Markig! Mächtig! Der Frohnhauser Jahrhundert-Markt!

Der 100 Mai-Jahre Markt in Essen-Frohnhausen ist zäh. Zwei Weltkriege überstand er. Zum 80-jährigen Fest 1992 wurde er stark geliftet. Tja, mit einem kleinen Patzer begann damals SPD-Bezirksvorsteher Günter Persch seine Rede. Näheres gleich…Und diesmal? Wie klappt’s am 8. September, 11 Uhr, mit den Ansprachen? Oberbürgermeister Reinhard Paß und Bezirksbürgermeister Klaus Persch lassen sich jedenfalls den Markt-Jubel nicht entgehen…
1992: Vielleicht dachte Bezirksvorsteher Günter Persch noch an die tausend Eier, die Minuten vorher durch Bezirksvertreter an Bürger verschenkt wurden? Er erteilte der Stadt-Chefin offiziell das Wort auf der Marktbühne mit dem Versprecher: „Frau Oberbürgermeisterei!“ Gelächter vom Publikum. Der Bann war gebrochen. Annette Jäger, Oberbürgermeisterin schmunzelte, schwärmte vom „neuen Frohnhauser Schmuckstück.“ Zwar wurde kein roter Teppich ausgelegt; aber der größte, älteste Essener Markt bekam vor 20 Jahren neuen Bodenbelag, Blumenbeete, Kuppeln und Kunst des Folkwang-Künstlers Professor Johannes Brus mit dem Objekt „Das blaue Pferd“. Fünf Mio. Mark wurden in, um und auf dem Markt investiert.
2012: Mit Pep und Power, Menschen und Moneten wollen just die Markthändler den außergewöhnlichen Jubel-Trubel-Tag unvergesslich machen. Da wuselt, werkelt, wirbelt die Marktfläche bis 16 Uhr! Dafür greifen die Händler tief in die eigenen Geldbeutel. Aber auch die Deutsche Bank, der Frohnhauser Werbering, die Sparkasse, die Bezirksvertretung unterstützen…Honorige Herren wollen den Markt besuchen (auch beschenken?) wie Matthias Hauer, Ratsmitglied; Thomas Kufen MdL; Siegfried Brandenburg, Ratsherr.
Sektkorken knallen. Nicht nur. Echte Knaller sind die Altendorfer- und Frohnhauser Schützenvereine. Gemeinsam suchen sie ab 11 Uhr den Markt-König. Der muss nicht den Vogel „abschießen“ sondern schafft die Kür der Krönung mittels einer Infrarot-Schießanlage.
Schlag auf Schlag folgen. Das blaue Wunder kommt von der Showtanzgruppe „Blaue Veilchen“, Frillendorf. Stimmung beim Fanfarenzug Blau Weiß. Stadtteil-Historiker Robert Welzel macht Führungen. Die Schwedenheimkinder tanzen, singen; ebenso die Herder-Grundschüler. Ach ihr lieben Kinder - noch mehr? Spiele, Hüpfburg, Schminken, Karussell, Eis-Wagen gefällig.
Von A bis Z gibt es alles bei den Händlern, was das Herz begehrt. Von günstigen Anziehsachen bis zum delikaten Zander (nach Wunsch – bestellt). Also, das zweite Geburtstagskind am 8.9. ist Marktobmann Wolfgang Dotten. Sein Kartoffel-Zwiebel- Arbeitsplatz ist seit 40 Jahren der Frohnhauser Markt. Sein Dank an die Kunden gibt’s flüssig und fest: Sekt, Zwiebelkuchen und – klar – Backkartöffelkes.
Wir wollen Ihnen ja nicht den Mund jetzt schon wässrig machen. Deshalb verraten wir nur klitzekleine Markt-Häppchen: Die Suppen-Bine ist emsig wie die Biene. Bei Sabine Hess füllt sich schnell der Magen mit allerlei Durcheinander. Suppen wie bei Mutter – ob serbische, weiße Bohnensuppe, Möhreneintopf, Grünkohl, Sauerkraut, Graupen-, Linsensuppe…Auch für die „Süßen“ ist gesorgt: Waffeln mit heißen Kirschen. Aber bitte mit Sahne…!
Da lässt sich Fleischereimeister Andreas Koch, 3. Vorstand vom Markt- und Schaustellerverband, nicht lumpen. Mit der stets gutgelaunten Gabi und Frauenversteher „Dr. Sommer“ lässt er – ich glaub mein Schwein pfeift - die Sau raus. Steckt das Ferkelchen auf den Spieß. Fertig ist der Spieß-Grillbraten. Oder doch lieber Leberkäs‘ nach Familienrezept?
Lust auf Schmanttorte mit Vanillepudding, duftendem Kaffee oder lieber Mohn-, Sandtorte? Nix wie hin zur Stullen-Bude bei Susanne Zander.
Kernig geht’s zu bei der niederrheinischen Bäckerei Berns. Neugierig wie unser täglich Brot, unsere Brötchen entstehen? Sabine Zwer zeigt’s, denn im Holzofen wird gebacken.
Auf den Geschmack gekommen? Wir können natürlich nicht die Geburtstags-„Geschenke“ der ca. 70 Markt-Händler für die Besucher aufzählen. Denn dann sind die schon allein vom Lesen satt. Eingeladen sind jedenfalls alle – nur kommen muss jeder!

Historie
Die Einwohnerzahl Frohnhausens hatte in den Jahren 1895 bis 1910 den höchsten Anstieg: Von knapp 6000 auf über 27000. Der Essener Oberbürgermeister Erich Zweigert engagierte 1902 den Städteplaner Robert Schmidt als Leiter des Stadterweiterungsamtes. 1904 entwarf Schmidt das Wohnviertel Pollerbergshof. Auf dem 1904 verkauften Grund des Hofbesitzers Pollerberg, genannt Lange, entstanden auch die 1913 geweihte Apostelkirche und der 1912 gegründete Frohnhauser Markt mit Jugendstilbrunnen.
Markt mit Jugendstilbrunnen.

Foto: Michael Gohl / West Anzeiger

Autor:

Ingrid Schattberg aus Essen-West

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