Szeniale sorgt von Samstag bis Sonntag für 24 Stunden Gelsen-Power
Quer durch den Kulturgarten

Arnd Wende, Anabel Starosta, Maik Rokitta vom "Eins Null Sieben", Christoph Lammert, Matthias Krintzek und Simon Schlenke vom "c/o-Raum" fiebern bereits der Szeniale entgegen. Denn alle sind mit organisatorischen wie auch künstlerischen Tätigkeiten aktiv mit dabei. Foto: Gerd Kaemper
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  • Arnd Wende, Anabel Starosta, Maik Rokitta vom "Eins Null Sieben", Christoph Lammert, Matthias Krintzek und Simon Schlenke vom "c/o-Raum" fiebern bereits der Szeniale entgegen. Denn alle sind mit organisatorischen wie auch künstlerischen Tätigkeiten aktiv mit dabei. Foto: Gerd Kaemper
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Als die Idee geboren wurde, eine Szeniale, ein Festival der freien Kultur, in Gelsenkirchen aus der Taufe zu heben, entschied man sich relativ schnell dafür, keine einwöchige Biennale, sondern nur ein eintägiges Fest in einem Stadtteil zu veranstalten. Skeptiker stellten daraufhin die Frage: Habt Ihr genug Kulturschaffende, um 24 Stunden mit Programm zu füllen? Kein Problem für das Team der Intendanz: Von Samstag, 13., 11 Uhr bis Sonntag, 14. Juli, 11 Uhr bringen sich über 700 Akteure in mehr als 100 Projekte bei der Szeniale ein.

Dabei kommt der größte Teil der Akteure aus Gelsenkirchen und rund 40 Prozent aus Ückendorf, dem diesjährigen Gastgeber der zukünftig alle zwei Jahre geplanten Szeniale.
Die Besucher können sich auf Tanz, Musik, Poetry Slam, Ausstellungen, Walking Acts, Literatur in großem Maße, Installationen von kleinräumigen bis groß angelegten Lichtobjekten und viele kleinere Sachen, wie Rundgänge für Menschen mit Einschränkungen freuen. Es dürften in diesen 24 Stunden kaum Wünsche unerfüllt bleiben.
Dazu gibt es vier große Bühnen, die auf dem Platz vor dem Justizzentrum, am Wissenschaftspark, im Pestalozzihain und im Halfmannshof für verschieden geartete Unterhaltung sorgen. Damit niemand die Wege zwischen den Bühnen oder Aktionsorten scheuen muss, sorgt der Reisedienst Nickel mit einem halbstündig fahrenden kostenlosen Shuttlebus für den Transport.
Bühne I steht am Wissenschaftspark und hier wird um 11 Uhr die Szeniale durch Oberbürgermeister Frank Baranowski eröffnet. Danach gibt es Musik, Musik, Musik bis zum Abwinken oder bis etwa 24 Uhr, wenn eine Videoprojektion den Tag beschließt.
Bühne II befindet sich in der Künstlersiedlung Halfmannshof am Halfmannsweg. Das Programm beginnt hier um 11.45 Uhr und wird bestückt von Bands, Singer-/Songwritern und anderen. Musiziert wird bis etwa 21 Uhr.
Die Bühne III bietet Parkkonzerte im Pestalozzihain und hier gibt es Musik auf die Ohren von 12.45 bis 22 Uhr. Die Stilrichtungen könnte man „querbeet“ nennen.
Auf der Bühne IV am Justizzentrum an der Bochumer Straße 79 heißt es „Alles was tanzt...“ und dabei sorgt unter anderem "Up to Dance" mit Kids und Teens für reichlich Bewegung auf der Bühne.
Auch die Kirchen im Stadtteil spielen eine Rolle. So gibt es in der Nicolai-Kirche an der Ückendorfer Straße ab 16.30 bis 23 Uhr das musikalische Programm „Fantasien“. Die Heilig Kreuz-Kirche, die derzeit bekanntlich zu einem multifunktionalen Veranstaltungsort umgewandelt wird, dient als Hintergrund einer großen Lichtinstallation.
Die Straße Flöz Sonnenschein wird zu einem Kunstobjekt, denn hier wird im Rahmen eines Streetart-Projektes die Fahrbahn teils bemalt und teils besprüht. In der Siedlung Flöz Dickebank und Ottilienaustraße findet ein Flohmarkt statt und abends ist ein kleines lyrisches Konzert im Heini-Wettig-Haus geplant.

