Frauenfußball
SGS Essen träumt von der Champions League

Turid Knaak (hier im Duell mit der Wolfsburgerin Claudia Neto)  und die SGS spielen eine bärenstarke Saison.
  • Turid Knaak (hier im Duell mit der Wolfsburgerin Claudia Neto) und die SGS spielen eine bärenstarke Saison.
  • Foto: SGS/Gohl
  • hochgeladen von Christian Schaffeld

Frauen-Bundesligist SGS Essen steht nach einer starken Hinrunde auf dem dritten Tabellenplatz. Trotzdem bleiben die Verantwortlichen ganz bewusst auf dem Boden. Wir sprachen mit SGS-Manager Philipp Symanzik über die Vorbereitung auf die Rückrunde, den anstehenden Trainerwechsel sowie den Traum vom ganz großen Coup.

Herr Symanzik, Sie stehen nach einer starken Hinrunde auf dem dritten Tabellenplatz der Bundesliga. Damit kann man mehr als zufrieden sein, oder?

Nicht ganz. Das Aus im DFB-Pokal tat schon sehr weh. Wir wären gerne bis ins Finale nach Köln gekommen, aber es sollte eben nicht sein. Punktemäßig haben wir uns trotz großer Verletzungssorgen im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Damit sind wir natürlich zufrieden.

Am Wochenende hat Ihre Mannschaft im Test gegen den MSV Duisburg mit 4:2 gewonnen. Eine erfolgreiche Vorbereitung also?

Dass wir das Spiel gewonnen haben war gut, wobei unsere Testspiele alle erfolgreich waren. Wir haben unter anderem gegen ein männliches Team aus der Niederrheinliga getestet. Da haben die Mädels physisch extrem stark gegen gehalten.

Gegen Duisburg lagen Sie allerdings 0:2 hinten...

Das wichtige ist aber die nach dem Rückstand gezeigte Reaktion, wobei der Platz aufgrund der Witterung in keinem idealen Zustand war. Mit der Zeit haben wir aber immer mehr Zug zum Tor entwickelt und uns den Sieg so verdient.

Wie froh sind Sie, dass am 17. Februar die Saison weitergeht?

Wir freuen uns natürlich alle, dass die Pille endlich wieder rollt.

Mit Hoffenheim und Potsdam treffen Sie in den nächsten Wochen auf zwei direkte Konkurrenten. Wie wegweisend werden diese Spiele sein?

Es ist schön für die Zuschauer, dass wir direkt mit einem Heimspiel starten. Aber gegen die TSG wird es eine ganz knifflige Aufgabe. Das ist eine Mannschaft, die sich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt hat. Zu Potsdam brauche ich, glaube ich, gar nicht viel zu sagen. Mit ihrer riesigen Tradition sind sie immer ein unangenehmer Gegner – und gemeinsam mit uns die einzigen, die gegen Wolfsburg diese Saison bestehen konnten.

Am Tag des Hoffenheim-Spiels trifft der FC Bayern auf den VfL Wolfsburg. Sie haben schon zweimal gegen Wolfsburg gespielt. Können Sie da nochmal angreifen?

Fragen Sie mich das am 12. Mai nochmal. Klar ist aber, dass wir zunächst nur auf uns schauen. Das hat uns in den vergangenen Monaten stark gemacht.

Wolfsburg hat in dieser Zeit erst zweimal Punkte liegen gelassen. Unter anderem beim 0:0 gegen Ihre Mannschaft...

Ich bin immer noch total stolz auf die Mädels. Das war eine Energieleistung. Emotional bewerte ich den Punkt gegen den Champions-League-Finalisten Wolfsburg höher, als den 3:2 Sieg gegen Turbine Potsdam. Das war die vorläufige Krönung.

Und was wäre die Kür?

Am 12. Mai auf Platz zwei zu stehen. Klar ist, dass die Anderen Punkte liegen lassen werden und auch, dass wir zurecht dort oben stehen. Aber noch einmal: Druck verspüren wir keinen, den haben andere.

Aber ist man nicht als Dritter sowieso der gefühlte Meister. Bayern und Wolfsburg spielen doch in einer eigenen Liga...

Das würde ich so nicht unterschreiben, immerhin spielen beide in unserer Liga. Beide Teams spielen auf einem sehr hohen und konstanten Niveau, sind aber nicht unschlagbar. Außerdem habe ich für eine gefühlte Meisterschaft sowieso noch nie eine Medaille erhalten. Von daher fühle ich mich auch nicht so.

Die SGS ist eine gute Adresse als Ausbildungsverein. Sara Doorsoun und Lisa Weiß spielen mittlerweile in Wolfsburg beziehungsweise Lyon. Ist es nicht an der Zeit, Spielerinnen längerfristig an den Verein zu binden?

Natürlich sind die Beiden ein Verlust. Aber die Mannschaft hat die Abgänge als Kollektiv super kompensiert. Es gibt halt den Punkt, an dem wir finanziell nicht mehr mithalten können.

Manjou Wilde dagegen hat ihren Vertrag verlängert. Ein Schritt in die richtige Richtung?

Eine gewisse Fluktuation gibt es immer. Ziel ist es, heute schon die Weichen für morgen zu stellen. Manjou weiß, was sie an uns hat. Und der Verein weiß, was er an ihr hat. Das ist wie in einer guten Beziehung. Hier ist sie zur Bundesligastammspielerin gereift und mittlerweile Vizekapitän.

Ihr Trainer Daniel Kraus wechselt im Sommer zum SC Freiburg. Ein herber Verlust?

Na klar. Wir schätzen Daniel sehr und haben auch sehr offene sowie konstruktive Gespräche über eine Vertragsverlängerung geführt. Sein Abgang war keine Entscheidung gegen die SGS, sondern für Freiburg. Das ist nun mal für ihn der nächste Schritt. Der SC ist in vielen Bereichen anders aufgestellt, als wir es sind.

Mit Markus Högner kommt aus Wolfsburg ein alter Bekannter für die Nachfolge. Warum ist er der richtige Mann für den Posten?

Er hat eine riesige Erfahrung und eine ehrliche, offene Art. Zudem kennt er das Umfeld. Markus hat in den letzten drei Jahren beim DFB und in Wolfsburg neue Blickwinkel erhalten und wird diese mit Sicherheit auch bei uns einbringen. Zudem wird er uns in puncto Nachwuchsarbeit noch einmal einen weiteren Schub geben.

Abschließende Frage: Wie steht es um die Verletzung von Linda Dallmann?

Da gibt es leider schlechte Neuigkeiten. Sie hat erneut mit muskulären Problemen zu kämpfen und wird voraussichtlich bis auf Weiteres ausfallen.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Rückrunde!

Ich habe zu danken.

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