Gewinnspiel: Ein Training mitten im Sand

Warten auf die STADTSPIEGEL-Leser (von rechts): Katrin Holtwick, Frank Skrube (Wohnbau eG), Ilka Semmler.
  • Warten auf die STADTSPIEGEL-Leser (von rechts): Katrin Holtwick, Frank Skrube (Wohnbau eG), Ilka Semmler.
  • Foto: Gohl
  • hochgeladen von Frank Blum

„Gemeinsam nach London“, das ist das Motto des Beachvolleyballnationalteams Holtwick-Semmler sowie der Wohnbau eG, die die beiden Essener Athletinnen auf ihrem Weg zu den Olympischen Sommerspielen 2012 in London bereits seit Jahren unterstützt. Das Interview:

„Ihr seid über ¾ des Jahres in südlichen Ländern unterwegs. Wie sehr nervt eigentlich der Sand?“
Ilka: „Ich habe nach Spielen und auch nach dem Duschen oft das Gefühl, noch irgendwo Sand zu haben…“
Katrin: „Ja, das ist super nervig! In jeder Tasche, in der Waschmaschine, überall. Den Sand wird man einfach nicht los.“

„Warum seid Ihr so ein gutes Team?“
Ilka: „Wir sind beide ehrgeizig, diszipliniert und leistungsbereit, lassen aber den Spaß nicht zu kurz kommen.“
Katrin: „Außerdem trainieren wir fast täglich zusammen. Dadurch, dass wir beide in Essen und Berlin leben und dasselbe studieren, können wir uns optimal absprechen.“

„Woran liegt Eurer Meinung nach die Begeisterung am Beachvolleyball“?
Ilka: „Beachvolleyball ist ein attraktiver Leistungssport. Und das Strand-, Sommer- und Party-Feeling zieht die Zuschauer an.”

„Was macht Ihr, wenn Ihr nicht auf Turnieren unterwegs seid oder trainiert?“
Ilka: „Wir studieren Reha-Pädagogik – für uns Leistungssportlerinnen ideal, da Sport und Studium voneinander profitieren.”
Katrin: „Viel Freizeit bleibt nicht, wir sind eben viel unterwegs. Aber es macht uns halt richtig viel Spaß.”

„Ihr müsst sicher ganz schön mobil sein?“
Katrin: „Richtig. Da wir oft zwischen Uni und Trainigscourt hin- und herdüsen, brauchen wir ein praktisches und flottes Stadtauto.”

„Warum habt Ihr Euch auf Beachvolleyball konzentriert?“
Katrin: „Beachvolleyball ist sehr anspruchsvoll und fordert einen körperlich, technisch und taktisch. Das macht einfach am meisten Spaß! Wir können an der frischen Luft am Strand spielen. Einfach perfekt!“

„Wie hat sich Beachvolleyball in den letzten Jahren verändert?
Ilka: „Alles ist professioneller geworden, besser organisiert. Dank Sponsoren wie smart können Turniere als Großevents an coolen Locations und vor vielen Zuschauern stattfinden. Das macht unseren Sport noch beliebter und freut uns natürlich.“

„Macht man als Beachvolleyballer eigentlich noch gerne Strandurlaub?“
Ilka: „Ich schon. Strand und Sonne nerven dich nicht automatisch, obwohl ich das die meiste Zeit im Jahr habe. Aber wir kommen kaum zum Urlaub, da wir die meiste Zeit unterwegs sind.“
Katrin: „Ein reiner Strandurlaub kommt für mich nicht in Frage. Am liebsten fahre ich zum Skifahren in die Berge.

