Ökumenisches Gedenken an die Reichspogromnacht
Für eine tolerante und solidarische Welt

Zum Abschluss der Gottesdienstes waren die Besucher*innen eingeladen, ihre Gebete des Gedenkens und Wünsche für eine tolerantere Welt als Fürbitte still vor Gott zu bringen und dabei eine Vigilkerze zu entzünden.
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  • Zum Abschluss der Gottesdienstes waren die Besucher*innen eingeladen, ihre Gebete des Gedenkens und Wünsche für eine tolerantere Welt als Fürbitte still vor Gott zu bringen und dabei eine Vigilkerze zu entzünden.
  • Foto: Kirchenkreis Essen/Achim Pohl
  • hochgeladen von Stefan Koppelmann

Lichtpunkte und Hoffnungszeichen zu setzen ist gerade in diesen Tagen wichtig! Die Corona-Pandemie und ihre Folgen bestimmen weitgehend unseren Alltag, im Privaten und Beruflichen. Und doch bleiben dringende gesellschaftliche Aufgaben, die nicht vernachlässigt werden dürfen: Die Erinnerung an die dunklen Kapitel unserer Geschichte, an die Auswirkungen von Antisemitismus und Gewaltherrschaft, und demgegenüber das Eintreten für Weltoffenheit, Toleranz und Solidarität gehören gerade unbedingt dazu. Deshalb haben Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen am Montagabend im Essener Dom an die Schrecken der Reichspogromnacht im nationalsozialistischen Deutschland erinnert und der jüdischen Opfer gedacht.

In der Feier, die die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Essen (ACK Essen) seit vielen Jahren veranstaltet und die in diesem Jahr unter der Überschrift „Angst vor dem Unbekannten?“ stand, ging es um Träume – den Alptraum, den die Ausschreitungen am 9. November 1938 für die Essener Juden bedeuteten, und die guten Träume von einer besseren Welt, in der Menschen unabhängig von Herkunft, Glaube und Religion, Nationalität und sexueller Identität anerkannt und akzeptiert werden und gleichberechtigt leben. Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Schulzentrums Am Stoppenberg hatten sich während einer Projektwoche gegen Rassismus und rechte Gewalt darüber Gedanken gemacht, wie die „Angst vor dem Unbekannten“, eine Quelle für Ausgrenzung und Herabwürdigung, überwunden werden kann: Indem wir zueinander finden und die Begegnung suchen, uns einander neugierig und offen zuwenden und gemeinsam den Mut finden, gegen Rassismus und Intoleranz aufzustehen. Die Ideen, Träume und Antworten aus dem Schulzentrum waren im Gottesdienst auch in künstlerischer Form, als gesprayte Bilder, präsent.

Zum Abschluss waren die Besucher*innen des Gottesdienstes eingeladen, ihre Gebete des Gedenkens und Wünsche für eine tolerantere Welt als Fürbitte still vor Gott zu bringen und dabei eine Vigilkerze zu entzünden.

Die Leitung des Gottesdienstes hatten Kaplan Maximilian Strozyk, Seelsorger am Bischöflichen Schulzentrum Am Stoppenberg, und Pfarrer Lars Linder, Vorsitzender der ACK Essen. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft und aus den in ihr vertretenen Kirchen und Gemeinden wirkten an der Feier mit. Für die musikalische Gestaltung sorgte das BE-Sound-Trio des Bistums Essen. Die Stadt Essen war durch Oberbürgermeister Thomas Kufen und Muchtar Al Ghusain, Beigeordneter für Jugend, Bildung und Kultur, vertreten; für den Kirchenkreis Essen waren Superintendentin Marion Greve, Assessor Heiner Mausehund und Skriba Silke Althaus in die Domkirche gekommen. Das Katholische Kirche in Essen wurde durch Stadtdechant Jürgen Schmidt repräsentiert.

Alle Fotos: Kirchenkreis Essen/Achim Pohl, herzlichen Dank!

Autor:

Stefan Koppelmann aus Essen-Nord

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