"Auch die Mama darf mal rutschen"

45Bilder

Außer leisem Knarzen und Quietschen ist nichts zu hören.
Dazu herrscht vollkommene Dunkelheit in einer der vier Turnhallen der Gesamtschule Bockmühle in Altendorf- bis auf einige schwachleuchtende bunte Knicklichter, die auf dem Boden verteilt liegen.
„Nachts auf Achse“ heißt das Motto der Dunkelhalle, eine der vier Hallen, in der Sportlichkeit, Geschick und Orientierungssinn der kleinen Besucher der Kinderturnbörse gefragt sind.
Auf Rollbrettern sollen sie in der Dunkelheit versuchen, „den Faden“ nicht zu verlieren.
„Wir zählen zwischendurch die Bretter durch, um nicht am Ende des Tages wenn wir das Licht anschalten, schlafende Kinder in den Ecken zu finden, die auf der Strecke geblieben sind“, meint Susanne Berndt lachend.
Die Diplomsportlehrerin ist Mitglied der „Gemeinschaft Essener Turnvereine“ (GET). Dank der GET und vieler Helfer findet die Kinderturnbörse dieses Jahr schon zum 19. Mal statt.
„Die Idee der Kinderturnbörse ist es, Kindern die Möglichkeit zu geben, sich an verschiedenen Sportarten auszuprobieren und in Bewegung zu bleiben. Danach richtet sich auch unser diesjähriges Motto ‚Hier bewegt sich was‘.“
Organisiert wurde die Veranstaltung einzig und allein von Mitgliedern und Auszubildenden der GET auf ehrenamtlicher Basis.
Die Börse dient auch als Plattform für Ideen für den Sportunterricht in Schulen, Kindergärten oder auch für sportliche Aktivitäten zu Hause.
„Erzieher, Lehrer und Eltern sind alle herzlich eingeladen, sich Anregungen zu holen und unsere Ideen zu klauen. So soll ein offener Austausch stattfinden“, so Berndt.
Ausgeschmückt wird die Kinderturrnbörse durch weitere Aktionen wie den Phantombildmalwettbewerb oder das Kinderschminken.
„Wir wollen hier niemandem einen Riegel vorschieben. Gerade Kinder aus sozial geschwächtem Umfeld sollte es ermöglicht werden, eine Sportart für sich zu finden, die ihnen Spaß macht. Dabei muss diese Sportart nicht einmal teuer sein. Wir versuchen, durch unsere Kinderturnbörse, zwischen Kindern und Vereinen zu vermitteln.“
Das Angebot kommt sichtbar gut an. Überall wirbeln Grundschulkinder aus den verschiedensten Städten zwischen unzähligen Geräten herum, turnen, klettern, rutschen und hüpfen. Und das zu vier verschiedenen Mottos:
von der Baustelle über Abenteuerlandschaften für Geheimagenten, traditionellen sowie modernen Spielen, bis hin zur Dunkelhalle, ist für jeden Nachwuchssportler etwas dabei.
So vergnügen sich einige der Kinder zum Beispiel, indem sie durch aufgespannte dünne Seile klettern, bemüht, keines davon zu berühren.
„Wie James Bond wenn die Laserstrahlen kommen“, schmunzelt Susane Berndt. Andere lernen die alten traditionellen Murmelspiele kennen oder probieren die Trendsportart Rope Skipping aus.
Unterstützt werden die Kleinen dabei tatkräftig von ihren Eltern.
„Es geht hier keineswegs um Leistung“, betont Susanne Berndt.
Die Diplomsportlehrerin lacht: „Eltern und Kinder bilden ein Team und rechnen ihre Punkte manchmal auch zusammen. Denn auch die Mama darf hier mal rutschen, wenn sie will.“ Fotos: Michael Gohl

Autor:

Anne Diestelkamp aus Essen-West

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

2 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.