OCCUPY ist überall - Wolfgang Kraushaar vom Hamburger Institut für Sozialforschung analysiert die neue soziale Bewegung im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets

5. Juli 2013
18:00 Uhr
Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, 44789, Bochum
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Die Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi im Januar 2011 wurde zum unmittelbaren Auslöser der Revolution in Tunesien und in Folge sich weltweit ausbreitender Proteste gegen herrschende Regierungen. Parallel dazu bildete sich in Manhattan die Bewegung „Occupy Wall Street“, womit das Aufbegehren ins Epizentrum des internationalen Finanzkapitals gelangte.

Gestern Tunesien, heute Türkei oder Brasilien, morgen ...Der arabische Frühling begann 2011

Mittlerweile ist die Bewegung auch in der Türkei und Brasilien angekommen. In der Türkei entzündeten sich die jüngsten Proteste an den Bebauungsplänen des Istanbuler Gezi Parks durch den Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet, u.a. Ethem Sarısülük in Ankara, weitere zahlreiche Menschen verletzt und in Polizeigewahrsam genommen (http://www.youtube.com/watch?v=ig40yzhUl4M). Der türkische Choreograf Erdem Gündüz fand mit seinem stillen Protest auf dem Taksim-Platz - duran adam, stehender Mann - weltweite Nachahmung.

Wall-Street-Besetzung mit Zelten

Die Occupy-Bewegung begann am 17. September 2011 mit dem Aufruf, in Manhattan den Zuccotti Park und die Wall Street mit Zelten zu besetzen. Mittlerweile sind Protestaktionen gegen das Banken- und Finanzsystem auf alle Erdteile übergesprungen. Millionen von Menschen fordern eine wirksame Politik zur Kontrolle der Finanzmärkte sowie zur Bekämpfung der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich. Auch in Deutschland ist dieser Impuls angekommen. Das Ziel der Bewegung, die Macht der Banken zu beschneiden, wird von über 80 Prozent der Deutschen geteilt. Noch nie zuvor ist hierzulande eine Protestbewegung von der Bevölkerung und auch Teilen der Politik derart begrüßt worden.

Was ist neu an OCCUPY?

In seinem Buch „Der Aufruhr der Ausgebildeten“ hat Dr. Wolfgang Kraushaar vom Hamburger Institut für Sozialforschung die neue Protestbewegung „Occupy“ analysiert. Auf Einladung des Instituts für soziale Bewegungen der RUB und des Lehrstuhls Politisches System in Deutschland (Fakultät für Sozial-wissenschaft, Prof. Dr. Britta Rehder) wird der Politikwissenschaftler die Ziele und Akteure der neuen Bewegung deutlich machen. Im Vortrag thematisiert Kraushaar ebenso, ob die neue Bewegung die destruktiven Dynamiken der internationalen Finanzmärkte eindämmen oder aufhalten kann.

Der Referent und Buchautor und sein Buch

Der Referent und Buchautor Wolfgang Kraushaar ist Politikwissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung. Sein Arbeitsschwerpunkt sind die Protestbewegungen in der Zeit des Kalten Krieges. Kraushaar hatte Gastprofessuren an der Freien Universität in Berlin, an der Bejing Normal University, China, und an der Eidgenössischen technischen Hochschule in Zürich inne. Der Titel seines letzten Buches lautet: Der Aufruhr der Ausgebildeten. Vom Arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung (Hamburger Institut für Sozialforschung: Hamburger Edition. 255 Seiten, 12 €.)

Wolfgang Kraushaar vom Hamburger Institut für Sozialforschung
(v.l.n.r.) Das Veranstaltungsteam Prof. Dr. Britta Rehder von der Bochumer Fakultät für Sozialwissenschaft, Dr. Wolfgang Kraushaar vom Hamburger Institut für Sozialforschung und Prof. Dr. Stefan Berger vom Haus der Geschichte des Ruhrgebiets

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