Wenn selbst die Bild weiter ist, als die Stadt Essen
Wir brauchen den Klimanotstand, jetzt!

Wenn selbst die Bild titelt „Schock-Prognose zur Klimakatastrophe“ und von katastrophalen Umweltbedingungen, bereits im Jahr 2050, spricht, die Stadt Essen den Klimanotstand jedoch vertagt, dann stimmt etwas im Ruhrgebiet nicht.

In ihrem Klimareport “Existential climate-related security risk” zeichnen die Wissenschaftler David Spratt und Ian Dunlop ein katastrophales Bild. Bereits im Jahr 2050 soll es laut der Studie über eine Milliarde Klimaflüchtlinge geben, die Nahrung reiche nicht mehr für die gesamte Menschheit aus, die Temperaturen würden im Jahr tagelang so heiß, das kein überleben möglich sei und der Klimawandel hätte bereits den „Point of no return“ erreicht. Das alles soll bereits in 31 Jahren eintreffen, also zu unseren Lebzeiten.

In Essen scheint man dem Ernst der Lage noch nicht begriffen zu haben, denn zur vergangenen Ratssitzung wurden gleich zwei thematisch passende Anträge auf Initiative der Linken, unterstützt von den Grünen, in den Rat eingebracht. Der eine sah vor, dass Fridays for future und Umwelt NGOs gemeinsam die Möglichkeit erhielten, einen klimapolitischen Kongress zu organisieren, der von der Stadt finanziert würde. Der zweite Antrag behandelte den Klimanotstand: Alle politische Entscheidungen der Stadt Essen stünden dannach unter einem sogenannten Klimavorbehalt. Entscheidungen müssten demnach auf ihre Nachhaltigkeit, den CO2 Ausstoß, des Klimaschutzes usw. überprüft werden. Der Antrag, der sich stark an dem in Konstanz verabschiedeten Klimanotstandsantrag orientierte, wurde nicht verabschiedet, sondern von den Mehrheitsfraktionen SPD, CDU usw., in den Umweltausschuss verschoben. Getreu dem Motto: „Wir haben ja noch Zeit, ist doch bisher alles gut gegangen.“

Dabei drängt die Klimakrise zu schnellem Handeln. Vor allem große Unternehmen und Airlines müssen zu drastischen Maßnahmen gezwungen werden. Ein erster Schritt wäre der Ausstieg aus der Braunkohle und die Abschaffung des 52 Megawatt-Deckels für Photovoltaikanlagen. Ebenso müsste die Stadt Essen ihren Beitrag gegen die Klimakatastrophe leisten, indem sie die Baumneupflanzung intensiviert, den Ausbau von Solardachanlagen beschleunigt, aus RWE aussteigt, den Bahnverkehr kostenlos macht und den Klimanotstand ausruft. Dies wären nicht nur klimafreundliche, sondern auch soziale Maßnahmen!

Selbst wenn man annehmen würde, dass der Klimawandel niemals diese Intensität erreichen würde, sollten wir alles dafür tun, dass dieses Szenario reine Fiktion bleibt – lieber Vorsorge, als Nachsorge. Und dass dabei die Menschen nicht auf der Strecke bleiben müssen, zeigen die Vorschläge zur Klimagerechtigkeit der Linken.

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