Anwohner beklagen Ärger mit der EBE - Gegenargument: "Arbeitsschutzvorschriften"
EBE: Herzlos oder großherzig

Dorothea Kachor (86  Jahre), Heidemarie Winter-Noetze (75) und Angelika Reinhard (74) v. li. wundern sich, warum plötzlich nach 50 Jahren die Tonnen nicht mehr von der EBE reingestellt  - auch mal nicht rausgeholt wurden.
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  • Dorothea Kachor (86 Jahre), Heidemarie Winter-Noetze (75) und Angelika Reinhard (74) v. li. wundern sich, warum plötzlich nach 50 Jahren die Tonnen nicht mehr von der EBE reingestellt - auch mal nicht rausgeholt wurden.
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Täglich werden Müllmänner bewundert: Rollen volle Mülltonnen aus Behältern, nach Leerung zurück. Fluppte 51 Jahre mit fünf Mülltonnen, Frankfurter Straße 29/31. Seit Mai 2019 nicht mehr. Der West Anzeiger wurde informiert.
Treffen mit Angelika Reinhard, 74; Heidemarie Noetze 75, Dorothea Kachor 86, Frankfurter Straße 29/31: 2 Häuser, 16 Eigentumswohnungen. Viele wohnen dort seit 1967. Zeitgleich entstanden Behälterboxen, untere Kantenhöhe circa 10-24 cm. Variiert durch Gefälle zum Hofeingang.

Reibungslos wurden Mülltonnen von EBE und Vorgängern über fünf Jahrzehnte aus der Box geholt, geleert, wieder reingestellt. Seit Mai 2019 rausgeholt, nicht reingestellt. Angelika Reinhard informierte die EBE. Deren Antwort: Stehen bald wieder drin. „Doch in der nächsten Woche wurden die Tonnen nicht rausgenommen.“ Briefe an die EBE, Stadt wurden geschrieben. EBE-Tenor: „dass der Behälterstandort am Objekt nicht den satzungsgemäßen Vorgaben entspricht“.
Viele Anwohner sind dort altersbedingt gebrechlich. Sie verstehen nicht, warum die Müllleute 50 Jahre Tonnen aus der Box holten, leerten, reinstellten. Plötzlich nicht. In Häusern gegenüber die EBE Tonnen gar aus dem Keller schleppen.

Wir hakten nach bei EBE Pressestelle: „Gibt es nach über 50 Jahren nicht Gewohnheitsrecht bzw. ein Herz für Menschen, die nicht mehr die Kraft haben, gefüllte Tonnen aus dem Behälter zu bewegen?“
Antwort der EBE, Kathrin Korn Pressestelle: „Eine Angelegenheit, die bereits eine längere Geschichte hat. Es gibt Schriftverkehr in der Sache zwischen EBE, Stadt Essen und einem Rechtanwalt. Die ausgetauschten Schreiben erläutern die Situation ausführlich und sind den Anwohnern und Grundstückseigentümern bekannt. Es geht hier nicht darum, dass die Entsorgungsbetriebe Essen Personal verringert hätten...
Vielmehr geht es hier um Arbeitsschutzvorschriften, die von der EBE als Arbeitgeberin von ca. 400 Müllwerkern einzuhalten sind. Diese Vorschriften dienen dem Wohl und dem Schutz der Mitarbeiter, die rund 730 Abfalltonnen täglich an mehreren hundert Standplätzen leeren und dies auch bis zum Rentenalter weiter machen möchten. Aus diesem Grunde ist es dem Unternehmen wichtig, dass die jeweils geltenden Unfall-Verhütungs-Vorschriften und die Vorgaben aus der Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Essen, die rechtlich bindend sind, eingehalten werden. Hier geht es darum, die Mitarbeiter während ihrer oft sehr langjährigen Tätigkeit als Mülllader vor allzu sehr und einseitig körperlich belastenden Situationen möglichst zu schützen. Im Falle der Häuser Frankfurter Straße 29/31 ist der Tonnenstandort leider nicht im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben. Dieser Umstand ist unstrittig.
Unfallgefahr oder Muskel-Skelett-Erkrankung
Aufgrund einer zu hohen Abstoßkante des Behälterschrankes ist der im Restmüllbereich in Essen vorgesehene Vollservice derzeit schlicht nicht satzungskonform. Sehr oft holen und leeren die Mitarbeiter der EBE eigeninitiativ Tonnen an Standplätzen, die nicht satzungskonform sind und nehmen die damit verbundenen gesundheitlichen Nachteile, wie z.B. erhöhte Unfallgefahr oder einhergehende Muskel-Skelett Erkrankungen in Kauf. Dies kann aber keine Frage der "Menschlichkeit" oder des Gewohnheitsrechtes sein, wie Sie andeuten, denn mit dieser Argumentation würden die Rechte der EBE-Mitarbeiter auf regelkonforme Arbeitsbedingungen missachtet und gegen die vermeintlichen Nachteile der Anwohner aufgerechnet. Hierzu hat die Stadt Essen, namentlich das Amt für Abfallwirtschaft als Auftraggeberin der EBE bereits schriftlich Stellung bezogen.
Kleine bauliche Veränderung muss ein
Klar ist, dass der Standplatz der Tonnen eine kleine bauliche Veränderung oder Verlagerung erfahren muss, damit eine Entspannung eintreten kann. Die EBE hat bereits einen Lösungsweg vorgeschlagen. Die Stadt Essen hatte zudem bereits angeregt, die Lage vor Ort und unter Beteiligung der EBE zu erörtern. Gerne nehmen die Mitarbeiter der EBE an einem solchen Ortstermin teil, um gemeinsam die Möglichkeiten für Veränderungen mit den Anwohnern/Eigentümern bzw. ihren Vertretern zu beraten, damit dort demnächst wieder im Vollservice geleert werden kann.“
Wir gaben das EBE Angebot an die Bewohner weiter. Spontane Antwort: „Wir freuen uns auf ein gemeinsames Treffen.“ Klingt doch herzlich…

Autor:

Ingrid Schattberg aus Essen-West

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