Nachgefragt: Wie intelligent sind die 630 Ampeln im Essener Stadtgebiet?
Und wieder ist es Rot

Grüne Welle? Ist in Essen offensichtlich so eine Sache...
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Seitdem Essen den Titel "Grüne Hauptstadt Europas - Essen 2017" mit Leben füllen musste, schlägt das Herz der Stadt grün. Auch zahlreiche Folgeprojekte sorgen dafür, dass der Titel nicht zur Eintagsfliege verkommt. Schön wäre es auch, wenn nicht nur das Begleitgrün auf den Essener Straßen nun erfreulich abwechslungsreich wäre, sondern auch die Grüne Welle der Ampeln zeitgemäß und umweltgereicht. Ist sie aber vielfach nicht. Dazu hat der Stadtspiegel mit dem Patrick Opierzynski, Pressereferent der Stadt Essen, gesprochen.

Wie hoch sind die Investitionen in Ampelanlagen, die Essen jährlich zu zahlen hat?
Im Essener Stadtgebiet gibt es aktuell rund 630 Ampeln. Wie viele Lichtsignalampeln pro Jahr komplett neu aufgestellt werden, ist vor allem abhängig von entsprechenden Neubauprojekten. Im Schnitt bedeutet dies, dass bis zu fünf komplett neue Ampeln in Betrieb genommen und zwischen zehn und 15 bereits bestehende Anlagen pro Jahr erneuert werden müssen.
Die Kosten für die Unterhaltung der Ampeln im Stadtgebiet belaufen sich auf etwa 3,5 Millionen Euro pro Jahr. Weitere rund eine Million Euro entfallen jährlich auf die Erneuerung von Ampeln. Die anfallenden Kosten für Neuinstallationen und Erneuerungen sind immer auch abhängig von der Größe des Knotenpunktes, an dem sie aufgestellt werden sollen oder bereits sind. Die entsprechende Größe ergibt sich daraus, wie viele Verkehrsbeziehungen an einem Standort durch wie viele Ampeln geregelt werden. Aus diesem Grund sind die aufgeführten Summen nicht als pauschal zu verstehen.

Welche großen Ampel-Projekte muss die Stadt Essen in diesem Jahr stemmen?
Eines der anstehenden großen Ampelprojekte ist die umweltsensitive Ampelsteuerung für die Alfredstraße. Die Stadt Essen plant die Hochrüstung des Verkehrsrechners zur Bewertung von Verkehrs- und Umweltdaten, so dass Ampeln je nach Messergebnis automatisch gesteuert werden können und letztlich für die Reduktion der NOX-Belastung sorgen sollen.

Die Grüne Welle wäre ein echter Traum. Nicht nur Staus würden vermieden, auch durch Abgase belastete Kreuzungen würden sauberer. Wie gut funktioniert die Grüne Welle in Essen?
Im gesamten Stadtgebiet gibt es darüber hinaus verschiedene Programme zur Schaltung der Ampeln. Die einfachste Steuerungsart ist die Festzeitsteuerung, bei der jeder Verkehrsteilnehmer einmal pro Ampelumlauf eine Freigabe erhält, ohne diese vorher anfordern zu müssen. Bei den verkehrsabhängigen Steuerungen kann es hingegen sein, dass der Verkehrsteilnehmer anfordern muss und dass in Abhängigkeit von der Verkehrsmenge die Grünzeiten angepasst werden. Außerdem gibt es noch die koordinierten Schaltungen, bei der mehrere nacheinander liegende Ampeln auf Grün schalten – diese Schaltung ist auch als „Grüne Welle“ bekannt. Beispiele im Essener Stadtgebiet sind hierfür unter anderem die Ruhrallee, die Gladbecker Straße oder die Hans-Böckler-Straße.

Unbeantwortet blieben bei der Stadtspiegel-Anfrage an das Presseamt folgende - nicht ganz unspannende - Fragen:
In manchen Städten wird verstärkt auf den Kreisverkehr gesetzt, der manche Ampelanlage komplett überflüssig macht. Wäre das nicht auch für Essen ein Zukunfts-Modell?
Wie intelligent sind Essens Ampeln in Zeiten von Künstlicher Intelligenz? Können Baustellen, Berufsverkehr oder nächtliche Straßen bei den Schaltungen kurzfristig berücksichtigt werden? Oder können die Ampeln nur ihr Standard-Programm?

Kommentar: Dreckschleuder Ampel

Gefühlt ein halbes Leben verbringen wir vor einer der 630 Essener Ampeln. Und derweil werden massig Schadstoffe aus dem Auspuff gepustet.
Ich frage mich: Geht das in Zeiten künstlicher Intelligenz und Digitalisierung nicht besser?
Von der einstigen "Grünen Welle" sind nur noch Fragmente geblieben. In der Regel muss das Automobil ständig abgebremst werden, weil wieder eine rote Ampel den Verkehrsfluss stört. Selbst zu Zeiten, wo kein Mensch mehr auf den Straßen ist.
Fährt man in nördliche Gefilde wie Dänemark sind Ampeln eine echte Seltenheit. Kreisverkehr ist angesagt, der selbst auf größeren Kreuzungen für flüssigen Verkehrsfluss sorgt.
Autos sollen schon bald autonom fahren. Wäre es da nicht schlau, den Ampeln erst einmal beizubringen, den Verkehr nach Bedarf, nach Tageszeit und nach Baustellen-Lage intelligent zu steuern?
Da ist Essen mit seinem Ampel-System nicht nur hoffnungslos veraltet, sondern sorgt auch künstlich dafür, dass zusätzliche Abgase völlig sinnfrei in die Luft geblasen werden, wo es gar nicht sein müsste.
Und schon sind sie da: die Fahrverbote. Dann geht gar nichts mehr. Und mit ständig roten Ampeln sind wir rasant auf dem besten Weg dahin.

Grüne Welle? Ist in Essen offensichtlich so eine Sache...
Grün ist immerhin das Moos, das sich auf langsam auf die Verkehrsschilder legt... Lösung: Hier handelt es sich um einen Radweg und eine Einbahnstraße.
Autor:

Frank Blum aus Essen-West

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