„Was waren bisher die schönsten Strände, an denen Ihr gespielt haben?
Katrin: „Phuket in Thailand. Der Sand ist herrlich, quietscht richtig unter den Füßen.“
Ilka: „Oder auch die Strände auf der Sentosa-Insel vor Singapur. Traumhaft.“

„Ist Sand gleich Sand?“
Ilka: „Nein, wir erkennen die Unterschiede auf einen Blick. Einige Strände sind weich und tief, was das Spiel anstrengend macht. Andere sind hart, was besser für uns ist.“
Katrin: „Wenn wir auf tiefem Sand spielen, brauchen wir zwei Tage, um uns daran zu gewöhnen. Sonst bleibst du im Spiel zu langsam und bewegst dich falsch. Für mich als Frostbeule ist es aber das Schlimmste, mit nackten Füßen im kalten Sand zu stehen. Heißen Sand kannst Du mit Wasser abkühlen. Aber kalten Sand kann man leider nicht erwärmen. Furchtbar.“

„Sind die Füße das Körperteil, auf das Ihr am meisten achtet?“
Katrin: „Schon. Wenn du dir da was holst, stehst du im wahrsten Sinne des Wortes dumm da. Eine Scherbe im Fuß ist eine Katastrophe, weil die Wunde im Sand so schlecht verheilt.“

„Mit welchen Problemen hat man in Eurem Sport noch zu kämpfen?“
Katrin: „Mit den Schultern. Die werden durch die Aufschläge stark belastet. Und langes Stehen fällt mir schwer. Da bekomme ich schnell Rückenschmerzen. Deswegen sitze ich immer sofort.“

„Klingt ja alles richtig gesund.“
Katrin: „Es ist ein Leistungssport. Jeder, der eine Sportart auf hohem Niveau betreibt, quält sich morgens mit Muskelkater und Schmerzen aus dem Bett. Trotzdem ist Beachvolleyball ein wunderschöner Sport. Nur wenn man es so sieht, kann man auch den ganzen Aufwand packen, den man dafür betreiben muss.“

„Was ist schlimmer? Muskelkater oder Kater nach einer Partynacht?“
Ilka: „Ein Muskelkater hat auch etwas Schönes. Man spürt seinen Körper, weiß, dass man was getan hat, das dich weiterbringt. Ich hatte schon heftige Muskelkater, doch ein Alkoholkater ist schlimmer.“

„Ihr beide habt beeindruckende Bauchmuskeln. Wie viele Sit-ups muss man dafür machen?“
Katrin: „So einige Tausend.“
Ilka: „Wir machen aber nicht nur Sit-ups, sondern auch viele Ganzkörperübungen, die gleichzeitig den Bauch mitbelasten.“
Katrin: „Zum Glück müssen wir beim Beachvolleyball nicht solche Muskelpakete haben. Wir sind athletisch, aber ich möchte trotzdem noch fraulich wirken und in ein schönes Abendkleid passen. Gerade bei den Wurfdisziplinen in der Leichtathletik müssen die Frauen kräftig und muskulös sein. Die Kolleginnen tun mir richtig leid.“

„Stört es Eure Freunde nicht, dass ihr die meiste Zeit im knappen Bikini vor die Menschen tretet?“
Ilka: „Nein, als Freund ist man doch eher stolz, wenn die Freundin eine gute Figur macht. Meiner hat sich bis jetzt noch nicht beklagt. Da wir die meiste Zeit im Bikini rumlaufen, ist es für mich sogar eher ungewohnt, einen Badeanzug zutragen.“
Katrin: „Es ist immer etwas komisch, wenn man im Frühjahr im Trainingslager auf Fuerteventura wieder im Bikini spielt, da wir den ganzen Winter in Laufhosen in der Halle trainieren. Da wirkt der Bikini auf einmal sehr luftig, und du denkst: Mmmh, ist doch etwas wenig Stoff.“

„Was bringt Ihr von Euren Reisen eigentlich mit nach Hause?“
Ilka: „Geld, das man umgetauscht und doch nicht ausgegeben hat. Ich habe haufenweise Scheine aus aller Welt zu Hause.
Katrin: „Sand. Ich nehme von den Stränden immer eine Handvoll mit. In meiner Wohnung habe ich eine Reihe von Minigläsern mit dem Sand von den verschiedenen Stränden. Träume in kleinen Portionen.“

„Kann man von Beachvolleyball leben?“
Katrin: „Dank unserer Partner gelingt uns dies schon sehr viel besser als noch vor einigen Jahren. Wir haben ein Jahresbudget, nach dem wir unsere Saison planen. Hinzu kommen die Preisgeldeinnahmen. Allerdings fallen auf dem Niveau, auf dem wir nun spielen, auch inzwischen mehr Kosten an. Für uns ist es wichtig, Trainer, Physiotherapeuten und teilweise auch Mentaltrainer bzw. Manager bei den Turnieren dabei zu haben, so dass wir optimal vorbereitet in ein Turnier gehen. Das konnten wir uns vor ein paar Jahren noch nicht leisten.“

