Die Rettung bei spontanen Bedarfen: Kioske im Westen
"Wir verkaufen alles, was sich die Kunden wünschen"

Kauschia Appukkutty hat eine Traumjob: Sie darf süße Tüten zusammenstellen - und kann jederzeit selbst eine naschen.
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  • Kauschia Appukkutty hat eine Traumjob: Sie darf süße Tüten zusammenstellen - und kann jederzeit selbst eine naschen.
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Sie gehören zum Kulturgut in Deutschland und haben in den verschiedenen Regionen ebenso unterschiedliche Namen: Die Büdchen. Oder Kioske. Oder Spätkaufs. Oder, oder, oder. Wie ist das Leben als Büdchenbetreiber und was macht heute noch die Faszination dieses Berufs aus?

Selbstständig sein: Für die einen die Erfüllung, für andere eine echte Horrorvorstellung. Für Asokkumaran Appukkutty ist es seit 11 Jahren Alltag. Der Kioskbetreiber aus Essen hat sein Geschäft in Frohnhausen an der Onckenstraße/Ecke Niebuhrstraße. “Wir hatten früher einen anderen Laden, aber hier ist die Lage viel besser”, berichtet Tochter Kauschia, die regelmäßig im Kiosk aushilft. Nahe der S-Bahn gelegen sowie gleich an den Bushaltestellen, gibt es viele Kunden, die “mal eben” reinspringen. Dabei sind auch heute noch Zigaretten das meistverkaufte Produkt. Kindheitserinnerungen werden beim Anblick der kleinen Kisten mit Weingummi, Lakritzen und Bonbons wach. “Klar, die süße Tüte verkaufen wir auch!”, bestätigt die Informatik-Studentin hinter dem Tresen, während die eine solche Tüte füllt. Denn für Menschen in Eile, liegen auf dem Tresen immer einige vorgefüllte Säckchen bereit. So entfällt das Aussuchen der Leckereien, dafür geht es deutlich schneller.
Der Laden ist für einen Kiosk sehr groß und man bekommt fast alle Produkte des täglichen Bedarfs. “Wir kaufen im Großhandel. Eigentlich führen wir nur Sachen, die auch gekauft werden. Bisher haben die Kunden noch nichts vermisst”, freut sich die Tochter des Betreibers, “Im Vergleich zu unserem alten Laden haben wir hier viel mehr Platz und können die Waren viel besser präsentieren.”
Erst vor zwei Monaten hat die Familie den Laden übernommen. Auch zuvor wurde in den Räumen ein Kiosk betrieben, sodass Appukkuttys die Stammkunden einfach übernehmen konnten: ”Hier kommen viel mehr Menschen einkaufen, als in unserem alten Laden.”
Obwohl das Kioskgeschäft schon seit Jahren zur Familie gehört, hat die junge Frau nach dem Studium andere Pläne und möchte das Geschäft nicht übernehmen. Doch in der Zwischenzeit steht sie gerne hinter dem Tresen und unterstützt ihren Vater. Die Spätschichten übernehme sie dabei allerdings nicht, berichtet sie, denn abends könne es schon unheimlich sein, wenn man alleine im Laden steht. Erst um 23.30 Uhr schließt das kleine Geschäft und morgens geht es bereits um 7 Uhr los. So ergänzt die Bude das Angebot der Supermärkte und Tankstellen insbesondere in den Randzeiten.
Für die Pausen gibt es im Nebenraum ein Sofa, welches zur Entspannung einlädt. Wichtig, denn die Tage hinter dem Verkaufsstand können lang sein.
“Für mich ist die Bude superwichtig. Ich kaufe hier häufig kurz was ein. Zum Beispiel Kaugummis oder ein Getränk. Außerdem rauche ich - auch dafür nutze ich den Kiosk”, erzählt Ilka Globusch, die gerade an der Bushaltestelle auf die nächste Linie wartet. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass während die eine Kundin davonfährt, ein neuer Käufer ausgestiegen ist.

Autor:

Meike Coenders aus Essen-Süd

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