Zweiten Bürgervorlesung im Deichmann-Auditorium
Krebs bei Frauen: Überlebensrate deutlich gestiegen

Die Reihe der Bürgervorlesungen von Stadtspiegel Esen und seiner Nachrichten-Community Lokalkompass.de stößt auf reges Interesse. Diesmal war zu Gast: Prof. Dr. Rainer Kimmig, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Essen.
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Die Reihe der Bürgervorlesungen von Stadtspiegel Essen und seiner Nachrichten-Community Lokalkompass.de in Kooperation mit der Universitätsmedizin Essen entwickelt sich zur erfolgreichen Bürgeruniversität. Diesmal war das Thema "Krebs bei Frauen - Neue Potentiale schonender Therapien“.

Zunächst stand ein Vortrag von Prof. Dr. Rainer Kimmig, seit 2001 Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Essen, auf dem Programm. Seine Schwerpunkte: Operative Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie.
Anschließend stand ein Team der Oberärzte für weitere Fragen zur Verfügung.
"Beruhigend, dass es noch solche Ärztinnen und Ärzte gibt, die sich die Zeit nehmen, auf hoch interessante und allgemein verständliche Weise über Krankheiten, Gebrechen und Therapiemöglichkeiten aufzuklären“, dankte eine Teilnehmerin.
Die Förderinitiative Krebskranke in der Uni-Frauenklinik (www.foerderinitiative-frauenklinik.de) hatte einen Info-Stand aufgebaut und - ein Highlight der Veranstaltung - die Besucherinnen und Besucher hatten die Möglichkeit, sich an einem Da Vinci-OP-Roboter zu versuchen, der sonst für ein erstes Training für Studierende genutzt wird, um einen kleinen Einblick in die computerassistierte Chirurgie zu erhalten.
Prof. Dr. Rainer Kimmig ist deutschlandweit einer der führenden Experten für Eingriffe mit dem Da-Vinci-Roboter-Chirurgiesystem und der derzeit amtierende Präsident der Europäischen Gesellschaft für Roboterchirurgie in der Gynäkologie (SERGS).
Seine Einschätzung ist eindeutig: "Dieser Methode der Chirurgie gehört die Zukunft. Sie ist nicht nur schonender für die Patientinnen, sondern führt auch zu deutlich besseren Ergebnissen. Der Chirurg steuert die Instrumente über eine Konsole, hat klare Sicht und die Möglichkeit, sehr genau und gezielt zu arbeiten."
Unterm Strich sorge die computerassistierte Chirurgie, die zum Beispiel bei Gebärmutterhalskrebs zum Einsatz kommt, für rund 20 Prozent bessere Ergebnisse.
Überhaupt habe sich die Behandlung von Krebs bei Frauen in den letzten Jahren erfreulich positiv entwickelt. "So sind zum Beispiel bei Brustkrebs, die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, inzwischen 80 Prozent brusterhaltende Operationen möglich", so Prof. Dr. Rainer Kimmig. "Und das sogar - dank Fluoreszenzanregung des zu operierenden Gewebes - weitgehend ohne die früher übliche Belastung der Patientinnen durch Radioaktivität oder Chemotherapie."
Die Überlebensrate bei Brustkrebs nach fünf Jahren liege daher aktuell bei 85 bis 90 Prozent.
Prof. Dr. Rainer Kimmig sprach sich während der Bürgervorlesung auch für die HPV-Impfung bei Kindern aus, also die Impfung gegen Humane Papillomviren. Dieses Virus, an dem sich meisten Männer und Frauen im Laufe ihres Lebens anstecken, erhöhe signifikant das Risiko für bestimmte Tumore, vor allem Gebärmutterhalskrebs.
"Eine Impfung bietet zu 90 Prozent Schutz gegen den gefährlichen Gebärmutterhalskrebs", so Prof. Dr. Rainer Kimmig.
4.500 Frauen erkranken bundesweit jährlich an dieser Krebsart, 1.500 sterben daran. "Zum Vergleich: Bei Masern gibt es bundesweit jährlich nur fünf Todesfälle. Doch die sinnvolle HPV-Impfung ist leider immer noch vergleichsweise unbekannt", so der Experte.

Bürgervorlesung:

Das nächste Thema der Bürgervorlesung der Universitätsmedizin Essen, der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und der Stiftung Universitätsmedizin lautet „Gesunder Schlaf - die beste Medizin“.
Nach dem Experten-Vortrag von Prof. Dr. Christoph Schöbel, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Universitätsmedizin Essen, können die Teilnehmer Fragen an weitere Experten stellen, zudem gibt es einen Austausch mit Imbiss.
Die Veranstaltung findet am Montag, 9. März, ab 17.30 Uhr im Deichmann-Auditorium des Universitätsklinikums Essen (Virchowstraße 163a) statt.
Anmeldung unter buergervorlesung@ume.de
Weitere Info im Internet unter: www.ume.de/buergervorlesung

Autor:

Frank Blum aus Essen-West

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