Zukunft von Kunstwerkerschule ungewiss
Bürger kämpfen trotz Ratsbeschlusses um alte Schule

Die Kunstwerkschule - hier ein Archivbild - wollen viele Menschen in Bergerhausen und Umgebung erhalten.
  • Die Kunstwerkschule - hier ein Archivbild - wollen viele Menschen in Bergerhausen und Umgebung erhalten.
  • Foto: Debus-Gohl
  • hochgeladen von Christian Schaffeld

Im Jahr 1922 wurde die Kunstwerkerschule im Stadtteil Bergerhausen erreichtet, seit 22 Jahren wohnt dort Künstler Jürgen Paas. Ein Ratsbeschluss vom 10. Juli macht jetzt den Weg für einen Investor frei. Ob dieser die ehemalige Schule erhalten wird? Fraglich! Die Anwohner und der Verein Freie Alternative Schule kämpfen jedoch weiter für den Erhalt des historischen Gebäudes.

Seit zwei Jahren zieht sich mittlerweile die Ungewissheit, ob das alte Backsteingebäude auf der Kunstwerkerstraße abgerissen wird oder erhalten bleibt. Die Anwohner aus dem Stadtteil kämpfen für den Erhalt. Auch der Anfang 2016 gegründete Verein Freie Alternative Schule (FASE) setzt sich dafür ein. "Wir kämpfen weiter um einen eigenen Investor, der es nicht nur wegen des Profits macht, sondern dem soziale Projekte wichtig sind", sagt Vereinsmitglied Sandra Noa.

Reggio-Schule soll errichtet werden

Die 41 Jährige und ihr Verein wollen das Gebäude erhalten, um dort eine Reggio-Schule zu errichten. "Die Reggio-Pädagogik wird hauptsächlich in Kitas angewandt. Sie hat ein anderes Menschenbild. Die Kinder lernen nicht für Belohnungen oder Bestrafungen wie Noten. Bei uns wird der Entdeckungsdrang der Kinder gefördert.", erklärt Noa die Idee. Zudem wird der Raum quasi als dritter Erzieher angesehen. Das bedeutet, dass neben den Lernbegleitern immer auch Räume als wesentliche Impulse für Lernprozesse und Entwicklung angesehen werden.Als Raum wird auch die Natur angesehen. Und hier kommt wieder die Kunstwerkerschule zum Einsatz.

Natur kommt Schulform entgegen

"Es ist einfach das perfekte Gebäude für diese Schulform. Die Stadt sagt, dass das Außengelände verwildert sei. Dabei sind die Pflanzen und Tiere für unsere Naturpädagogik toll", so Noa. Doch ob der Verein die Idee so umsetzen kann ist fraglich. Ein Ratsbeschluss vom 10. Juli hat den Weg für einen Investor frei gemacht. Darin ist nicht geregelt, wie das Areal genutzt werden soll. Heißt: Ein möglicher Investor kann die alte Schule abreißen und durch eine Neubausiedlung ersetzen. Das stößt auch bei Bezirksbürgermeister Gerhard Barnscheidt auf Unverständnis. "Das ist eine Identifikationsstätte für die Menschen aus dem Stadtteil, die auf einmal wegbricht. Der Beschluss hätte beinhalten müssen, dass die Schule erhalten bleibt." Doch das ist nicht der Fall. "Wir sind sehr enttäuscht da es zeigt, dass der Rat der Stadt die Pläne der Bezirksvertretung 2 nicht berücksichtigt", sagt Sandra Noa.

Stadt macht Hoffnung auf Erhalt der Schule

Die Stadt macht derweil Hoffnung auf einen Erhalt der Schule. "Nachdem der Bebauungsplan Rechtskraft erlangt hat, ist vorgesehen, das Grundstück auf der Grundlage des Bebauungsplanes zu vermarkten. Dieser sieht dabei auch die Möglichkeit vor, das ehemalige Schulgebäude zu erhalten. Um eine große Anzahl von interessierten Investoren zu erreichen, werden die Verkaufsabsichten der Stadt Essen veröffentlicht und die Rahmenbedingungen sowie die Auswahlkriterien bekanntgegeben", sagt Katharina Steffens aus der Presseabteilung der Stadt. Die Anwohner in Bergerhausen haben große Bedenken vor einer Überbauung des Stadtteils und kämpfen daher mit aller Macht um den Erhalt der Kunstwerkerschule. "Die Anwohner stehen alle hinter uns. Der Stadtteil darf nicht weiter zugebaut werden", sagt Oliver Ottmnann von der Bezirksvertretung 2, der selbst an der Kunstwerkerschule wohnt.

"Die Entscheidung ist kontraproduktiv"

Er ergänzt: "Die Entscheidung des Rats ist für unsere Vorschläge kontraproduktiv. Wir waren noch nie Nein-Sager, aber irgendwann reicht es. Es fehlen im Stadtteil Schulen und Kindergärten." Außerdem weisen die Anwohner die Stadt auf das angrenzende Landschaftsschutzgebiet hin. Das Kleinod soll unbedingt erhalten bleiben. Doch ob das geschieht, entscheidet der Investor. "Es wäre toll wenn es ihm vor Rendite um Substanz ginge", äußert sich Ottmann optimistisch. "Die bereits durch den zuständigen Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung (ASP) aufgestellte Forderung, das Grundstück auch mit Erhalt des Gebäudes zu vermarkten, findet dabei selbstverständlich Berücksichtigung. Die Verkaufsentscheidung wird ebenfalls vom Rat und seinen Ausschüssen getroffen. Die Bezirksvertretung wird diesbezüglich erneut angehört werden", so Steffens. Hier kommen also auch Gerhard Barnscheidt und Oliver Ottmann nochmal zu Wort. Wann das jedoch ist, ist derzeit noch offen.

Autor:

Christian Schaffeld aus Oberhausen

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