Die Luxus-Richtlinie von Schilda

Ein Wunder ist geschehen: Die Stadt packt ihre geplante „Richtlinie zur Gestaltung von Sondernutzungen im öffentlichen Straßenraum“ wieder zurück in die Schublade.
Ursprünglich sollte die neue Richtlinie regeln, welche Mindeststandards zum Beispiel für Straßencafés gelten sollten. Plastikstühle: verboten. Heizpilze: verboten. Bierzeltgarnituren: verboten.
Willkommen im Dorfe Schilda.
Die Stadt sieht - gezwungenermaßen - tatenlos zu, wie sich die Innenstadt zu einem Eldorado der Ein-Euro-Shops entwickelt. Und auch die Einzelhändler in den Stadtteilen klagen an mancher Stelle massiv über einen desaströsen Branchenmix.
Die Dauer-Baustelle Hauptbahnhof entspricht besonders im Kulturhauptstadt-Jahr nun wirklich keiner Gestaltungsrichtlinie mehr.
Im wahrsten Sinne architektonisch „schrottige“ Gebäude wie das nagelneue Stadtarchiv sind von einem charmanten Stadtbild soweit entfernt wie eine Kakerlake als willkommender Gast bei einem rauschenden Fest.
Mal im Ernst: Die Stadt sollte - weitgehend - die Füße stillhalten, wenn es darum geht, wie Gastronomen ihre Außenbereiche gestalten.
Wer meint, Plastikstühle aufstellen zu müssen, wird auf Dauer keine Kunden an sich binden können. Das Problem regelt sich von ganz alleine. Da bedarf es keiner städtischen Richtlinie.
Zumal: Die Stadt kassiert fette Sondernutzungsgebühren, die im nächsten Jahr nochmals angehoben werden.
Welcher Gastronom soll da noch in luxuriöse Designerstühle investieren können?

Autor:

Frank Blum aus Essen-West

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