Ein Nahverkehrsplan für Ruhr und niedrigere Fahrpreise nötig

Gut besuchte Veranstaltung „Mobilität für Alle im Ruhrgebiet“ der Linken im RVR

Mit circa 70 Teilnehmer/innen – viele aus Fachverbänden – war die von der Fraktion DIE LINKE. im Regionalverband Ruhr (RVR) am 22.02.2020 durchgeführte Konferenz zum Thema „Mobilität für Alle im Ruhrgebiet“ sehr gut besucht. Das lag auch an dem hochkarätig besetzten Podium mit u.a. Prof. Dr. Christoph Zöpel (Landesverkehrsminister a.D.), Rolf Ommen vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Maria Wagener vom RVR, Lothar Ebbers von PRO BAHN und Jörg Cezanne, Bundestagsabgeordneter der Linksfraktion und Dr. Josef Hülsdünker für den DGB.

Prof. Dr. Zöpel unterstrich zu Beginn, er kenne sich gut mit der Mobilität des „Umweltverbundes“ aus, da er persönlich immer zu Fuß und mit dem ÖPNV unterwegs ist. Er hob hervor, welche Chancen „RUHR“ insgesamt habe. Gerade in Sachen Mobilität bieten sich viele Möglichkeiten, insofern alle Verantwortlichen den Willen aufbrächten, endlich Verbesserungen und einheitliche und günstige Tarife herbeizuführen. Dabei zeigte er viel Sympathie für ein 365 Euro-Jahresticket aus.

Maria Wagener und Jörg Joneit stellten anschließend das umfangreiche Mobilitätsentwicklungskonzept Ruhr des RVR vor. Rolf Ommen veranschaulichte die bereits vollzogenen Schritte des VRR und zukünftige Planungen, um Optimierungen herbeizuführen, zeigte aber auch die Grenzen des Verkehrsverbundes auf, die auch in kommunalen Interessen enden und von politischen Entscheidungen abhängig sind. Lothar Ebbers erläuterte aus Sicht des Fahrgastverbandes PRO BAHN die Fehlentwicklungen und deren Folgen der letzten Jahrzehnte. Er trat dafür ein, die Streckenausdünnung schnellstmöglich rückgängig zu machen und stellte Vorschläge für den Netzausbau vor. Im Rahmen des zunehmenden Passagieraufkommens und des Umweltschutzes müssen diese Schritte sofort angegangen werden, damit bis 2030 sicht- und spürbare Entlastungen und Verbesserungen umgesetzt sind.

Jörg Cezanne, für DIE LINKE im Verkehrsausschuss des Bundestages, berichtete aus seiner parlamentarischen Arbeit und brachte konkrete Beispiele, in welchen Punkten die Regierungen der letzten Jahre viele dringliche und wichtige Ansätze auch der LINKEN in Sachen Mobilität durch ihre Gesetze verhindert oder das Gegenteil durchgesetzt haben, z.B. bei der einseitigen Förderung des Autoverkehrs. Erst die Klimakatastrophe sorge hier bei den anderen Parteien für ein Umdenken, das jedoch viel zu langsam sei.

Wolfgang Freye, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im RVR, dazu: „Die Vorträge haben gezeigt, wie viel Potential das Ruhrgebiet auch in Sachen Mobilität bieten könnte, sofern alle Akteure ihr Kirchtumdenken überwinden, einen gemeinsam geplanten ÖPNV aus einem Guss anbieten, massiv in die Infrastruktur investieren und das Angebot deutlich ausbauen. Hierzu ist finanzielle Hilfe vom Bund erforderlich, ohne die ist eine Verkehrswende nicht zu schaffen. Die Förderung des Öffentlichen Nahverkehrs und des Fuß- und Radverkehrs ist als Antwort auf die Klimafrage ein weiterer Baustein in diesem Konzept. Dafür muss das Ziel von ,autogerechten Städten‘, das im Ruhrgebiet jahrzehntelang Planungsziel war, aufgegeben werden. Für uns ist Mobilität aber immer auch eine soziale Frage ist. Mobilität darf nicht vom Geldbeutel abhängig sein! Es kann nicht angehen, dass schon ein Sozialticket in einer ,Wabe‘ im VRR inzwischen 39 Euro kostet!“

Die Fraktion DIE LINKE. im RVR wird die Ergebnisse der Konferenz als Broschüre publizieren.

Autor:

Heike Kretschmer aus Essen-West

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