Das dufte Hunde-Geschäft

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Den Kleingärtnern stinkt’s gewaltig. Das Problem ist nicht neu. „Die Exkremente von Hunden sind zwei bis drei Eimer pro Tag. 20 - 30 kg x 360 Tage, da kommen locker 8,5 Tonnen Hundekot im Jahr zusammen“, so Klaus Nötzold, Vorsitzender Kleingärtnerverein Essen West e.V. Folglich versucht man die Geschäfte schnell in den Griff – besser in Boxen zu packen. Die stehen jetzt. Und - wie kommt die Hunde-Hinterlassenschaft wieder da raus…

Also, rührig sind die „Laubenpieper“ seit langem beim Thema „Hund, Gassi gehen“. Aushänge, Flugblattkationen, Gespräche mit Hundehaltern über Jahre hinterlassen jedoch keine dufte Wirkung auf einige Tierhalter.

„Vor Monaten wandten wir uns an Politiker der BV III, zeigten ihnen unsere Probleme mit der Vermüllung unserer Anlagen und dem Hundekot. Wir führten auch Konsequenzen auf, wenn sich der zur Zeit herrschende Zustand nicht radikal ändert“, verdeutlichen Klaus Nötzold und Egon Link, 2. Vorsitzender. „Bleibt alles wie gehabt, werden wir die Anlage für den Durchgangsverkehr schließen. Nur – wie auf Friedhöfen – zu den Zeiten öffnen. Bedauerlich, aber die Gesundheit unserer Mitglieder und deren Kinder sowie eine bessere Aufenthaltsqualität mit angenehmen Gerüchen sind uns wichtiger.“

Letzte Chance also nun mit zwei installierten Hundetoiletten in den Anlagen „Postreitweg“ und „Frohnhauser-/Rüdesheimer Straße“. Den Dog-Points entnimmt man Plastiktüten; die gefüllten Tüten können in den Behältern wiederum entsorgen werden.

Doch der Haken an dem Hundegeschäft ist heikel: Wie kommt der Inhalt da weg? Wer ist für die Entleerung zuständig? Die Kleingärtner hoffen jedenfalls, dass die gefüllten „Kötteltüten“ am richtigen Ort entsorgt werden. O jemine nicht, wie derzeit üblich, von Herrchen oder Frauchen in Gärten, auf Bäumen, Wegen, in Hecken landen.

Nötzold erinnert: „Absprachen wurden mit Grün und Gruga sowie den Vertretern der politischen Parteien getroffen, dass die Dog-Points aus Mitteln des Kooperationsvertrages zwischen der Stadt Essen und dem Stadtverband der Kleingärtner angeschafft werden. Der Stadtverband nennt Standort, teilt sie den Verantwortlichen bei Grün und Gruga mit - inklusive(Planskizze, Zufahrt, Standort. Der Stadtverband übernimmt das Aufstellen der Dog-Points. Die Vereine sorgen für die Tüten-Bestückung. Die Entsorgung erfolgt durch die Kolonne der Stadt Essen, die auch die Papierkörbe leert.

Hört sich einfach an. Denkste! Bis jetzt folgte von der Stadt kein Echo, wann und in welchem Rhythmus die Entleerung der Boxen zirkuliert. „Überarbeitete städtische Mitarbeiter? Schlechte Kommunikation innerhalb der verschiedenen Ämter? Schlusslicht sind letztendlich wir. Warten, warten, warten“, äußert verärgert der Vorsitzende. Heinz Schuster, Stadtverbandsvorsitzender, hakt nach: „Liegt es an der Langatmigkeit der Verwaltung? Das dauert immer Monate, kostet viel Geld.“

Die Hunde-Behältnisse ähneln übrigens äußerlich Briefkästen; kosten Stück ca. 1200 Euro! Doch in der Frohnhauser Anlage legten die Gärtner selbst Hand an – das Dog-Ding muss ja einbetoniert werden, sie sparten somit ca. 500 €…
Jedenfalls verfolgt die Bezirksvertretung III „mit großem Interesse, wie die Dog-Points angenommen werden. Da wir noch andere Standorte in Essen mit diesen Boxen andenken“, erwähnt Rolf Liebeskind, stellv. Bezirksbürgermeister. „Wir hoffen, dass es sich bald in der Verwaltung regeln lässt.“

Klaus Kognin, Grün und Gruga, begrüßt ebenfalls den Vierbeiner-Kasten. „Eine gute Lösung, wenn sie von der Bevölkerung gut angenommen wird. Leider befinden sich unsere Betriebe noch in der Prüfung für die Papiere der Standorte. Nach Abschluss werden wir entsprechende Regelungen vereinbaren.“

Bleibt nur zu hoffen, dass es bei der Stadt und den vielen Ämtern nicht zu Verstopfungen kommt. Und die Hunde noch lange ihre Geschäfte einhalten können, sonst lautet die Beschriftung demnächst: Wegen Überfüllung dicht…

Fotos: Michael Gohl / West Anzeiger

Autor:

Ingrid Schattberg aus Essen-West

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