Treffpunkt Altendorf
Für die Leute da

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Begegnung und Beratung, Integrationshilfe im Stadtteil: Das Bürgerzentrum „treffpunkt Altendorf“ ist eine Erfolgsgeschichte. Ricarda Fischer vom Amt für Stadterneuerung und Bodenmanagement kümmert sich um die Menschen vor Ort.

Kopernikusstraße 8: ein schlichtes Gebäude mit bunter Fassadendekoration auf der einen und selbstgebauten Nistkästen auf der anderen Seite. Nebenan ein Supermarkt. Nur wenige Schritte entfernt liegen die Gesamtschule Bockmühle, eine Kita, die Christuskirche und die Geschäfte der Altendorfer Straße. Vor Jahren war das Haus im Altendorfer Süden mal eine Kaffeerösterei. Dann stand es eine Weile leer, bis die Stadt das renovierungsbedürftige Gebäude 1998 kaufte und für das Stadtteilprogramm „Soziale Stadt“ umbaute.

„Verwaltung als Partner“

Entstanden ist ein Zentrum, zu dem die Anwohnerinnen und Anwohner es nicht weit haben. Hier finden sie die nötigen – für viele sonst kaum verfügbaren – Räumlichkeiten, um zu reden, gemeinsam etwas zu planen, zu unternehmen oder Alltagssorgen loszuwerden. Passend zum Motto „Verwaltung als Partner“ ist die Stadt gleich zweimal im Haus vertreten: Im ersten Stock bietet das Jugendamt Erziehungsberatung an („Jugendpsychologisches Institut“), im Erdgeschoss hat das Amt für Stadterneuerung und Bodenmanagement ein Büro.
Wer kann den „treffpunkt Altendorf“ nutzen? „Wir haben alle im Blick“, erklärt Sozialarbeiterin Ricarda Fischer vom Amt für Stadterneuerung. Durch den starken Zuzug von Flüchtlingen gibt es derzeit einen besonderen Bedarf. Viele der geflüchteten Menschen kommen aus Syrien und dem Irak, viele haben Berührungsängste. Da hilft es, wenn die Mitarbeiterinnen des Treffpunktes ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen – wie Sozialarbeiterin Fischer, die auch außerhalb der Sprechstunden für die Leute da ist. „Mir macht die Arbeit Spaß“, sagt die Bochumerin. Das macht sich bemerkbar. Begeistertes Feedback eines Nutzers: „Sie ist die gute Seele des Hauses!“

Sprachkurse – Musikschule – Integrationsgruppen

Die Angebote im Treffpunkt sind bunt und vielfältig – so wie der Stadtteil. Mittwochs leitet Mariusz Wislocki zum Beispiel den English Conversation Club. Bei der englischen Gesprächsrunde darf jeder mitmachen. „Meine Idee war: Lasst uns ohne viel Grammatik einfach quatschen“, berichtet Wislocki, der 2006 mit vier Leuten angefangen hat, Tee und Kekse inklusive. Derzeit braucht der Club keine Werbung mehr. Mit einem Stamm von dreißig Interessenten (auch aus anderen Stadtteilen) und durchschnittlich zwölf Teilnehmenden ist er bestens ausgelastet.
Gefragt ist auch die Gruppe für libanesische Mädchen im Grundschulalter. Stefan Schömann vom Jugendamt hat mit Fatima Asanay und Iman Khodr zwei fähige Honorarkräfte gefunden, die sich um die Gruppe kümmern. „Die Eltern erzählen sich gegenseitig, dass wir gut sind“, lächelt Gruppenleiterin Asanay. Durch die frühzeitige Unterstützung, so die Hoffnung der Integrationsmanagerin, werden die Mädchen es in ihrer weiteren Schullaufbahn leichter haben. An zwei Nachmittagen in der Woche sind die Kinder jedenfalls eifrig bei der Sache, egal ob es um Bewegung, Ernährung, Basteln oder etwas Nachhilfe geht.
Das Diakoniewerk Essen bietet gleich mehrere Gruppen im Haus an: Arabischsprachige Honorarkräfte begleiten Frauen und Senioren mit arabischer Zuwanderungsgeschichte. Es gibt zwei heiß begehrte Deutschkurse für Frauen, davon einer (ganz wichtig!) mit Kinderbetreuung. Im letzten Jahr wurde außerdem eine arabischsprachige Männergruppe gegründet, die im geschützten Raum des Bürgerzentrums mit Behördengängen, der Arbeits- und Ausbildungssuche befasst.
Das Dachgeschoss bietet unter anderem Raum für die Musik. Hier unterrichten Necdet Köksalan und Engin Filinte für die Folkwang Musikschule ein ganz besonderes Instrument: die türkische Langhalslaute Bağlama. Und das ist längst noch nicht alles, was der Treffpunkt zu bieten hat …

Wertvolle Basisarbeit

Sozialarbeiterin Fischer und Despina Paraskevoudi-Wilbert vom Diakoniewerk sind sich einig: Der Treffpunkt leistet wertvolle Basisarbeit. „Es ist eine große Kunst, unsere Kurse zu leiten“, sagt Integrationsmanagerin Paraskevoudi-Wilbert. Immerhin seien die Altersunterschiede der Teilnehmenden groß und die Herkunftsländer unterschiedlich, ebenso wie die Kenntnisse, die mitgebracht werden. Als einen Schlüssel zum Erfolg bezeichnet sie die ungezwungene Atmosphäre im Haus. „Ich habe hier tolle Kooperationspartner – Menschen, die sich einbringen“, freut sich Ricarda Fischer.
Und was bringt die Zukunft? Der Treffpunkt Altendorf ist voll – ein Zeichen, dass er gebraucht wird. Die Stadt scheint gut beraten, diese Anlaufstelle weiter zu finanzieren.

Autor:

Mareike Ahlborn aus Essen-Süd

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