Am 2. Oktober werden die ersten Stolpersteine in Kalkar verlegt

2. Oktober 2018
Monrestrau00dfe, 47546, Kalkar
Gunter Demnig bei der Verlegung eines Stolpersteines in Kleve
  • Gunter Demnig bei der Verlegung eines Stolpersteines in Kleve
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Ende 2017 konnte die Interessengemeinschaft STOLPERSTEINE in Kalkar e.V. eine politische Mehrheit im Rat der Stadt Kalkar für die Verlegung von Stolpersteinen gewinnen, das Für und Wider dieses Projektes war seit dem Jahr 2012 bei den politischen Entscheidungsträgern kontrovers diskutiert worden.

Die vorbereitenden Arbeiten sind in vollem Gange und so werden am 2. Oktober die ersten Stolpersteine durch Gunter Demnig, dem Initiator der Stolperstein-Bewegung, für die Mitglieder zweier jüdischer Familien aus Kalkar verlegt, die in der Zeit zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden.
In Kalkar haben in jener Zeit fünfzehn jüdische Familien mit insgesamt 65 Familienmitgliedern gewohnt. Die Häuser Monrestraße 20 und 22 waren im Besitz jüdischer Kaufmanns- und Handwerkerfamilien. Familie Schürmann bewohnte das Haus Nr. 20. Dort betrieb Oskar Schürmann mit seiner Frau Amalie eine Metzgerei. Das Haus Nr. 22 gehörte der Familie Spanier, die dort ein Textilgeschäft führte. Wie alle anderen Geschäfte, die im Besitz von Juden waren, wurden auch diese Geschäfte in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 von Nazis demoliert. Die meisten Mitglieder beider Familien sind in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten ermordet worden. Aber auch wer fliehen konnte oder ohne direkte Gewalteinwirkung zu Tode kam, muss als Opfer der NS-Zeit angesehen werden. Es ist die Intention des Projektes, an das schreckliche Geschehen der damaligen Zeit zu erinnern, das Andenken an die ehemaligen jüdischen Mitbürger der Stadt Kalkar und möglicher weiterer Opfer der Nationalsozialisten zu bewahren und ihre Namen im Familienverbund an die ursprünglichen Wohnorte zurückzubringen.
Zum Gedenken an die Opfer sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, der Erstverlegung von Stolpersteinen in Kalkar am 2. Oktober beizuwohnen. Anschließend wird Gunter Demnig, der diese besondere Form des Gedenkens geschaffen hat, im Ratssaal einen Vortrag über das Projekt „STOLPERSTEINE“ und seine Entwicklung halten. Im Anschluss besteht die Gelegenheit, sich mit dem Künstler und den Kalkarer Initiatoren auszutauschen. Auch hierzu sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.
Die Interessengemeinschaft STOLPERSTEINE in Kalkar e.V. finanziert die Verlegung der Stolpersteine über Spenden. Die Kosten für die Anfertigung und Verlegung eines Stolpersteines betragen 120,- €. Es sind im Vorfeld der Vereinsgründung bereits einige Spendenzusagen eingegangen, mit denen nunmehr die ersten Verlegungen umgesetzt werden. Alle Interessierten, die das Projekt „STOLPERSTEINE in Kalkar“ auch finanziell unterstützen möchten, sind herzlich aufgerufen, dies mit einer Spende zu tun. Es können natürlich auch kleinere Beträge gespendet werden. Die Bankverbindung und weitere Informationen können auf der Internetseite des Vereins www.stolpersteine-kalkar.de nachgelesen werden.

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