Kai Twilfer: Kleine Macken hat jeder

Kai Twilfers „Ich hab keine Macken! Das sind Special Effects“ ist zum Preis von 10 Euro als Taschenbuch im Buchhandel erhältlich. Es erscheint im Verlag Bastei Lübbe mit der ISBN 978-3-404-60957-4.
Foto: Boris Breuer
  • Kai Twilfers „Ich hab keine Macken! Das sind Special Effects“ ist zum Preis von 10 Euro als Taschenbuch im Buchhandel erhältlich. Es erscheint im Verlag Bastei Lübbe mit der ISBN 978-3-404-60957-4.
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Mit „Schantall“, einem typischen Kind des Ruhrgebiets, wurde der Gelsenkirchener Autor Kai Twilfer berühmt und zum Spiegel-Bestseller-Autor. Doch nach drei „Schantalle“-Bestsellern suchte er ein neues humoristisches Betätigungsfeld. Mit „Ich hab keine Macken! Das sind Special Effects“ führt er sich und seinen Lesern regelrecht den Spiegel der kleinen alltäglichen Ticks vor.

Marotten sind Rituale

Ohne damit einen wissenschaftlichen Ansatz verfolgen zu wollen, entlarvt er doch die ein oder andere Andersartigkeit, der wir uns selbst gar nicht bewusst sind. „Jedenfalls bis unser Partner uns darauf aufmerksam macht“, lacht der Autor.
Und so schildert er in seinem Buch, dass „Marotten zu haben überlebenswichtig ist“. Warum? Ganz einfach: „Marotten sind Rituale im täglichen Leben. Sie sind gottgegeben und haben eine Evolutionsgeschichte“, meint der Autor, der Marotten als die Konstanten betrachtet, die unserem Leben Sicherheit geben in einer Welt, in der nichts mehr sicher ist.
Um uns diese Marotten vor Augen zu führen, hat sich Kai Twilfer auf Spurensuche begeben. Angefangen im eigenen Badezimmer, wo er die Leser teilhaben lässt an seinem Morgenritual, das auch schon einem Tick gleich kommt: Der ernüchternde Blick in den nichts verschönernden oder weichzeichnenden Spiegel, der schon am frühen Morgen für Ernüchterung sorgt.
Und überhaupt erzählt Kai Twilfer in diesem Buch erstmals von sich selbst und seinen Beobachtungen. Als Ich-Erzähler nimmt er die Leser mit auf seine Abenteuer, die er im Supermarkt, im Restaurant, dem Fernsehen, beim Autofahren, im Urlaub, im Karneval, auf Autobahnbrücken, auf Bahnreisen, im Baumarkt, beim Friseur und wer weiß wo noch erlebt.

Sogar der Autor selbst hat seine Ticks

„Ich frage gar nicht mehr, wer welche Ticks hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einfach jeder von uns welche hat. Schließlich musste ich feststellen, dass selbst ich welche habe. Und das, obwohl ich immer behauptet hätte: Ich doch nicht!“, lacht der Autor, der grandios überspitzt, aber immer mit einem großen Funken Wahrheit die Marotten seiner Mitmenschen aufs Korn nimmt.
Bei der Recherche zu seinem Buch hat er die Erfahrung gemacht, dass „in Deutschland die Marotten gehegt und gepflegt werden. Zugegeben, keiner von uns ist oft genug in Uganda, um zu wissen, ob man sich dort auch immer an der falschen Kassenschlange anstellt. Aber die Deutschen sind auch im Ausland berühmt-berüchtigt für ihre Macken.“
So glaubt alle Welt an die deutsche Pünktlichkeit, eine Marotte, die wir uns gern gefallen lassen. Lieber jedenfalls als die uns von den Schotten angedichtete, die glauben nämlich, „alle Frauen bei uns seien stark behaart.“ Twilfer kontert mit dem frauenfreundlichen Kommentar: „Nun, damit haben sie ja noch nicht einmal unrecht, denn Frauen mit Glatze gibt es hierzulande wirklich selten.“

Alles nicht ganz ernst gemeint

Doch Twilfer wäre nicht Twilfer, wenn er nicht noch einen nachlegen würde: „Aber es ist anzunehmen, dass sich die Umfrage mehr auf die Haare auf den Beinen, unter den Armen und auf den Zähnen bezog.“ Allerdings stimmt er die Frauenwelt auch wieder versöhnlich mit den Worten: „Für die Schotten ist die größte Macke der Deutschen also, dass ihre Frauen stark behaart sind. Und das aus einem Land, in dem eine große Anzahl der Einwohner rote Haare auf dem Kopf hat, ihr Steinewerfer im Glashaus!“
Das Buch erfreut nebenbei durch Illustrationen von Alexandra Langenbeck, die passend zu den Macken für noch mehr Bilder im Kopf sorgt. Außerdem gibt es am Ende jedes der 23 Kapitel eine kleine Zugabe. Mal in Form eines Fragenbogens, bei dem man ermitteln kann, ob man eine Baumarktmacke hat; die Auflistung der „10 Gründe, im Supermarkt zum Mörder zu werden“; Tipps für eine Überlebensausstattung, die man bei Bahnreisen nicht vergessen sollte; oder auch eine Übersicht über „Die schönsten deutschen Gesetze.“
In dem Buch erzählt der Autor „Geschichten aus seinem Leben“, allerdings sind die rein fiktiver Natur und auch die beschriebene Familie entspricht nicht seiner wahren Umgebung. Twilfer setzt auf Slapstick-Humor und bleibt sich damit treu. Denn sein Credo lautet: „Die Realität ist schon traurig genug, da müssen Bücher für den nötigen Humor im Leben sorgen!“
Und das gelingt Kai Twilfer, der mit seiner wunderbaren "Schantall" für Verzückung und Bauchkrämpfe beim Lachen sorgte und jetzt mit „Ich hab keine Macken! Das sind Special Effects“ ein weiteres Mal zu Tränen rührt, also zu Lachtränen. Eine Bitte an die weibliche Leserschaft: Beim Lesen und bei den Lesungen besser wasserfeste Wimperntusche benutzen!

Premierenlesung findet in Gelsenkirchen statt

Die Premierenlesung von „Ich hab keine Macken! Das sind Special Effects“ findet natürlich in Twilfers Heimatstadt Gelsenkirchen statt.
Der Termin ist Freitag, 23. Februar, um 20 Uhr in der Kaue, Wilhelminenstraße 176.
Eintrittskarten gibt es ab sofort bei allen bekannten Vorverkaufsstellen. Comedy-Lesung

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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