Hausrotschwanz, Heckenbraunelle, Gartengrasmücke, Turmfalke, Grünspecht
Begrünte Schallschutzmauer: Lebensraum aus dritter Hand

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"Geh dahin, wo et schäbbich is!" , hat der Ruhrpott-Birder Patrick Kretz der Bestsellerautorin Johanna Romberg in ihrem  lesenswerten Buch "Federnlesen" geraten.
Die begrünte 5,5 m hohe
Schallschutzmauer auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Essen-West ist solch ein Ort, der auf den ersten Blick wenig einladend erscheint.
Inzwischen ist er Lebensraum für einige interessante Vogelarten geworden.
Beispiel Hausrotschwanz.  Ähnlich wie die Amsel , die noch vor 200 Jahren ausschließlich in den Wäldern lebte, entdeckten auch die Hausrotschwänze erst vor 250 Jahren die Vorteile städtischer Strukturen. Ihre ursprüngliche Heimat ist das Gebirge.
Die Entwicklung von Amsel und Hausrotschwanz zeigt, dass die Evolution , besonders in Städten, viel rasanter abläuft als bisher geglaubt wurde.
Das Erbe ihres alten Lebensraumes schlummert z.T. noch heute in den Hausrotschwänzen. Doch statt vom Felsen als Warte nutzen sie heute Masten, Dachfirste oder eben eine Schallschutzmauer, um von dort aus auf Insektenjagd zu gehen. Ähnlich wie im Gebirge haben sie gerne Freiflächen, die übersichtlich und vegetationsarm sind. Dies ist auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs alles gegeben. Ihre Nester bauen sie in Höhlen aller Art und zeigen sich diesbezüglich sehr flexibel. Auch hier bietet das Gelände des alten Güterbahnhofs mit Paletten, alten Baumaterialien der Bahn und in der Schallschutzmauer selbst genug Nist- und Versteckmöglichkeiten. Auch andere Vogelarten, wie die Heckenbraunelle, die Gartengrasmücke und natürlich Meisen  haben sich hier eingefunden. Am Ende der Mauer befindet sich ein dicht bewachsener Schallschutzwall , der an eine große Wiese grenzt. Dort habe ich vereinzelt die Gartengrasmücke und einen Grünspecht beobachten können.
Dass das Gelände inzwischen Lebensraum vieler Vögel geworden ist, ist auch dem Turmfalken nicht entgangen. Auf der Jagd nach einem Hausrotschwanz konnte sich letzterer gerade noch in eine Betonröhre retten. Wer benötigt angesichts solch dramatischer Szenen noch Naturfilme? Hier ist alles live!

Autor:

Bernd Dröse aus Essen-West

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