SPUR führt nach Essen

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SPUR führt nach Essen - exakt zur Heinrich Strunk Schule - mit hohen Herrschaften darüber freut sich sehr 4. re. oben Schulleiter Frank Tollmien, daneben Sportministerin Chritina Kampmann; 4. v. li. Prof. Ulf Gebken, 3. v. li. Evelyn Ziegler Uni Duisburg/Essen, außen Britta Altenkamp MdL. Fotos: Gohl
 
Das "Wunder" SPUR hat fünf Buchstaben: SPORT....Bewegungsspiele mit Flüchtlingskindern
„Hot-Spot Essen-Altendorf wird noch nicht hinreichend gefördert…“

Oft steht negativ Altendorf im Focus der Öffentlichkeit. Ächzt unter Brutalität, Grausamkeit, Drogen, Diebstahl. Doch die andere Gesichtshälfte zeigt täglich heftige Liebe, Leidenschaft. Viel Beifall bekommt jetzt in Essen die lang ersehnte SPUR. Der Weg führt geradewegs bei Nieselregen zur Heinrich-Strunk-Schule. Mit hohen „Herrschaften…

Gekommen sind u. a. Sportministerin Christina Kampmann, Prof. Ulf Gebken – Evelyn Ziegler, Pro Rektorin Uni Duisburg/ Essen, Britta Altenkampf MdL, Wolfgang Weber Ratsherr – um sofort der Grundschule zu helfen! Das Wunder hat fünf Buchstaben. Sport! Sport fördert Sprache. Idee von „SPUR“ – Spielen, Bewegen, Sprechen mit jungen Flüchtlingen“.

Initiator Professor Dr. Gebken setzt sofort das zwei-jährige Projekt in Essen, Duisburg, Mülheim, Gelsenkirchen um. So was passiert nicht alle Tage. Auf der anderen Seite: Höchste Zeit für Hilfe, Ausführung an Schulen. „Ein wichtiges Projekt, das wir als Ministerium sicher weiter gern unterstützen,“ so Kinder- und Sport-Ministerin Kampmann.

Unterricht in Altendorf ist kein Zuckerschlecken. Rektor Frank Tollmien bilanziert: „Die Heinrich Strunk Schule ist eine zweizügige Grundschule mit 220 Schülern. Über 80 % mit Migrationshintergrund. 23 unser Schulkinder gelten als sogenannte Seiteneinsteiger mit keinen oder eher geringen Deutschkenntnissen.“

Logisch, dass Integration von Kindern hier nur eine der vielen Aufgaben ist, an denen sich das „Haus des Lernen“ und das Leitbild „Miteinander und Voneinander Lernen“ messen lassen muss. „Ohne Kooperationspartner ist dies nicht zu leisten. Eine wunderbare ganzheitliche Idee, den Bewegungswunsch, deren Begeisterung für sportliche Aktivitäten mit dem gezielten Erwerb von Sprache zu kombinieren. Motivierter und handlungsorientierter können Schüler gar nicht lernen.“ Und haste nicht gesehen, die Schüler können kaum abwarten, in die Turnhalle zu rennen…

Seit längerem zieht die Schule auch Sportstudenten an. „Die Ausführenden sind immer wieder nicht nur Lehrende sondern auch Lernende. Eine optimale Win Win Situation. Ich kann nur hoffen, dass dem Projekt eine langfristige Absicherung ermöglicht wird,“ so der Schulleiter.

Genug der Worte. Lasst Taten sehen. Eine Schülergruppe schlägt Rad. Singt „Wir sind anders als ihr. Na und?“ Mit Tuchschwingen schafft die Truppe Schwung, Stimmung im Raum. Britta Altenkampf, MdL, seufzt: „Wie süüüß!“ Vorführung aus dem Nachmittagsbereich. Auch die bunte Kinderschar aus dem Vormittagsbereich erntet hohe Lobestöne.

Beeindruckt gesteht Professor Dr. Gebken: „Wie taff diese Kinder sind. Welche Kraft durch kleine Projekte in solch schwierigem Stadtteilen entsteht…“ Braucht einen langen Atem. „Erst wenn ein Wort 50 x wiederholt wird, kann man es wirklich gebrauchen…“ fächert Sophie van de Sand auf, Mitarbeiterin von Ulf Gebken.

Von nix kommt nix“ Der Schulleiter zählt u. a. auf: „Zu unserer umfassenden Förderung gehört die Schülerschule, eine stadtteilbezogene Einrichtung, die während der Unterrichtszeit Deutschförderung in Kleingruppen anbietet, das Jugendamt und die Diakonie, die Sozial, Kompetenz und Beratungsangebote – auch für Eltern anbieten - die Katholische Familienbildungsstätte (Rucksackprojekt), die Elternbildung in der Schule anbietet, und Kommunale Integrationszentrum (KI), das uns einen Kulturcoach stellt, welche „Sprache durch Musik“ anbietet und natürlich der differenzierte und individualisierte Unterricht der Lehrerinnen und Lehrer meiner Schule.“

70000 Euro pro Jahr für alle vier Städte für zwei Jahre flattern in die Schulen. Appell von Tollmien: „Wie geht’s dann weiter? Das ist erst ein Anschub…
Zum Abschied an Britta Altenkamp: „In ihrer Position weiß man, wie man mal Bretter anbohren kann.“

Aufatmen bei Doris Eisenmenger, stellv. Bezirksbürgermeisterin und Wolfgang Weber: „Toll, dass das Projekt in Essen-Altendorf stattfindet. Sonst passiert so etwas immer in Altenessen.“
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 13.03.2017 | 09:24  
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