine Kunden und freut sich, wenn diese regelmäßig an seinen Stand kommen.
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"Wie immer?" "Jo!" So schnell kann man sich handelseinig werden und schon wechseln zwei Äpfel den Besitzer - natürlich ohne Plastiktüte, denn das geht auf die Hand.

Wer sich für einen Besuch auf dem Frohnhauser Markt entscheidet, sollte wohl nicht den Dienstag wählen. Obwohl er, neben Donnerstag und Freitag, offizieller Markttag ist, finden sich zum Wocheneinstieg nur ein bis zwei Stände auf dem großen Platz in der Mitte des Stadtteils. Einer davon gehört Familie Längert, es ist der Obststand Tischmann & Längert GbR. Dort hilft Sven Längert, Sohn des Hauses und semesterferienhabender Student, aktuell aus. "Wir setzen die Tradition der Großeltern fort", erzählt er, denn bereits diese waren auf Wochenmärkten vertreten. Landwirte seien sie jedoch nicht, führt der junge Mann weiter aus. Er berichtet von frühmorgendlichen Einkäufen auf dem Großmarkt in Essen und regelmäßigen Fahrten zu einem Bauernhof am Niederrhein: "Wir haben mindesten zwölf Stunden-Tage, eher länger." Dazu tragen, unter anderem, auch die bei Kunden zunehmend beliebter werdenden Nachmittagsmärkte bei. Denn eingekauft wird immer am Morgen, egal wie lang der Abend wird. Insbesondere ganztägige Märkte rauben neben Zeit auch Kraft. Immerhin müssen Stand und Waren auch auf- und abgebaut werden. "Mit den Jahren haben wir herausgefunden, welche Produkte zu welcher Jahreszeit gut laufen und können unsere Einkäufe gut kalkulieren. Wir gehen zudem auf viele Märkte, so bin ich am Samstag zum Beispiel in Rüttenscheid", berichtet Längert von seinem Ferien-Alltag und dem Leben von Marktstandbetreibern, "Wir kaufen am Liebsten nach Qualität." Ein Anspruch, den insbesondere die Menschen voraussetzen, die heute noch auf Wochenmärkten ihre Lebensmittel einkaufen. Denn mit den Preisen in den gängigen Supermärkten oder gar bei den Discountern, können die Kurse auf dem Markt nicht mithalten. "Im Süden Deutschlands liegen die Preise für Obst und Gemüse noch deutlich höher, als hier bei uns.", berichtet der Water Science-Student. Darin scheint sich auch die generelle Kaufkraft der jeweiligen Region zu spiegeln. Und dennoch: Ein Marktbesuch ist heute wie gestern immer einen Ausflug wert, denn die Stimmung ist eine ganz besondere. In Frohnhausen wird es nach den Sommerferien wieder lebhafter auf dem Marktplatz, denn aktuell sind einige Aussteller selbst im Urlaub. Ab September locken Flair und Produkte dann wieder regelmäßig donnerstags und samstags sowie eingeschränkt am Dienstag auf die Kunden des Stadtteils.

Sven Längert kennt seine Kunden und freut sich, wenn diese regelmäßig an seinen Stand kommen.
In der Auslage lockt lokales Gemüse ebenso wie Obst und Früchte aus Übersee.
Autor:

Meike Coenders aus Essen-Süd

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