Spielzeiteröffnungs-Gala macht Appetit auf mehr Musiktheater
„Ohr-Häppchen“ bei der Theater-Gala

MiR-Generalintendant Michael Schulz, Bernhard Lukas, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Gelsenkirchen, Manuel Schmitt, Khanyiso Gwenxane, Jury-Vertreter Klaus Hermandung und  Hitomi Kuhara bei der Ehrung. Foto: Cornelia Fischer/Sparkasse GE
  • MiR-Generalintendant Michael Schulz, Bernhard Lukas, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Gelsenkirchen, Manuel Schmitt, Khanyiso Gwenxane, Jury-Vertreter Klaus Hermandung und Hitomi Kuhara bei der Ehrung. Foto: Cornelia Fischer/Sparkasse GE
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Nachdem am Samstag das Theaterfest die Spielzeit am Musiktheater im Revier (MiR) eröffnete, vermittelte die Gala zur Spielzeiteröffnung am Sonntag kleine, aber feine Einblicke in die Produktionen, auf die sich die Besucher in dieser Spielzeit freuen dürfen. Von „Ohr-Häppchen“ sprach Generalintendant Michael Schulz und Appetit machten die „Häppchen“ definitiv.

Im Rahmen der Gala wurde auch der 22. Gelsenkirchener Theaterpreis vergeben, der mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist. Damit sorgte neben den Einblicken in die neue Spielzeit auch die Preisverleihung für große Spannung im ausverkauften Haus. Für die musikalische Begleitung sorgte natürlich die Neue Philharmonie Westfalen.
Durch das Programm führte Generalintendant Michael Schulz, doch bevor er in Aktion trat, erlebte das Publikum mit „Rataplan“ aus Giuseppe Verdis „La Forza del Destino“, dargebracht von Almuth Herbst und dem Opernchor gleich einen wahren Schmaus.
Michael Schulz begrüßte die Gäste und erläuterte, warum „Rataplan“, das ein Aufruf in den Krieg zu ziehen ist, an den Anfang gestellt wurde. „Wir verfolgen in dieser Spielzeit die Idee, das Fremdsein und Fremde in den Fokus zu stellen. Immer wieder hört man davon, dass Fremde uns etwas von unserem guten Leben wegnehmen, dem halten wir entgegen, dass wir alle irgendwo auf der Welt selbst Fremde sind. Diese Problematik wollen wir mit unseren Stücken beleuchten und damit etwas zum aktuellen Diskurs der Gesellschaft beitragen.“
Dabei weiß Schulz, wovon er spricht, denn am Musiktheater treffen bei den 312 Mitarbeitern viele Nationen aufeinander, die einander zu Beginn fremd sind. „Das MiR ist divers und bunt und das gilt auch für die Stadt Gelsenkirchen“, bekräftigte der Generalintendant.
Bei seinem Ausblick auf die neue Spielzeit erinnerte Schulz daran, dass das Haus in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert und aus diesem Anlass inszeniert Dietrich W. Hilsdorf „Die Sache Makropulos“ von Leos Janacek am MiR und kommt damit zurück zu seinen Opern-Wurzeln. Mit dem Duett der Emilia Marty und des Albert Gregor, gesungen von Petra Schmidt und Martin Homrich, gab es einen kleinen Einblick in das Werk.
Für Vorfreude sorgten Darbietungen der verschiedenen Ensemblemitglieder mit Auszügen aus „Der Zigeunerbaron“ von Johann Strauß, „Orlando Paladino“ von Joseph Haydn, „Madama Butterfly“ von Giacomo Puccini und „Frau Luna“ von Paul Lincke.
Daneben sorgten zwei eher ungewöhnliche Produktionen für Spannung. Zum einen Jan Dvoraks Oper „Frankenstein“, die als Puppentheater präsentiert wird und als Appetithappen wurde an dieser Stelle das „Monster“ vorgestellt, das von drei Puppenspielerinnen der brandneuen Sparte am MiR, zum Leben erweckt wird. Das Monster, das im Haus den Namen „Eddie“ erhalten hat, sorgte tatsächlich für Gruselmomente, wie sie Mary Shelley gefallen hätten.
Die zweite besondere Produktion ist eine Kooperation der Musiker von Coppelius, die durch die Welturaufführung der Steampunk-Oper „Klein Zaches“ bereits am Haus bekannt sind, mit den "Himmelfahrt Scores", zu denen auch Jan Dvorak gehört. Sie bringen die Oper „Krabat“ nach dem Buch von Otfried Preußler auf die Bühne. Das Libretto schreibt Ulf Schmidt und die Gäste der Gala erlebten mit dem Duett „Zwei Leben für ein Leben“ einen ersten Einblick in die Produktion, wobei Michael Schulz erklärte: „Die Tinte der Noten ist noch gar nicht richtig getrocknet.“
Ein weiteres Highlight war die Vorstellung der „MiR Dance Company“, des neuen Balletts am MiR unter der Leitung von Giuseppe Spota. Mit zwei neuen Choreographien zum Thema „Im Puls“ tanzten sich die 16 Tänzer direkt in die Herzen des Publikums. Die bunt gemischte Company ist ein wahres Spiegelbild der Gelsenkirchener Gesellschaft, denn die Tänzer stammen wahrlich aus aller Herren Länder.
Die Erläuterungen von Giuseppe Spota zu den Planungen für die Spielzeit, ließ so manches Herz im Saal höher schlagen, denn sie versprechen spannende und bildreiche Ballettabende.

Der Theaterpreis 2019: And the winner is...

Ganz im Zeichen des Jubiläums der Sparkasse stand die Verleihung des Gelsenkirchener Theaterpreises 2019 für herausragende Leistungen am MiR. „Seit 150 Jahren gehört das Engagement für Kultur zu den guten Traditionen der Sparkasse. Denn jeder Euro, der in die Kulturförderung fließt, trägt zur Lebensqualität in unserer Stadt bei“, sagte Bernhard Lukas, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gelsenkirchen.
In dieser Hinsicht habe das MiR herausragende Bedeutung: „Große Gefühle und große Stimmen, spannende Inszenierungen und das beeindruckende Zusammenspiel von Kunst und Architektur machen dieses Haus zum Aushängeschild der Kulturstadt Gelsenkirchen. Und das schon seit 60 Jahren!“ Diesen Stellenwert unterstrich das MiR auch in der vergangenen Spielzeit mit Inszenierungen wie „Mass“, „Die Perlenfischer“ oder „Das Rheingold“. Keine leichte Aufgabe also für die Jury mit Bernd Aulich, Anke Demirsoy, Rudolf Heib, Klaus Hermandung, Elisabeth Höving-Henkel und Bernd J. Kaiser eine Auswahl zu treffen – bei so viel Qualität. Doch am Ende standen die Preisträger fest: Den Hauptpreis erhielt der Regisseur Manuel Schmitt für seine Inszenierung der Oper "Die Perlenfischer", Förderpreise gingen an die Tänzerin Hitomi Kuhara für ihre Darbietung als "Puck" im Ballett "Ein Sommernachtstraum", die dem MiR in der neuen Ballett-Company erhalten bleibt, und den jungen Tenor Khanyiso Gwenxane für seinen "Lenski" in der Oper "Eugen Onegin".

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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