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Eltingviertel: Büste des Gründers bald zurück im Quartier?

Begegnung im schönen und grünen Eltingviertel auf dem Zwingliplatz bei einem Vonovia Event im letzten Jahr.
  • Begegnung im schönen und grünen Eltingviertel auf dem Zwingliplatz bei einem Vonovia Event im letzten Jahr.
  • Foto: Vonovia/Bierwald
  • hochgeladen von navos für Vonovia

Bochum, 06.05.2020. Die Geschichte hat ein bisschen von einem Kunstkrimi: Die überlebensgroße Büste von Hermann Elting, dem Gründer des Eltingviertels, kehrt voraussichtlich zu ihrem Ursprung zurück: nach Essen. Geplant ist, die Original-Büste im Ruhr-Museum und eine Replik im Eltingviertel aufzustellen.

In Gang gebracht hat diese Entwicklung der Urenkel des Unternehmers und Essener Stadtverordneten, Heinz-Hermann Elting de Labarre. „Ich war überrascht und begeistert, als der Urenkel von Hermann Elting spontan hier im Quartier vor unserer Tür stand und mir von der Büste und seiner Idee erzählte, sie zurück nach Essen zu bringen“, berichtet Ralf Feuersenger, Regionalleiter Essen-Mitte. Vonovia ist nun in Kooperation mit dem Ruhr Museum dabei, die Details und Formalitäten zu klären.

Wie aber kam die Elting-Büste nach Luxemburg, wo der 80-jährige Urenkel Heinz-Hermann Elting de Labarre mit seiner Familie lebt? Dazu ein Blick in die Geschichte:

Zwischen 1878 und 1887 wurde im neugotischen Stil das dritte Essener Rathaus gebaut – für die imposante Summe von mehr als einer Million Mark. „Zunächst war man sehr stolz auf das Gebäude und so ließen sich zehn der am Bau beteiligten Personen in Steinporträts verewigen, die an der Nordseite unterhalb des Dachsimses angebracht wurden“, erläutert Dr. Frank Kerner, stellvertretender Direktor des Ruhr Museums. „In dieser Höhe waren jedoch die in Essen bekannten Persönlichkeiten selbst in der überlebensgroßen Ausfertigung kaum zu erkennen.“ Das Rathaus wurde nach dem Verkauf des Grundstücks in den 1960er Jahren abgerissen – und die zehn Steinbüsten voneinander getrennt.

Die Büste von Hermann Elting gelangte in den Garten der Familie Elting de Labarre in Luxemburg, vier weitere in den Besitz des Ruhr Museums: Arnold Steingröver, Johann Wilhelm Schürenberg und Gustav Schmemann waren Mitglieder der Baukommission, Peter Zindel Architekt.

Nur eine Büste bleibt verschwunden...
„Vier weitere ‚Rathausköpfe‘ sind dann später in den Besitz des Ruhr Museums gelangt“, beschreibt Dr. Frank Kerner. „Zurzeit verfügen wir über acht Exemplare. Von den insgesamt zehn „Rathausköpfen“ fehlen nur noch die Porträts von Karl Koenig und eben Hermann Elting.“ Das Porträt von Karl Koenig sei leider verschollen.

Nun also könnte die Elting-Büste in absehbarer Zeit wieder den Weg nach Essen finden. Ralf Feuersenger: „Die Elting-Büste hat für uns eine große Bedeutung. Sie steht stellvertretend für die Identität des Viertels und unser uneingeschränktes Bekenntnis zum Quartier.“ Ein möglicher Standort der Replik könnte der Eltingplatz sein. Er soll nächstes Jahr im Rahmen des städtischen „Realisierungswettbewerbs Eltingplatz/Eltingstraße“ neu strukturiert werden. „Dort wäre die Büste des Namensgebers dann im wahrsten Sinne an ihrem Platz“, ergänzt Michael Klöpsch, Regionalbereichsleiter von Vonovia.

Eltingviertel: Ein Quartier mit langer Geschichte
Im Essener Nordviertel ließ Hermann Elting Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Wohnhäuser errichten. Dort lebten zunächst die Arbeiter der benachbarten Zeche Victoria Mathias, später dann RWE-Mitarbeiter. Vonovia (damals noch Deutsche Annington) kaufte den Bestand von rund 1.400 Wohnungen auf und startete schließlich im Jahre 2015 die Quartiersentwicklung.

Seitdem ist im Eltingviertel einiges geschehen. Das ehemals „schwierige“ Viertel ist als erste Quartiersentwicklung von Vonovia mittlerweile eines der Vorzeigeprojekte des Unternehmens. Das Viertel wird in mehreren Etappen modernisiert. Im ersten Zuge wurde der „Victoriahof“ fertiggestellt. Neben neuen Balkonen, Fenstern und Wärmedämmungen hat Vonovia den Innenhof unter Einbindung der Bewohner erneuert und Fernwärmeanbindungen installiert. So konnte bei den Nebenkosten eingespart und ein günstiges Mietpreisniveau gehalten werden.

Auch der Zwingliplatz erstrahlt mittlerweile in neuem Glanz. „Vormals recht trostlos, gibt es heute eine Terrasse zur öffentlichen Nutzung, ein Café und eine Arztpraxis“, so Michael Klöpsch. „Überhaupt waren und sind wir sehr darauf bedacht, den architektonischen Charme des Viertels zu wahren und nach Möglichkeit die historischen Fassaden zu erhalten.“ Heute beheimatet das Eltingviertel rund 8.200 Einwohner.

„Und auch in Zukunft ist noch einiges geplant“, kündigt Ralf Feuersenger an. „In einem nächsten Abschnitt werden beispielsweise der Berne- und Eltinghof modernisiert und neue Wohngebäude mit einer Wohnfläche von fast 5.000 Quadratmeter entstehen.“

Kulturelles Engagement im Quartier
„Damit hört die Quartiersentwicklung aber nicht auf. Wir übernehmen Verantwortung im Viertel, auch danach“, so Feuersenger. Es gibt sowohl frei finanzierte als auch öffentlich geförderte Wohnungen, in denen die verschiedensten Bevölkerungsgruppen zusammenleben. Die Mieterschaft reicht von der Studentin über die Kleinfamilie bis zum Rentner. Um das Gemeinschaftsleben im Quartier zu fördern, begleitet und initiiert Vonovia Sozial-, Kultur- und Kunstprojekte. Die TrinkhallenTour Ruhr, bei der sich Bewohner draußen vor der dem Kiosk zu Getränk und live-Musik treffen, oder auch das von Vonovia angemietete Atelier „hermann“. Dort finden wechselnde Künstler Raum und Gelegenheit, ihr Schaffen zu präsentieren. Ein weiteres Projekt ist der „Vonovia-Skulpturenwettbewerb“. Eine der preisgekrönten Skulpturen, erschaffen aus Alltagsgegenständen der Bewohner des Eltingviertels, ziert nun den Zwingliplatz.

Autor:

navos für Vonovia aus Düsseldorf

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