Seniorentänzer beim Roten Kreuz suchen Verstärkung

14. Oktober 2019
10:00 - 11:30 Uhr
DRK-Kreisverband Wattenscheid e.V., Voedestraße 53, 44866, Bochum
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Ob bereits ergraut oder noch etwas grün hinter den Ohren, ob Senior oder Junior: Wer tanzen kann, ist selten allein – und fast immer ein Hingucker. Zudem hat der Tanz, die rhythmische Bewegung nach Musik, Einfluss auf die körperliche, geistige und seelische Befindlichkeit des Menschen. Im Tanz lassen sich Gefühle wie Freude und Trauer ausdrücken und verarbeiten. Beim Tanzen kann man Schmerzen vergessen. Bewegungen können mit Hilfe der Musik ausgeführt werden, obwohl der Mensch sich vorher nicht mehr dazu in der Lage glaubte.

„Bin ich ein Mann?” Irritiert blickt die ältere Dame ihr Gegenüber an. Schulterzucken auf beiden Seiten, dann lachen sie. Gut, dass solch' existentielle Fragen nur bei den Seniorentanz-Übungsstunden des Roten Kreuzes auftauchen. Denn den Ernstfall – zahlreiche Gruppen- und Einzeltänze – haben DRK-Tänzerinnen schon oftmals mit Bravour gemeistert. Gleichgültig, ob sie nun 64 oder bereits 90 Jahre alt sind.

DRK-Tanzlehrerin Rosi Kirchhoff: "Es muss bei uns nicht alles perfekt sein. Der Spaß ist die Hauptsache". Das Problem mit der Geschlechtsidentität ist auch meist schnell gelöst: „Hier sind zu viele Damen. Am besten, wir arbeiten mit Bändchen für diejenigen, die den Herrenpart übernehmen”, sagt die Kursleiterin und verteilt dann meist bunte Wollketten an jede zweite Frau im Kreis.

Bewegungsförderung für Senioren

Und einen CD-Spieler-Knopfdruck später geht's los mit dem „Blue Moon Dancing” – der Tanz ist wie alle anderen in seiner Schrittfolge ausdrücklich auf die Bewegungsmöglichkeiten von Senioren zugeschnitten, um deren Konzentration, Koordination und Ausdauer zu fördern. Feste Tanzpartner gibt es ganz bewusst nicht, damit jeder auch allein mitmachen kann.

Schreiten statt Hüpfen: Akrobatik ist beim Seniorentanz nicht gefragt. „Beine kreuzen, Seite vor, Seite hinter, die Girlande brauchen wir ja nicht mehr zu üben”, erläutert Rosi Kirchhoff oftmals, während die Instrumentalmusik den Takt vorgibt. Einige Teilnehmer haben die Hilfe kaum nötig.

„Der Seniorentanz ist natürlich etwas anderes als der Gesellschaftstanz, aber Musik ist Musik, und wir sind hier ein so netter Kreis”, schwärmt die DRK-Tanzlehrerin von der Geselligkeit. Ihre Seniorentänzer allein zu Hause Trübsal blasen zu lassen, nein, das ist ihre Sache nicht. „Senioren sollen in Bewegung bleiben, dazu haben viele allerdings allein keine Lust. Hier werden sie in der Gruppe animiert, sich zu bewegen”, sagt sie.

Gut, bei manchen zwickt es schon einmal hier und da, „den ein oder anderen muss ich auch mal motivieren”, räumt sie ein. „Das hier ist auch ein tolles Gedächtnistraining. Außerdem lachen wir hier viel”, erzählt sie und nimmt wieder ihre Position ein. Die Flippers mit ihrem Ohrwurm „Ein Herz aus Schokolade” will sie den Seniorentänzern anbieten, dieses Mal ohne Geschlechterproblem, denn jeder tanzt für sich allein.

Montagsgruppe beim Roten Kreuz

Die Seniorentanzveranstaltungen beim Roten Kreuz werden weiterhin jeweils montags, von 10.00-11.30 Uhr im Saal an der Voedestraße 53 angeboten. Hier soll wieder das Tanzvergnügen der Senioren im Vordergrund stehen. Die einzigen Anforderungen an die Teilnehmer sind das Bestehen der Gehfähigkeit und die Freude am Tanzen selbst.

Autor:

Christian Lange aus Wattenscheid

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