„Tipp gegen Sonnenbrände?“
Katrin: „Lichtschutzfaktor 50! Ich nehme immer Sonnencreme für kleine Kinder.“

„Ilka, Du nimmst im Winter auch am TV total Turmspringen teil. Gibt es Parallelen zum Beachvolleyball?“
Ilka: „Zunächst einmal sind es natürlich zwei völlig unterschiedliche Elemente. Wasser und Sand. Dennoch handelt es sich um einen sportlichen Wettkampf, bei dem ich, wenn ich teilnehme, auch gerne gut abschneiden möchte. Mit zwei Bronzemedaillen und einem Sieg bei drei Teilnahmen bin ich da auch recht zufrieden. Wenn man sieht, welchen Aufwand andere betreiben, bin ich mit meinen paar Trainingsstunden da schon sehr zufrieden. Es kostet mich jedoch immer wieder neue Überwindung, mich Kopf über aus einer solchen Höhe in die Tiefe zu stürzen. Britta und ich harmonieren immer recht schnell obwohl wir erst am Freitag vor dem Event erstmals zusammen trainieren. Auch mit Miriam Holler hat es auf Anhieb direkt zum Sieg gereicht. Das Niveau wird aber von Jahr zu Jahr höher. Britta wollte bereits im Jahr 2009 vom 7,5 m Turm springen. Da konnte ich sie jedoch Gott sei Dank noch einmal davon abbringen.“

„Ihr seid medial präsent wie kein anderes Team. Macht Euch die Arbeit mit den Medien Spaß?“
Katrin: „Anfangs waren wir sehr nervös, inzwischen gehören Interviews und Auftritte in TV-Shows zu unserem Sport wie der Sand zwischen unseren Zehen. Unser Manager meinte sogar mal mit einem Augenzwinkern zu uns, dass wir uns vor einer Kamera fast besser artikulieren als in einem normalen Gespräch ohne medialen Hintergrund. Uns macht die Arbeit mit Journalisten richtig Spaß, wenn es auch manchmal eher unchristliche Uhrzeiten sind, zu denen wir im TV-Studio antreten müssen. Ein Morgenmagazin fängt nämlich ganz schön früh an! Aber das gehört zum Beruf einer Profi-Beachvolleyballerin nun einmal dazu. Schließlich muss man immer das Ganze sehen. Unsere Werbepartner unterstützen uns großzügig, damit wir unseren großen Traum von den Olympischen Spielen realisieren können. Im Gegenzug wollen wir Ihnen dann natürlich auch etwas zurückgeben. Es muss immer ein Geben und Nehmen sein. Außerdem lernen wir tolle Persönlichkeiten dabei kennen. Ich erinnere mich immer gerne an unsere Treffen mit Lena Gercke, Mario Barth, Atze Schröder, Til Schweiger, Stefan Raab, Joey Kelly und vielen anderen.
Besonders professionelle Fotoshootings machen uns inzwischen richtig viel Spaß. Es ist toll, wenn man quasi phasenweise mal in die Modelwelt eintauchen darf. Das sind Erfahrungen, die uns niemand mehr nehmen kann.“
Vielen Dank für das Interview und viel Glück in der kommenden Saison!

Gewinnspiel:
Wohnbau eG und STADTSPIEGEL verlosen einen Trainingstag mit den Vize-Europameisterinnen Katrin Holtwick und Ilka Semmler.
Und so können Sie sich anmelden: Schreiben Sie einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Baggern mit den Stars“ an:
gewinnspiele@stadtspiegel-essen.de
oder eine Postkarte an:
STADTSPIEGEL ESSEN
Redaktion
Stichwort: „Baggernmit den Stars“
Bert-Brecht-Straße 29
45128 Essen
Aus allen Einsendungen, die uns bis 26. August erreichen, werden per Los vier Teilnehmer gezogen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

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