Bleckkirche: „Gott sei Dank für 15 Jahre anspruchsvolle Kultur“

Für die musikalische Untermalung des Empfangs sorgte das Convivium Musicum Gelsenkirchen, das „dienstälteste Ensemble in der Bleckkirche“, wie Thomas Schöps erläuterte, mit Alter Musik aus dem Ruhrgebiet auf ebenso alten Instrumenten gespielt, wie zum Beispiel einer Chitarrone. Für die passenden Töne zur Musik sorgte der Countertenor Robin Kerner. Foto: Ralf Nattermann
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„15 Jahre sind für eine Kirche nicht viel, da steckt sie noch in den Kinderschuhen“, erklärte Superintendent Rüdiger Höcker beim Empfang zu „15 Jahre Bleckkirche – Kirche für die Stadt “.

Von Silke Sobotta

GE. Doch das, was in 15 Jahren in der Bleckkirche geschaffen worden ist, lässt keinen Zweifel daran, dass es sich bei dem Konzept von
Pfarrer Thomas Schöps, dem
Beauftragten für Kunst & Kultur im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, um eine Erfolgs-Story handelt. Dieser Tenor zog sich durch alle Grußworte sowie die Laudatio von Hans-Jörg Loskill.
Das Ziel, die Bleckkirche (erbaut im Jahre 1735) als ältestes erhaltenes Kirchengebäude der Stadt, zu dem belebtesten Ort des Evangelischen Kirchenkreises zu machen, ist erreicht. Die Kirche als Raum der Begegnung bietet den Menschen hier Kultur in ihrem vollen Umfang, von Tanz und Theater über Musik und Kunst bis hin zu religionsübergreifenden Aktionen und natürlich: Gottesdiensten.
Thomas Schöps zählte in 15 Jahren über 500 kulturelle Veranstaltungen, die von rund 3.500 KünstlerInnen und Kulturschaffenden gestaltet wurden, um mehr als 40.000 Gäste zu unterhalten und anzuregen. Dank der Lage in direkter Nachbarschaft zum Publikumsliebling „Zoom“ haben an die 120.000 Menschen die Kirche in diesen 15 Jahren aufgesucht.
Bürgermeister Klaus Hermandung erinnerte in seinem Grußwort daran, dass das Wort Kirche auch im Stadtnamen Gelsenkirchen enthalten ist und darum hier in der Stadt einen besonderen Stellenwert haben sollte. Besonders beeindruckt zeigte er sich von der Tatsache, dass hier ein Ort der Kulturen geschaffen wurde, der auch die Religionen und damit die Menschen dieser Stadt zusammenführt.
„Das Tor öffnet sich und das Herz noch mehr“, zitierte Hermandung einen Ausspruch über dem Eingang zu einem Zisterzienserkloster in der Eifel und ergänzte: „Das habe ich hier selbst erfahren und das wünsche ich der Bleckkirche als Kirche für die Stadt auch weiterhin.“
Das unermüdliche Engagement von Thomas Schöps, das das Gelingen der Bleckkirche als Kulturort erst ermöglicht, lobte Superintendent Rüdiger Höcker. Er erinnerte daran, dass ein Mensch mit 15 Jahren das Flegelalter erreicht hat, die gleiche Zeitspanne für eine Kirche aber eine sehr geringe ist. „Aber 15 Jahre hier, das ist der Beweis dafür, dass Kirche jung bleiben kann in alten Gemäuern.“
Der Superintendent zeigte sich begeistert davon, dass hier das Miteinander der Kulturen gefeiert wird, ebenso wie Hochzeiten und Taufen. Darum endete er sein Grußwort mit den Worten: „Gott sei Dank für 15 Jahre anspruchsvolle Kultur in der Bleckkirche. Und ich freue mich schon auf den 30. Geburtstag, wenn das Motto lautet: Traue keinem über 30.“
Diese Worte nahm Pfarrer Schöps direkt zum Anlass, seinen Vorgesetzten „festzunageln“, dass die Finanzierung der Bleckkirche durch den Evangelischen Kirchenkreis fortgesetzt wird. Denn die knappen Finanzen sind stets und ständig Thema und Problem von Schöps.
Als eine „geistige Landmarke des Reviers“ bezeichnete Laudator Hans-Jörg Loskill die Bleckkirche und bat: „Weiter so! Das Ruhrgebiet und Gelsenkirchen braucht einen Ort der Kultur wie diesen.“

Für die musikalische Untermalung des Empfangs sorgte das Convivium Musicum Gelsenkirchen, das „dienstälteste Ensemble in der Bleckkirche“, wie Thomas Schöps erläuterte, mit Alter Musik aus dem Ruhrgebiet auf ebenso alten Instrumenten gespielt, wie zum Beispiel einer Chitarrone. Für die passenden Töne zur Musik sorgte der Countertenor Robin Kerner. Foto: Ralf Nattermann
Ein Hausmusikabend in der Bleckkirche wird am Sonntag, 6. November vom Ensemble Convivium Musicum im Rahmen der Reihe „Gelsenkirchen Barock – Alte Musik im Ruhrgebiet auf den Spuren der Romantik“ präsentiert. Die Frankfurter Sängerin Renata Grunwald singt Lieder von Franz Schubert und Mauro Giuliani sowie Arien aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“. Ute Bardelmeier (Traversflöte) spielt Kompositionen von Filippo Gragnani, Mozart (aus „Figaros Hochzeit“) und Carl Scheindienst. Foto: Archiv

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