"Fridays for Future" auch in Essen - Ein Kommentar.
Unpolitisch? Wohl kaum!

Damit hätte Greta Thunberg, die junge Klimaschutzaktivistin aus Schweden, wohl nicht im Traum gerechnet: Ihrem wöchentlichen Streik "Fridays for Future" schlossen sich in der letzten Woche Kinder und Jugendliche in mehr als 100 Ländern an. Ihre Forderung an die Politiker: Mehr Einsatz für den Klimaschutz. Auch in Essen zog eine Schülergruppe durch die Stadt.

Nun müssten eigentlich alle Politiker die engagierten Kinder und Jugendlichen unterstützen und das Gespräch mit ihnen suchen. Schließlich wurde der jungen Generation in den letzten Jahren stets vorgeworfen, schrecklich unpolitisch zu sein und eigentlich nur auf dem Konsum- und Ego-Trip.
Nun also sorgt sich der Nachwuchs um die Zukunft und darum, später die Fehlentscheidungen der aktuell regierenden Generation ausbügeln zu müssen.
Und was tut eine ganze Reihe von Politikern? Sie unterstützen die Aktion nicht, sondern kommen mit schwachen Argumenten wie "Schule schwänzen ist nicht in Ordnung". Besonders CDU-Politiker wie NRW-Landesvater Armin Laschet und Bundesbildungsministern Anja Karliczek sehen die Streiks kritisch.
Allein ihre Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt Verständnis für die Proteste, fordert in Sachen Klimaschutz ein schnelleres Tempo. Und muss zugleich für diese Position Kritik aus der eigenen Partei einstecken.
Besonders ins Fettnäpfchen trat - mal wieder - FDP-Chef Christian Lindner: "Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis.", sprach's und startete damit einen Shitstorm gegen seine eigene Person.
Was die konservativen Politiker im Anti-Streik-Modus verkennen: Die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Wählerinnen und Wähler von morgen. Und bei denen kommt es sicher super an, wenn ihr Engagement für den Klimaschutz schon im Keim erstickt werden soll.
Immerhin: Ein Mitglied der Essener Gruppe von "Fridays for Future" hat vor dem Umweltausschuss der Stadt sprechen dürfen. Nachdem der Stadtrat dies abgelehnt hatte.
Greta Thunberg hingegen durfte ihre Meinung bereits mehrfach äußern, zum Beispiel bei der UN-Klimakonferenz in Katowice, beim Weltwirtschaftsforum in Davos und beim Kongress des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses in Brüssel.
Statt sich vor so viel Power der Kinder und Jugendlichen also in die Buxe zu machen, sollten auch hiesige Politiker das Gespräch suchen, zuhören und handeln. Denn das ist ihre zentrale Aufgabe als gewählte Volksvertreter. Schon vergessen?

Ihre Meinung?

Autor:

Frank Blum aus Essen-West

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