Neue Verkehrsführung sorgt für Verwirrung
Umweltspur und Protected Bike Lane sollen die Stadt zukunftsfähiger machen

V. l. n. r.: Uwe Bonan, Geschäftsführung Ruhrbahn, Simone Raskob, Geschäftsbereichsvorstand Umwelt, Verkehr und Sport, Oberbürgermeister Thomas Kufen und Michael Feller, Geschäftsführung Ruhrbahn bei der Eröffnung der Umweltspur.
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  • V. l. n. r.: Uwe Bonan, Geschäftsführung Ruhrbahn, Simone Raskob, Geschäftsbereichsvorstand Umwelt, Verkehr und Sport, Oberbürgermeister Thomas Kufen und Michael Feller, Geschäftsführung Ruhrbahn bei der Eröffnung der Umweltspur.
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Autofahrer auf der Schützenbahn müssen sich zukünftig umstellen, denn seit Dienstag sind die Umweltspur und Protected Bike Lane (übers. geschützte Fahrradspur) eröffnet und damit gilt insbesondere auf Höhe der Rathaus-Galerie eine geänderte Verkehrsführung.

Essens erste Umweltspur erstreckt sich auf der Schützenbahn vom Varnhorstkreisel im Süden bis zur Gladbecker Straße im Norden und kann von Bussen und Radfahrenden zwischen den südlichen Stadtteilen, insbesondere Huttrop, Steele, aber auch Rüttenscheid und der Innenstadt sowie der Universität genutzt werden. 1,5 Kilometer ist die Umweltspur damit lang und mit einer Breite von 4,75 m bietet sie genügend Platz für Busse und Fahrradfahrer. Autos sind darauf nicht vorgesehen, wie die Straßenbeschriftung deutlich macht. “Es ist eine Maßnahme aus dem Vergleich zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt Essen sowie der Deutschen Umwelthilfe zur Umsetzung des Luftreinhalteplans. Hier haben die Radfahrer Vorrang”, so Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der Eröffnung. Erst Ende Mai hatte sich der Rat der Stadt Essen für die Umsetzung der Umweltspur auf der Schützenbahn sowie der Protected Bike Lane auf der Bernestraße ausgesprochen. Die schnelle Umsetzung ist auch auf die Projektanforderungen zurückzuführen. Die Kosten für die Umweltspur betragen insgesamt 2 Millionen Euro, die Protected Bike Lane, inklusive der Rampe im Bereich Weiglestraße/Bernestraße, 458.000 Euro. Mit den restlichen Mitteln aus dem Vergleich baute die Stadt Essen die Bushaltestelle Viehofer Platz barrierefrei aus, erneuerte zwei Lichtsignalanlagen und entschärfte eine Unfallhäufungsstelle im Varnhorstkreisel.​
Zu den Zielen der Umsetzung der Umweltspur zählen unter anderem die Beschleunigung des ÖPNV sowie des Fahrradverkehrs, aber auch die Senkung der Umweltbelastungen in der Innenstadt. Es sei eine “zentrale Maßnahme” zur Verbesserung der Situation, sagt Simone Raskob, Geschäftsbereichsvorstand Umwelt, Verkehr und Sport, “Damit können wir die Jahreswerte einhalten und mehr Räder bedeuten weniger Belastung. ”So könnten, das ist die Hoffnung, Fahrverbote aufgrund überschrittener Grenzwerte, verhindert werden. 
Auch bei der Ruhrbahn steht man in den Startlöchern: "Insgesamt sechs Ruhrbahn-Buslinien, bis zu 30 Busse pro Stunde und Richtung, befahren nun die erste Essener Umweltspur", so Uwe Bonan, Geschäftsführer der Ruhrbahn. "Dazu sind entlang der Strecke alle Lichtsignalanlagen auf Beschleunigung für den ÖPNV umgestellt worden. Wir können so unsere Fahrzeiten präziser einhalten, da wir uns in einem hochbelastetem Verkehrsraum keinen Stau und keine Störung einfahren."
Staus soll es nicht geben, so heißt es aus den zuständigen Ämtern, denn dem Projekt läge eine intelligente Planung zugrunde, bei der die Kapazitäten des zweispurigen Tunnels, der nun den vollständigen PKW-Verkehr auffangen muss und unterhalb der Schützenbahn verläuft, berücksichtigt wurden. Derzeit stehen unter der Unterführung noch Warnbarken, die den Fahrern die neue Verkehrsführung anzeigen sollen. Doch schon während des kurzen Pressetermins umfuhren rund zehn Fahrzeuge diese Hinweisgeber und folgten der gewohnten Straßenführung. “Ab in zwei Wochen werden Polizei und Ordnungsamt hier auch kontrollieren”, kündigt Andreas Demny vom Amt für Straßenverkehr an und verweist auf den aktuellen Bußgeldkatalog. Eine Information über die Änderungen an die Hersteller von Navigationsgeräten sei bereits erfolgt, allerdings dauere die Umsetzung erfahrungsgemäß eine Weile. Unterdessen gelte es, die jahrzehntelangen Gewohnheiten zugunsten der Umwelt, aber auch der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer abzulegen. Auch Taxen und E-Fahrzeuge sind auf der neuen Spur nicht erlaubt, um den Verkehr deutlich zu verringern.
Zusätzlich wurde an der Gerlingstraße eine Radschleuse gebaut, die es unsicheren Radfahrern ermöglicht, sich sicher in den Verkehr einzufädeln. Über eine Rampe gelangen sie auf die sogenannte Protected Bike Lane gelangen. Zudem besteht für geübte Radler die Möglichkeit wie gewohnt die Straße zu nutzen.
An beiden Örtlichkeiten erfolgen in den nächsten Tagen abschließende Restarbeiten. Im Anschluss kann die Stadt Essen auf ein erfolgreich umgesetztes Projekt blicken. Ob es sich gelohnt hat, wird hingegen die Zukunft zeigen müssen.

Autor:

Meike Coenders aus Essen

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