Ich bin ein ruhiger Zeitvertreter mit vollem Terminkalender

Udo Seibert im Nachbarschaftsgarten
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  • Udo Seibert im Nachbarschaftsgarten
  • Foto: Privatfoto Udo Seibert
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Udo Seibert, Bezirksvertreter in Essen-West, stellt sich vor und gibt Einblicke in seinen Wochenablauf

„Wenn man sich ehrenamtlich engagiert, hat man immer genug zu tun“, beschreibt Udo Seibert seine Freizeitgestaltung. Diese würde sich hauptsächlich um die Politik drehen, auch wenn nicht alle Aktivitäten auf den ersten Blick damit in Verbindung gebracht werden. So geht er jeden Mittwoch in den Nachbarschaftsgarten an der Diergartenstraße, der für alle Bürger zugänglich ist. Als der ehemalige Spielplatz nicht mehr genutzt wurde, überlegte sich der Bezirksvertreter eine sinnvolle Nutzung für das Gelände. Nachdem er seine Idee für einen Garten in ca. 100 Briefen an die Nachbarschaft dargestellt hatte, erhielt er zunächst ein paar böse Anrufe, erzählt er. „Doch ich bekam überwiegend positive Rückmeldungen“, erinnert der engagierte Essener sich. Auch die Gespräche mit Grün und Gruga und der Bezirksvertretung verliefen zufriedenstellend, und so konnte man mit der ersten Bepflanzung mit Kräutern und Blumen beginnen. Doch bevor der größte Teil der Fläche genutzt werden konnte, mussten erst noch Bodenproben genommen werden. „Der erste Spatenstich fand dann im Herbst 2014 statt“, erzählt der Initiator stolz. Heute zieren den Garten, den Udo Seibert auch als soziales Projekt sieht, Himbeerhecken, Johannisbeerenbüsche, Erdbeeren und Gemüse. „Der Garten lebt hauptsächlich von Geschenken“, sagt der Bezirksvertreter. Auf diese Weise finden auch etwas ungewöhnlichere Pflanzen, wie ein Gewürzfenchel den Weg in den Bürger-Garten. „Der Einsatz für die Bevölkerung hat mir schon immer am Herzen gelegen“, sagt Udo Seibert über sein Engagement.

Der Einsatz für andere ist eine Herzensangelegenheit

Neben seinem eigenen sozialen Projekt engagiert sich der Wahl-Essener noch in verschiedenen anderen Projekten. Nachdem er den Mittwoch im Garten verbracht hat, war er am letzten Donnerstag als Sprecher für den Arbeitskreis des Seniorenbeirats aktiv. Am Freitag war er mit den Vorbereitungen für das Fest der Bärendelle beschäftigt, welches dann am Samstag stattfand. Auch sonntags kommt bei dem Bezirksvertreter keine Langeweile auf, denn die Fraktionsklausur ruft. Am Dienstag steht dann auch schon wieder das Erwerbslosen-Frühstück, das Udo Seibert selbst organisiert, an. „Und das muss am Montag schon vorbereitet werden“, sagt der Hobby-Koch. Bei ihm wird immer frisch gekocht, wenn möglich auch mit den angebauten Zutaten aus dem öffentlichen Garten. Neben diesen ganzen Aktivitäten bleibt daher kaum Zeit für andere Freizeitgestaltung. Doch den hilfsbereiten Vater kann nichts stressen. „Wenn andere in Panik ausbrechen, bleibe ich ganz ruhig“, stellt er fest.
Sein Engagement stammt bereits aus seiner Jugendzeit. Mit 16 tritt er in die SPD ein und ein Jahr später wieder aus. Mit 20 Jahren nimmt er an Demonstrationen, zum Beispiel gegen den Vietnamkrieg, teil. Später steckt er mehr Zeit in Familie und seinen Beruf. „Mit Kindern bleibt einem nicht mehr so viel Zeit“, lacht Udo Seibert. Seine fünf Kinder stammen aus verschiedenen Ehen und sind sowohl räumlich als auch alterstechnisch weit auseinander. Ähnliches gilt auch für den Bezirksvertreter und seine drei Geschwister. „Doch am Geburtstag unserer Mutter feiern wir alle jedes Jahr ein großes Familienfest“, erzählt der Großvater von einem Enkel.

2009 wird Essen zur Wahlheimat

Die räumliche Distanz zwischen den Familienmitgliedern rührt auch daher, dass Udo Seibert nicht immer in Essen gewohnt hat. Nach seinem gymnasialen Abschluss in Remscheid machte er eine Lehre zum Chemie Laborant. Er arbeitete dann für Bayer Leverkusen und wurde Technikums Leiter für Silikonchemie. Später verschlug es den aktiven Rentner nach Köln, Niedersachsen und Norddeutschland. Urlaube verbrachte er sowohl mit Wattwanderungen an der Nordsee, als auch Besuche an der Ostsee, zahlreichen Reisen nach Berlin und durch ganz Europa. Doch letztendlich fand er seine Wahlheimat in Essen „der Industriestadt mit allen Möglichkeiten“, wie Udo Seibert Essen beschreibt.
Der West Anzeiger stellt in einer Serie die Mitglieder der Bezirksvertretung III Essen-West vor.
Im Rahmen der alle 5 Jahre stattfindenden Kommunalwahlen wird in jedem der 9 Essener Stadtbezirke eine Bezirksvertretung mit 19 Mitgliedern direkt von der Bürgerschaft gewählt. Vorsitzende bzw. Vorsitzender und gleichzeitig Repräsentant des Stadtbezirks ist die Bezirksbürgermeisterin bzw. der Bezirksbürgermeister. Beschlüsse der Bezirksvertretungen werden in öffentlicher Bezirksvertretungssitzung, an der jeder als Zuhörer/in teilnehmen kann, gefasst.

Autor:

Lara Wolff-Hagdon aus Essen-West

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