Ein Besuch im Straßenverkehrsamt: Top oder Flop?

Einst Anlaufstelle vor Ort: Die Bürgerämter Rüttenscheid, Frohnhausen (Foto) und Stoppenberg bleiben dauerhaft geschlossen.
  • Einst Anlaufstelle vor Ort: Die Bürgerämter Rüttenscheid, Frohnhausen (Foto) und Stoppenberg bleiben dauerhaft geschlossen.
  • Foto: Gohl
  • hochgeladen von Frank Blum

Das Essener Straßenverkehrsamt, das ganz offiziell "Zulassungs- und Fahrerlaubnisbehörde Essen" heißt, hat - dies ist kein Geheimnis - einen sensationell schlechten Ruf. Bei den Online-Bewertungen kommt das Amt im Schnitt auf schlappe 1,7 von 5 möglichen Punkten. Und liegt damit noch deutlich hinter dem JobCenter (2,1) oder dem Bürgeramt Gildehof (3,2).

Nun hatte ich persönlich das Vergnügen, dort mit meinem Anliegen vorzusprechen. Und war schon auf das Schlimmste gefasst.
Doch ich wurde dann irgendwie doch positiv überrascht, auch wenn's deutliche Abzüge in der B-Note gibt...
Die Wartezeit betrug schlappe fünf Minuten, der Mitarbeiter war freundlich und schnell und ich rasant um kurz nach 8 Uhr in der Früh wieder aus dem Pulk von rund 100 wartende Menschen entlassen.
Ein Termin online zu reservieren, ist also so verkehrt nicht.
Dumm nur, dass es - und so kommen wir zur B-Note - Online-Termine nur maximal 14 Tage im Voraus gibt und diese zum Teil auch etwas rar gesät sind.
Die Atmosphäre in dem Mega-Amt, dem auch noch das Bürgeramt Steele angeschlossen ist, ist eher gruselig: ein riesiger Wartebereich mit zum Teil defektem Mobiliar, offenkundig erforderliches Sicherheitspersonal an diversen Ecken und ein Fahrstuhl, in dem es zu früher Stunde schon mal reichlich eng werden kann.
Möchte man Mitarbeiter in den diversen Großraumbüros sein? Eher nicht. Dass da auch schon mal etwas schlechte Laune aufkommen kann, ist eher verständlich.
Der streng durchgeplante Ablauf mit Nummer ziehen, im Wartebereich auf die Anzeige starren, am Bezahlautomaten die Gebühr entrichten, wieder zurück zum Mitarbeiter, mag zwar im Ansatz effektiv erscheinen, dürfte aber den einen oder anderen Bürger schlichtweg überfordern.
Sie sehen schon: Ich bin ein Fan von kleinen Bürgerämtern mit persönlichem Flair in den Stadtteilen und halte zentrale Mega-Ämter für keine sonderlich gute Idee. Denn: Bürgernähe sollte bei allem Kostendruck nicht auf der Strecke bleiben.

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