Der Marktführer ändert seine Spritpreis-Strategie zugunsten E10
Aral erhöhte den Super-Preis E5 aus "politischen Gründen"

Seit Montag verlangt Aral für E5 einen Cent mehr. Inzwischen haben Jet und andere nachgezogen. Foto: Marc Keiterling
  • Seit Montag verlangt Aral für E5 einen Cent mehr. Inzwischen haben Jet und andere nachgezogen. Foto: Marc Keiterling
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Zu Jahresbeginn hoben zahlreiche Mineralölgesellschaften den Preis für den Bio-Kraftstoff E10 auf das Niveau des Tarifs für das Super E5-Benzin an (Lokalkompass berichtete). Vorneweg der deutsche Marktführer Aral - nun ändert das Unternehmen aus dem BP-Konzern seine Strategie. Seit dem gestrigen Montag, 20. Januar, ist an Essens Aral-Tankstellen wieder ein Preisunterschied auszumachen. Nach einer "politischen" Erhöhung beim E5. 

Nicht die seit Jahren üblichen zwei Cent liegen bei den blauen Tankstellen jetzt zwischen E5 und E10 - es ist nun ein Cent. Tageszeit, Autobahnnähe und Lage des direkten Mitbewerbers lassen auch innerhalb einer Stadt die bekannt enormen Unterschiede erkennen. 

Als Ursache der Preiserhöhung für das ohnehin wenig gefragte E10 gilt laut Mineralölwirtschaftsverband (MWV) unter anderem eine Veränderung im Biokraftstoffquotengesetz, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist. Hiermit soll nach Staatswillen die Klimaschutzquote des Straßenverkehrs erhöht werden. Die Branche ist vom Bund angehalten, die Treibhausgase der Fahrzeuge ab 2020 um sechs Prozent jährlich zu mindern, dies stellt gegenüber 2019 eine Erhöhung um zwei Prozent dar. Die Erreichung dieses Ziels erfordere eine höhere Beimischung von teureren Bio-Komponenten wie Bioethanol für Benzin. 

Zusätzlich haben Dänemark und Ungarn nun auch Bio-Kraftstoffe im Angebot, womit die Nachfrage auf dem Gesamtmarkt steigt. Höhere Nachfrage ergibt einen höheren Preis. Zusätzlich ist Ethanol 2019 um etwa 15 Prozent teurer geworden, ein deutlicher Unterschied zu den Benzinprodukten. Dieses Zusammenspiel führt zu einer weiteren relativen Verteuerung des Ethanol-Anteils.

Aral teilt auf Nachfrage mit, dass man mit dem um ein Cent erhöhten Preis von E5 gegenüber E10 eine Art "Steuerung" vornehmen will. Auf Sicht gesehen müsse man die "Bio-Quote" erfüllen, dies gelänge am ehesten über einen verstärkten Absatz von E10. Der Anreiz ist der nun wieder günstigere E10-Preis, voll zu Lasten aller Autofahrer allerdings, die den nun aus "politischen" Gründen zusätzlich verteuerten E5-Kraftstoff tanken. 

E10 verfügt über einen Bioethanolgehalt von bis zu zehn Prozent. Wie weit die Grenze bisher ausgereizt wurde kann auch der MWV nicht sagen. Es sei aber vor dem Hintergrund des modifizierten Biokraftstoffquotengesetzes davon auszugehen, dass sich der Bioanteil nun tatsächlich dem Grenzwert annähere.

Autor:

Marc Keiterling aus Essen

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