Skandal um Verbrennung von giftigen Raffinerie-Rückständen - auch Essen und Gelsenkirchen betroffen
Tierschutzpartei: Kommunaler Energiekonzern STEAG brachte giftigen Abfall in die eigenen Kommunen

Das neue Jahr ist noch nicht alt, da rollt bereits der erste Giftmüll-Skandal an. In diesem Fall geht es um die Verbrennung von hochgiftigen Raffinerie-Abfällen der Firma Shell, die jahrelang unter dem unverfänglichen Tarnnamen 'Petrolkoks' u.a. in Kohlekraftwerken und anderen industriellen Verbrennungsanlagen 'entsorgt' worden sind. Eine signifikante Rolle spielt dabei ausgerechnet der kommunale Energiekonzern STEAG.

Tarnname zur Erleichterung des Verkaufs von hochgefährlichem Abfall
"Wie sich aus einem aktuellen Bericht des Umweltministeriums NRW ergibt, sind offenbar jahrelang hochgefährliche Raffinerie-Rückständen aus Anlagen des Shell-Mineralölkonzerns unter der Bezeichnung 'Petrolkoks' zu Verbrennungszwecken, als 'Brennmaterial' verkauft worden," erläutert Sandra Lück, Landesvorsitzende der Partei Mensch Umwelt Tierschutz - Tierschutzpartei NRW. "Raffinerie-Abfälle als 'Petrolkoks' zu vermarkten und zu verkaufen erscheint hier besonders perfide," rügt in aller Schärfe der Gelsenkirchener Jörg Etgeton, landespolitischer Sprecher für Umwelt und erneuerbare Energien, langjähriger Aktivist gegen Ölpellet-Verbrennungen in Gelsenkirchener Verbrennungsanlagen. Unfassbar, so die Tierschutzpartei, sei allerdings insbesondere auch, dass die Bezirksregierung Köln die Anmeldung des Verbrennung(un)gutes als 'Petrolkoks' ohne weiteres akzeptiert und genehmigt habe. Denn vom tatsächlichen 'Petrolkoks' unterschied sich der gelieferte giftigen Abfall durch deutlich höhere Gehalte an Nickel, Vanadium und Schwefel.

Zahlreiche Städte betroffen - Umweltskandal erheblichen Ausmaßes in NRW
Laut Mitteilung des Ministeriums sind u.a. Essen, Gelsenkirchen, Herne, Lünen, Bottrop, Duisburg, Marl, Moers, Castrop-Rauxel, Krefeld, Ratingen, Dinslaken, Köln betroffen - eine flächendeckende Belastung der Bevölkerung also durch die Verbrennung hochgiftiger Raffinerie-Abfallprodukte. Die Verbrennungen erfolgten in mehreren Kraftwerken, einer Zinkhütte sowie mehreren Ziegeleien.

Essener Ratsfraktion der Tierschutzpartei fordert umfassende Aufklärung
"Die Ratsfraktion der Tierschutzpartei Essen fordert eine umfassende Aufklärung, wann, wo und in welchen Mengen in Essen die hochgiftigen Raffinerie-Abfälle verbrannt worden sind, des Weiteren, ob dieser unsägliche Vorgang insgesamt gestoppt wurde," betont Elisabeth Maria van Heesch, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion Tierschutz im Rat der Stadt Essen. Im besonderen Maße irritierend sei, dass ausgerechnet der kommunale Energiekonzern STEAG Abnehmer der giftigen Abfalls gewesen sei - über ihre Tochterfirma Mineralplus aus Gladbeck. "Mit anderen Worten: Die Kommunen selbst als Anteilseigner von STEAG haben sich das Gift ins eigene Haus, die eigenen Städte geholt," so deutlich wie empört Sandra Lück, Landesvorsitzende der Tierschutzpartei NRW. Fürsorge für die Bürgerschaft sehe anders aus - prangert die Tierschutzpartei an.

Autor:

Elisabeth Maria van Heesch aus Essen

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