Neue Selbsthilfegruppe für Lipödem-Erkrankte: "Lipo-Elfen Rhein-Ruhr" treffen sich erstmals am 8. Juni in Kupferdreh

8. Juni 2018
17:00 Uhr
Seniorenheim St. Josef Kupferdreh, Raum "Dilldorf", 45257, Essen
Grafik: Lipo-Elfen Rhein-Ruhr

Betroffene Frauen, die an der Erkrankung Lipödem oder Lipolymphödem leiden, haben eine Selbsthilfegruppe gegründet.

"Die schlecht publik gemachte Erkrankung namens Lipödem oder Lipolymphödem quält nach statistischen Erhebungen so etwa jede 10. Frau in den entwickelten Ländern", berichtet Agnes Tappe, Mitbegründerin der neuen Selbsthilfegruppe "Lipo-Elfen Rhein-Ruhr".

Ursachen noch wenig erforscht

"Diese Krankheit ist progredient, d.h. sie wird unbehandelt stetig schlimmer und ist extrem schmerzhaft. Die Herkunft des Leidens ist noch wenig erforscht, aber in letzter Zeit hat ein zaghaftes Umdenken eingesetzt, nachdem Zeitungen, Radio und TV zunehmend darüber berichteten. Häufig merken betroffene Mädchen es bereits im Kindesalter, weil sie wegen ihrer Moppeligkeit in der Schule verspottet werden.
Leider finden sie nur schwer einen sachkundigen Arzt, der ihnen helfen will oder kann", so Agnes Tappe.
Meistens werde den Betroffenen unterstellt, sie wären hemmungslose Esser, die zudem auch noch bewegungsfaul seien.
Diejenigen, die unter dieser Erkrankung leiden, haben meist einen schlanken Oberkörper und ab der Taille wirkt ihr Unterbau so, als wenn er nicht zu dem Oberkörper passt.
"Häufig kommt dann auch noch die fieseste Erscheinung dieser Krankheit dazu, dass die wie aufgebläht wirkenden Oberscheinkel und Oberarme massiv schmerzhaft auf Berührungen reagieren. Dazu kommen noch große Hämatome, also blaue Flecken, ohne sich gestoßen zu haben. Beleidigungen ihrer Mitmenschen dürfen sie sich fast täglich anhören. Besonders schmerzhaft ist diese Kritik, wenn sie von Ärzten ausgesprochen wird, die keine Kenntnis von dieser Krankheit haben. Sie wird in der weiblichen Linie vererbt und verschlimmert sich immer, wenn besonders viele Hormone aufgenommen werden. Man kann heute den Hormonen kaum ausweichen, da wir vom Trinkwasser, von Fleisch und Wurst ohne unser Wissen und Wollen damit überschüttet werden. Dann kommt die Pubertät, wo sich der Körper umstellt, evtl. auch die Pille, häufig eine Allergie, wogegen Kortison vom Arzt verordnet wird. Nächste größere Schübe folgen dann nach der Geburt der Kinder, oft auch schon in der Schwangerschaft, später im Klimakterium."

Treffen im Seniorenheim St. Josef

All dies brachte die betroffenen Frauen nun dazu, eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Die Treffen der "Lipo-Elfen Rhein-Ruhr" finden im Seniorenheim St. Josef am Heidbergweg, gegenüber dem St. Josef-Krankenhaus, statt. "Interessierte müssen nur die Cafeteria durchqueren. Dahinter liegen zwei Seminarräume, und wir treffen uns im Raum 'Dilldorf'", erklärt Agnes Tappe. Für Erfrischungsgetränke ist gesorgt.

Die Treffen finden einmal im Monat statt, immer an einem Freitag von 17 bis 20 Uhr, und zwar zu folgenden Daten: 8. Juni, 6. Juli, 3. August, 7. September, 12. Oktober, 9. November und 7. Dezember 2018.

Alle Betroffenen und ihre Partner oder Ehemänner sind eingeladen, sich zu diesen Nachmittagen einzufinden.
Kontakt: Agi Tappe, Essen-Überruhr, Tel. 0201/58 94 18. Es wird kein Eintritt erhoben!

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