Motorradmädchen NRW suchen Verstärkung

Wichtig ist es, sein Motorrad in allen Lagen sicher zu führen.
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Mädels aufgepasst! Auch wenn die Motorrad Saison in diesem Jahr bedingt durch Wetterquerelen nur schleppend an den Start ging, konnte man in dieser Woche aufatmen. Das hat das MKL Racing Team rund um Kay Leeuw, Inhaber eines Motorrad Meisterbetriebes voll ausgenutzt und möchte nun einen neuen Verein gründen. Dafür sind noch Motorradfahrer und vor allem Motorradfahrerinnen gesucht.
„Aus dem geplanten Verein haben sich die ‚Motorradmädchen NRW‘ gegründet“, berichtet Bärbel Plutta enthusiastisch. „Wir fahren gemeinsame Touren und machen auch sonst viel zusammen.
Auch wenn das Motorradfahren noch immer eine Männerdomäne ist, sind hier Frauen, die selber ihren Spaß am Biken entdeckt haben und diesen teilen möchten.
„In unserer neuen Halle treffen wir uns zum Beispiel sonntags zum gemütlichen gemeinsamen Frühstücken.“ Und wer jetzt glaubt, dass die Motorradmädels NRW auf Mopeds durch die Gegend eiern, der hat weit gefehlt. „Wir fahren Maschinen zwischen 400 und 1.000 Kubik. Das ist schon eine ganze Menge“, so Bärbel Plutta. Und das Motorradfahren? Hat sie das in die Wiege gelegt bekommen von der Familie?
Bärbel Plutta erinnert sich zurück: „Ich muss zugeben, dass ich schon über meinen Mann Holger zum Motorradfahren gekommen bin.“
Zum Hintergrund: Kai Leeuw, Inhaber vom MKL Motorrad-Meisterbetrieb an der Helenstraße 51, veranstaltet seit einigen Jahren richtige Motorradrennen für seine Kunden und für Interessierte (wir berichteten). „Diese Rennen gibt es deswegen, weil man kaum noch sein Motorrad auf deutschen Straßen ausfahren kann. Das ist von der Geschwindigkeit viel zu gefährlich“, so Leeuw. „Außerdem kommen auch die anderen Autofahrer dazu. Denn auch wenn sich das Klischee hartnäckig hält, Motorradfahrer würden sich und ihre Mitmenschen gefährden, so frage ich mich, wie viele Autofahrer das auch machen. Wir halten uns in jedem Fall beim Fahren an die Geschwindigkeitsbegrenzung.“
Klar Leeuw und Plutta sind lange schon im Geschäft dabei und haben auch schon gesehen wie Maschinen und Mensch nach schweren Unfällen aussehen. „Oft haben die Unfallopfer schon von vorneherein Probleme gehabt, sich an ihre Maschine richtig zu gewöhnen und waren unsicher, wussten nicht, wie sich diese Maschine verhält“, erklärt Leeuw. Auch das Gewicht werde des öfteren unterschätzt. Ein Aspekt der Rennen neben dem Spaßfaktor ist aber auch die Möglichkeit, sich und die Grenzen von Mensch und Maschine austesten zu können.
„Wir fahren immer auf richtigen Rennstrecken, die nicht für den Normalverkehr freigegeben sind. Wer Angst hat, kann beim Rennen klein anfangen und die Geschwindigkeit dann langsam erhöhen. Das fördert über kurz oder lang das eigene Fahrgefühl. „Man kann nicht nur die Maschine, sondern auch sich selbst besser einschätzen und sieht das Motorradfahren mit ganz anderen Augen“, so Leeuw.
Bei eben so einem Rennen konnte Bärbel Pluttas Mann Holger nicht starten. „Da bin ich kurzerhand eingesprungen und das erste Rennen meines Lebens gefahren. In der ersten Kurve hat es mich dann direkt von der Maschine gehauen. Da dachten alle schon: Das war‘s, sie wird keine Rennen mehr fahren“, lacht Plutta. Das Gegenteil aber war der Fall. Sie stieg wieder auf das Motorrad und fuhr das Rennen fehlerfrei zu Ende. Eine neue Leidenschaft war geboren.
Und vielleicht ist es ja gerade das, was die Motorradmädels so einzigartig macht. „Wir sitzen gerne zusammen und frühstücken, aber wir treffen uns auch, um gemeinsame Touren zu fahren.“ Dabei hat vielleicht die eine von einer schönen Strecke gehört, oder ist diese schon einmal selber gefahren. Ideen werden gerne angenommen und mit allemann ausprobiert.
„Das heißt aber nicht, dass wir uns gänzlich von den Männern fern halten“, so Plutta. „Wir machen viel mit ihnen gemeinsam, haben aber auch unseren Raum für Freiheiten. Und ganz ehrlich: Manchmal braucht man einfach das Beisammensein und Gespräch unter Frauen!“
Dabei nehmen die Mädchen teilweise einen ganz schön langen Weg in Kauf. „Motorradclubs gibt es viele, aber unsere Motorradmädels NRW offenbar nicht“, ist Plutta stolz. Sonst würde ja niemand die Fahrt von Rheinberg extra in Kauf nehmen.
Es gibt keinen Zwang bei den Mädels. So trauen sich manche nicht auf die Rennstrecken, fahren aber mit zur Unterstützung. „Und einige wiederum fahren nur auf der Rennstrecke, weil ihnen die Straßen zu gefährlich sind“, verdeutlicht Plutta.
Egal welchem Schlag Interessierte angehören: Die Motorradmädels freuen sich immer, wenn sie neue Mitglieder bekommen.
Die Geselligkeit und der Spaß am Sport stehen im Vordergrund. Denn das ist es wirklich, Leistungssport. Zumindest was die Rennen angeht. „Man ist aufgeregt, muss sich auch sehr konzentrieren beim Rennen. Das verlangt einem schonmal alles ab. Aber das gemeinsame Beisammensein danach und das gemütliche Grillen und den Abend ausklingen zu lassen unter Freunden, ist eben einfach nur schön“, so Bärbel Plutta.
Überlegt wurde nun, einen eigenen Verein zu gründen. Plutta berichtet:„Leider hapert es da momentan noch an der finanziellen Sache. Wer also da einen guten Rat weiß oder uns unterstützen möchte, ist herzlich dazu aufgerufen!“ Im Sande verlaufen soll die Idee jedenfalls nicht.
Und wer jetzt Interesse an den Motorradmädchen NRW oder aber an der Teilnahme an einem Rennen hat, der kann sich einfach unter: 02 01 / 49 59 885 melden. „Dann bekommen Interessierte von uns noch weitere Infos zu den Rennen und können mit mir zum Beispiel absprechen, wann das nächste Motorradmädchen-Frühstück stattfindet“
In den Kalender schreiben kann man sich schon einmal das nächste Rennen. Dieses findet vom 21. bis zum 23. August in Rijeka, Kroatien statt. Und natürlich fährt das MKL Racing Team gemeinsam zum Austragungsort. Als Motorradfahrer hilft man sich eben, wo man kann! Fotos: Michael Gohl

Autor:

Silvia Decker aus Emmerich am Rhein

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