Intendanz mittendrin statt nur dabei

Die Festivalleitung, bestehend aus Christoph Lammert, Diana Miebach, Julian Rybarski und Arnd Wende blickt mit Freude der Szeniale entgegen. Fakt ist dabei aber auch: „Die Intendanz hat eigene Projekte bei der Szeniale“, wie Lammert verkündet. So schafft Christoph Lammert gemeinsam mit Frank M. Helferich das politische Kunstwerk „Transitzone“, das darstellt, dass „Ückendorf eine Transitzone zwischen No-Go- und Yes-Go-Area darstellt.“
Julian Rybarski sorgt den ganzen Tag für Musik und beendet ihn mit einer Lichtshow. Arnd Wende ist verantwortlich für die Tanz- und Performancedarbietungen auf der Bühne IV, bei denen 130 Tänzer stilistisch abwechslungsreich für das Programm sorgen.
Anabel Starosta, die auch die Pressearbeit der Szeniale steuert, veranstaltet außerdem am Sonntag um 5.30 Uhr die Sonnenaufgangswanderung „Sunrise in Ückendorf“ zur Himmelsleiter. „Quasi zwischen Disko und Frühstück bietet sich hier die Zeit zum Runterkommen nach so viel Feiern“, freut sich die Organisatorin.
Apropos Frühstück: „Good Morning Ückendorf“ heißt es am Sonntag ab etwa 9 Uhr auf dem Platz vor Bühne I am Wissenschaftspark. Mit dem gemeinsamen Frühstück endet die Szeniale.

Szeniale ist jetzt schon ein voller Erfolg

„Erfolg lässt sich nicht nur am Publikum messen. Schon das Gesamtprogramm ist der größte Erfolg, den wir hier in Gelsenkirchen in der Kulturszene haben können“, freut sich Christoph Lammert.
Dem schließt sich Arnd Wende an: „Bei den Vortreffen sind schon schöne Netzwerke und Kooperationen entstanden, die so in der Gelsenkirchener Kulturszene nicht unbedingt üblich sind. Die Vielzahl der beteiligten Genres zeigt, dass hier eindeutig über den Tellerrand hinaus miteinander agiert wird.“
Übrigens: Zu Essen und Trinken brauchen die Besucher nichts mitzubringen. Denn die Bochumer Straße und auch die Umgebung bietet bereits eine Foodmeile. Im Bereich der Bühne am Wissenschaftspark gibt es zusätzlich ein Angebot an vegetarischen und veganen Speisen.
Zum Frühstück allerdings sollte jeder sein eigenes Essen mitbringen, damit vor dem Wissenschaftspark ein großes Picknick stattfinden kann. Bierzeltgarnituren stehen bereit.
Das komplette Programm zur Szeniale gibt es im Stadtteilbüro an der Bochumer Straße 109 und im Internet unter szeniale.de.

Arnd Wende, Anabel Starosta, Maik Rokitta vom "Eins Null Sieben", Christoph Lammert, Matthias Krintzek und Simon Schlenke vom "c/o-Raum" fiebern bereits der Szeniale entgegen. Denn alle sind mit organisatorischen wie auch künstlerischen Tätigkeiten aktiv mit dabei. Foto: Gerd Kaemper
Unter dem Motto „Langstrecken“ wird es an diversen Orten im Quartier erzählend, magisch und improvisiert. Mit dabei ist dann auch der Autor Herbert Knorr, der zur Szeniale in seinem häuslichen Garten an der Straße Zur Alten Schule 84 zahlreiche Freunde und Künstler von nah und fern eingeladen hat, die von 12 bis 22.30 Uhr für Poetry, Crime und Garten Time sorgen. Mit dabei sind unter anderen „Mutter Beimer“ Marie-Luise Marjan, Fritz Eckenga, Ralf Kramp, Inge Meyer-Dietrich und Stefan Keim. Archivfoto: Gerd Kaemper

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