Heisinger Jugendhalle am Tag des Offenen Denkmals

9. September 2018
13:00 Uhr
Heisinger Jugendhalle, Essen
Die Jugendhalle in Heisingen heute (Luftbild)   Foto: privat
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Am Tag des Offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, wird die Heisinger Jugendhalle, Bahnhofstraße 8, von 13 bis 18 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ nimmt die leicht geduckt auf dem Schulhof der Georgschule gelegene Halle auf Anregung des Heisinger Museumskreises erstmals an der bundesweiten Aktion der Stiftung Denkmalschutz teil. Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel wird die Öffentlichkeit begrüßen.

Die Halle wird intensiv genutzt

Gedacht waren Jugendhallen ursprünglich als Räume für Kinder und Jugendliche, damit diese bei schlechtem Wetter und im Winter auch drinnen „ihren Bewegungsdrang“ ausleben konnten. Die Heisinger Jugendhalle, deren leicht-elegante Jugendstil-Architektur auch im Inneren immer noch wirkt, wurde auch für gesellschaftliche Festivitäten genutzt und dient nun seit Jahrzehnten als Schulturnhalle der Georgschule und ist Heimstatt der erfolgreichen „Sportgemeinschaft (SG) Heisingen“.
Noch am Morgen des „Denkmaltages“ werden junge Rhönradturnerinnen für einen Wettbewerb trainieren und somit die Halle intensiv nutzen. Christian Breuer vom Museumskreis im Paulushof sieht die Jugendhalle als exemplarisches Beispiel für den sinnvollen Denkmalschutzgrundsatz „Use it, or lose it!“- Nutzen, sonst geht es verloren.

Fritz Lauer beantwortet Besucherfragen

Fritz Lauer, jahrzehntelang legendärer Vorsitzender der SG Heisingen, kennt die Halle wie kein zweiter. Er wird aus der langen Erneuerungsgeschichte des Bauwerks berichten und als Zeitzeuge Fragen beantworten.

Architekt Wilhelm Rümke wird vorgestellt

Erstmals wird durch Dokumente der Bredeneyer Architekt Wilhelm Rümke (1881-1955) vorgestellt. Er übernahm mit gerade einmal 32 Jahren die Bauleitung der Jugendhalle 1913. Erster Spatenstich: 22.Juni 1913. Nach 16 Monaten wurde sie am 30.10. 1914 – schon im 1. Weltkrieg - eingeweiht. Bereits als 29-Jähriger hatte Rümke den Bau des Heisinger Rathauses in nur 10 Monaten Bauzeit vollenden können. Bauleistungen, denen heutzutage nicht nur die Museumsleute hohen Respekt zollen. Damals gaben die neuen Gebäude im Herzen Heisingens dem durch die Selbstständigkeit (1910-1929) gewachsenen Bürgerstolz äußerlichen Ausdruck. Noch heute sind sie ortsteilprägend und absolut nicht wegzudenken.

Überregionale Beachtung

Kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs, im Mai 1918, erlangte die Jugendhalle überregionale Beachtung, als die sieben Opfer eines Flugzeugabsturzes, an den Ruhrhöhen unweit von Haus Heisingen, in der Halle aufgebahrt wurden. Über 2.500 Trauergäste erwiesen ihnen die letzte Ehre. Auch hierzu liegen Dokumente vor.
Jürgen Döhler und Christian Breuer vom Museumskreis freuen sich sehr, dass anlässlich des Denkmaltages der Verkauf von Erinnerungsumschlägen mit einem Sonderpoststempel möglich werden. Motive sind ein Luftbild der Jugendhalle und ein Foto des Flugzeugabsturzes von 1918.
Jürgen Döhler: „Wir alle gehen oder fahren fast täglich an der Jugendhalle vorbei. Nur wenige kennen die versteckte Schönheit. Wir danken den Sport- und Bäderbetrieben Essen und der SG Heisingen sehr, dass man diese nun entdecken kann. Interessierte sind herzlich willkommen!“

Die Jugendhalle in Heisingen heute (Luftbild)   Foto: privat
Architekt Wilhelm Rümke, geb. 22.7. 1881 in Duderstadt, Studium an der Baugewerkschule in Zerbst/Anhalt, 1904 Umzug nach Bredeney, gestorben in Essen-Bredeney am 9.12. 1955  Foto: privat

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