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Essen hat Kufen gewählt

Um 23.16 Uhr stand fest: Amtsinhaber Thomas Kufen wurde mit 54,27 Prozent der Stimmen wiedergewählt als Essener Oberbürgermeister. 
Foto: Bangert
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Spannende Kommunalwahlen. Wie haben die Menschen abgestimmt? Thomas Kufen soll in den nächsten fünf Jahren Essener Oberbürgermeister sein. Er könnte im Rat auf eine schwarz-grüne Mehrheit zurückgreifen.

Morgens um 8 Uhr öffneten die Wahllokale. Um 18 Uhr wurden sie geschlossen, dann begann die Auszählung der abgegebenen Stimmen. 446.384 Essener waren dazu aufgerufen, ihrem Bürgerrecht nach zu kommen und zu wählen. Sicherlich bedingt durch die Covid19-Einschränkungen hatten sich rund 93.000 Personen Briefwahlunterlagen ausstellen lassen. Die anderen waren dazu aufgerufen, sich ausgerüstet mit Mund-Nasen-Schutz und eigenem Kugelschreiber in ihr Wahllokal zu begeben. Lange Warteschlangen vor der Tür inklusive.
Neben der Wahl des Oberbürgermeisters sollte auch über die Zusammensetzung von Rat, Bezirksvertretungen, Ruhrparlament und Integrationsrat abgestimmt werden. Früh zeichnete sich ab, dass die Wahlbeteiligung sehr der von 2014 ähnelt. Damals hatten die Kommunalwahlen mit den Europawahlen zusammen gelegen. Lag die Wahlbeteiligung um 12 Uhr mit 18,0 Prozent noch knapp unterm Wert von 2014, stieg sie nachmittags deutlich auf 40,8 Prozent.

Wer wird Stadtoberhaupt?

Spannend die Frage um das zukünftige Stadtoberhaupt. Neben Amtsinhaber Thomas Kufen (CDU) traten noch an: Oliver Kern (SPD), Mehrdad Mostofizadeh (Grüne), Daniel Kerekeš (DIE LINKE), Harald Parussel (AfD), Dr. Karlgeorg Krüger (FDP), Annie Tarrach (Die Partei), Detlef Fergeé (NPD) und Peter Köster (DKP). Sollte keiner der Bewerber mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten, findet am 27. September eine Stichwahl statt. Teilnehmen werden die beiden Bewerber, die bei der ersten Wahl die höchsten Stimmenzahlen erhalten haben.
Elf Tage vor den Kommunalwahlen in NRW sahen die Meinungsforscher von infratest dimap im Auftrag des WDR sowie mehrerer Tageszeitungen eine klare Entscheidung um das Amt des Oberbürgermeistes voraus. Sie prognostizierten satte 60 Prozent Zustimmung für Thomas Kufen und für seine Herausforderer Oliver Kern (15) und Mehrdad Mostofizadeh (13) deutlich das Nachsehen. Doch Prognosen spiegeln nur ein Meinungsbild wieder. Am Morgen des Wahltages lud Thomas Kufen die Essener über die sozialen Medien dazu ein, zur Abstimmung zu gehen: „Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch und gestalten Sie die Zukunft unserer Stadt mit.“ Das sah Oliver Kern ähnlich und meinte: „Die Wahllokale sind offen. Los geht’s.“ Mehrdad Mostofizadeh betonte: „Heute wählen gehen. Jede Stimme zählt.“

Das große Warten

Um 18 Uhr begann das große Warten. Zuerst sollten die Stimmen der Oberbürgermeisterwahl ausgezählt werden.  Eine erste Einschätzung für ganz NRW: Die CDU hat nach einer Prognose des WDR-Fernsehens die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen gewonnen. Die Christdemokraten kommen danach auf 36 Prozent. Die SPD liegt mit 23,5 Prozent auf Platz zwei. Die Grünen erreichen 19 Prozent. Ab 18.30 Uhr trudelten die ersten Schnellmeldungen für Essen ein. Zunächst lag Kufen mit 54,48 Prozent vorn. Um 19 Uhr waren es knapp mehr als die Hälfte aller Stimmen. Gegen 19.45 Uhr festigte sich immer mehr die Möglichkeit, dass der Amtsinhaber direkt im ersten Wahlgang gewinnen könne. Ihm wurden nach Auszählung von drei Viertel der Stimmen 52,04 Prozent an Zustimmung signalisiert. Inzwischen kamen auch erste valide Zahlen für die Ratswahl: Hier liegt die CDU bei 32,06 Prozent, gefolgt von der SPD mit 24,04 und den Grünen mit 18,28 Prozent. Die AfD liegt bei 9,47 Prozent und die restlichen Parteien vereinen insgesamt 16,14 Prozent auf sich.
Aufgrund der vielen verschiedenen Wahlen und etlichen Verzögerungen vor Ort stand das Ergebnis der OB-Wahl auch um 20.30 Uhr noch aus. Zu diesem Zeitpunkt lag Thomas Kufen aber mit 52,47 Prozent schon auf Siegerkurs. 
Die CDU feierte in Kettwig auf dem Hof von Bauer Im Brahm. Thomas Kufen durfte dort um 21.30 Uhr erste Gratulationen entgegen nehmen. Allen voran ein Überraschungsgast: Ministerpräsident Armin Laschet gesellte sich zu den Essener Christdemokraten. Derweil wartete Essen weiter auf die endgültigen Ergebnisse. Bei den Ratswahlen gewann die CDU ein Drittel der Stimmen und ist damit stärkste Partei. Es folgen SPD mit 24,64 und Grüne mit 18,54 Prozent. Damit wäre im Rat der Stadt Essen eine schwarz-grüne Mehrheit erreicht. Interessant dürfte es dennoch werden. Hier holten sehr viele Christdemokraten Direktmandate, sodass möglicherweise die Reserveliste überhaupt nicht ziehen wird.

Um 23.16 Uhr war Kufen gewählt

Auch um 23 Uhr war das vorläufige Endergebnis der OB-Wahl noch nicht erreicht, denn es fehlten noch je eine Meldung aus Heisingen und aus Kray. Allerdings war bei dem Zwischenstand längst klar, dass Thomas Kufen Oberbürgermeister der Essener bleibt. Um 23.16 Uhr dann die letzte Meldung: Thomas Kufen (CDU) wurde mit 54,27 Prozent der Stimmen zum Oberbürgermeister der Stadt Essen wiedergewählt. Ihm folgen Oliver Kern (SPD) mit 20,26 und Mehrdad Mostofizadeh (Grüne) mit 12,19 Prozent. Deutlich dahinter liegen in dieser Reihenfolge Harald Parussel (AfD), Daniel Kerekeš (DIE LINKE), Annie Tarrach (Die Partei), Dr. Karlgeorg Krüger (FDP), Peter Köster (DKP) und Detlef Fergeé (NPD) .

Um 23.16 Uhr stand fest: Amtsinhaber Thomas Kufen wurde mit 54,27 Prozent der Stimmen wiedergewählt als Essener Oberbürgermeister. 
Foto: Bangert
Grafik: Archiv Lokalkompass.de
Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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