„Wertvoll – Über nichtmünzliche Zahlungsmittel aus aller Welt“

11. Mai 2017
18:00 Uhr
Deutsches Schloss- und Beschlägemuseum, 42551, Velbert
Zeigen mit der Sonderausstellung „Wertvoll – Über nichtmünzliche Zahlungsmittel aus aller Welt“ im Deutschen Schloss- und Beschlägemuseum, dass früher auch Werkzeuge und exotische Schnecken als Zahlungsmittel galten: Dr. Ulrich Morgenroth, Museumsleiter (von links), Dr. Yvonne Gönster, Kuratorin der Ausstellung, und Lea Fernau, ehrenamtliche Museumsmitarbeiterin.
  • Zeigen mit der Sonderausstellung „Wertvoll – Über nichtmünzliche Zahlungsmittel aus aller Welt“ im Deutschen Schloss- und Beschlägemuseum, dass früher auch Werkzeuge und exotische Schnecken als Zahlungsmittel galten: Dr. Ulrich Morgenroth, Museumsleiter (von links), Dr. Yvonne Gönster, Kuratorin der Ausstellung, und Lea Fernau, ehrenamtliche Museumsmitarbeiterin.
  • hochgeladen von Maren Menke

Neue Sonderausstellung ist im Deutschen Schloss- und Beschlägemuseum zu sehen

"Geld ist eine Fiktion. Es ist nicht wirklich, sondern etwas, woran wir glauben.“ - Dieses Zitat des US-amerikanischen Schriftstellers Paul Auster sowie weitere Zitate, die sich um Geld drehen, sind ab sofort in der neuen Sonderausstellung des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums, Oststraße 20 in Velbert, nachzulesen. Denn in „Wertvoll – Über nichtmünzliche Zahlungsmittel aus aller Welt“ dreht sich alles genau darum. So können Jung und Alt unter anderem erfahren, woher sich der Begriff "kesch" ableiten lässt.

Zu sehen ist die neue Sonderausstellung bis zum 5. November. Präsentiert werden Gelder in ihren verschiedensten Formen und Ausprägungen. "Es ist eine Reise durch die ganze Welt, auf verschiedene Kontinente und in unterschiedliche Jahrhunderte", so Dr. Yvonne Gönster, Kuratorin der Ausstellung. "Und am Ende dieser Reise kommt der Besucher in Velbert an." Auf dem Rundgang durch das Erdgeschoss des Museums wird mit circa 150 verschiedenen Exponaten gezeigt, dass jeder Gegenstand als Geld funktionieren kann, wenn nur alle an den jeweils zugeschriebenen Wert glauben.

Exotische Schnecken und Muscheln, eindrucksvolle Salzbarren und Teeziegel

"So können die Besucher wertvolle Dinge entdecken: Exotische Schnecken und Muscheln, eindrucksvolle Salzbarren und Teeziegel, prächtige Armreifen und Trommeln sowie kuriose Metallgebilde geben einen Eindruck davon, was alles Geld sein kann", erläutert Gönster. Der eine oder andere Besucher würde danach mit Sicherheit anders über den Begriff "wertvoll" denken. Denn selbst Mais und auch Reis waren einst beliebte Zahlungs- beziehungsweise Tauschmittel in manchen Ländern. "Auch abstrakte Zahlungseinheiten - zum Beispiel Anteile an einem großen Stein - gab es in der Vergangenheit schon", so Dr. Ulrich Morgenroth, Museumsleiter. "Das hat gewisse Ähnlichkeit mit unserem heutigen Aktienhandel."

Schnell wird deutlich: Im Grunde hat sich nicht viel verändert! Wie auch heute bezahlten die Menschen früher ihre Schulden mit dem jeweils gesellschaftlich anerkannten Geld. "Darüber hinaus wurde in zahlreichen Kulturen Geld gehortet oder die Menschen trugen ihre Wertobjekte am Körper, um ihren Status zu demonstrieren – auch diese Phänomene sind uns aus heutiger Zeit bekannt", sagt die Kuratorin, die bei ihrer Arbeit an der Ausstellung Hilfe durch Lea Fernau, ehrenamtliche Museumsmitarbeiterin, erhielt. Als gelernte Tischlerin sowie studierte Restauratorin konnte Fernau viel mit einbringen, um einen interessanten und informativen Rundgang für Besucher aller Generationen zu schaffen.

"Während des Rundgangs wird auch Velbert thematisiert, denn hier wurden begehrte Waren gegen Schlösser eingetauscht", weiß der Museumsleiter. "In schwierigen Lebenssituationen, zum Beispiel in Zeiten von Krieg oder Inflation, griffen die Menschen auf solche alternativen Geldformen zurück." Doch wie ist die Situation heute? In einem separaten Bereich werden aktuelle Debatten thematisiert. "Auch das Phänomen der Regionalwährungen und die gegenwärtige Diskussion um die Abschaffung des Bargeldes zeigen, dass das Thema ,nichtmünzliche Zahlungsmittel' aktueller ist denn je", sagt Dr. Yvonne Gönster.

Information:
Die Ausstellung mit ihrem reichhaltigen Rahmenprogramm läuft bis zum 5. November. Jeder Besucher kann bis zum Ende der Ausstellung aktiv mitwirken und eine „Mitmach-Vitrine“ mit einer Währung seiner Wahl bestücken. Womit könnte man noch bezahlen? Von Zahnbürste bis Kochlöffel ist alles erlaubt!

Rahmenprogramm zur Ausstellung:

-Donnerstag, 11. Mai, 18 Uhr: Ausstellungseröffnung
-Sonntag, 21. Mai, 12 Uhr und 15 Uhr: Internationaler Museumstag 2017 - Familienführungen durch die Sonderausstellung
-Sonntag, 25. Juni, 14 Uhr: "Das Kakaogeld der Azteken und ihr Göttertrank" - Familienführung inklusive Schokoladengießen
-Mittwoch, 19. Juli, 10 bis 13 Uhr: "Schmuck(geld) ist, was ihr draus macht!" - Bastel-Workshop für Kinder von sieben bis zehn Jahre
-Mittwoch, 26. Juli, 10 bis 13 Uhr: "Alles ist etwas wert! - Bastel-Workshop für Kinder von sechs bis acht Jahre
--Mittwoch, 2. August, 9.30 bis 13 Uhr: "Findet den Schatz!" - Tausch-Rallye für Kinder von sechs bis acht Jahre
-29. August bis 22. September: Ausstellung über die Historie des Geldes in der Sparkasse HRV, Friedrichstraße 181
-Samstag, 30. September, 15 Uhr: "Reise um die Erde in 80 Tagen (nach Jules Verne)" - Papiertheater-Vorführung
-Dienstag, 3. Oktober, 9.30 bis 15 Uhr: "Papier + Geld = Papiergeld???" - Papiertheater-Workshop für die ganze Familie
-Dienstag, 10. Oktober, 18 bis 19.30 Uhr: "Geld aus aller Welt I: Über exotische nichtmünzliche Zahlungsmittel und Tauschhandel"
-Dienstag, 17. Oktober, 18 bis 19.30 Uhr: "Geld aus aller Welt II: Über exotische nichtmünzliche Zahlungsmittel und Tauschhandel"

Autor:

Maren Menke aus Velbert

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