Künstler in der Coronakrise
Schlagzeuger Matthias Plewka ist jetzt anders kreativ


Als Schlagzeuger lebte man offensichtlich schon vor dem Auftreten des Coronavirus sehr modern: Hinter der "Spuckwand" arbeitete Matthias Plewka in diesem Fall beim Konzert der "Musical Tenors" Mark Seibert, Patrick Stanke, Jan Ammann und Christian Alexander Müller (v.l.). In diesem Format kann man ihn auch am 25. Juli auf der Autokino-Bühne vor dem Movie Park erleben.Foto: SOM/Stephan Drewianka
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  • Als Schlagzeuger lebte man offensichtlich schon vor dem Auftreten des Coronavirus sehr modern: Hinter der "Spuckwand" arbeitete Matthias Plewka in diesem Fall beim Konzert der "Musical Tenors" Mark Seibert, Patrick Stanke, Jan Ammann und Christian Alexander Müller (v.l.). In diesem Format kann man ihn auch am 25. Juli auf der Autokino-Bühne vor dem Movie Park erleben.Foto: SOM/Stephan Drewianka
  • hochgeladen von Silke Heidenblut

Über Langeweile kann Schlagzeuger Matthias Plewka nicht klagen. Auch wenn die Live-Auftritte weggefallen sind, der Musiker hat trotzdem zu tun. "Anders kreativ" nennt er es...

"Was nervt ist die Ungewissheit, nicht zu wissen, was wann wieder funktioniert", fasst der in Resse aufgewachsene Musiker zusammen.
Sein Geld verdient er normalerweise auf den Bühnen des Landes. "Die Live-Musik macht einen großen Anteil aus." Dabei spielt er genauso Musical-Konzerte wie auf Hochzeiten oder Schützenfesten mit seiner Cover-Band. "Als der Lockdown kam, war ich gerade im Begriff, mit 'Die größten Musical-Hits aller Zeiten - This is the greatest Show' auf Tournee zu gehen", erinnert er sich. "Wir haben genau zwei Konzerte gespielt, der Rest wurde - wie so vieles - aufs nächste Jahr verschoben. Das war extrem schade, denn das Konzert war sehr spannend, zeigte eine andere Art der Umsetzung eines 'normalen' Konzerts, weil richtig Geschichten erzählt werden."

Rund 40 Engagements abgesagt

Auch für seine Cover-Band hagelte es Absagen. "Ich glaube, wir waren für fünf Schützenfeste und mehrere Hochzeiten allein im April gebucht, insgesamt sind es um 40 Veranstaltungen, die dieses Jahr alle ins Wasser fallen." Die finanziellen Einbußen sind gewaltig. "Immerhin habe ich die Soforthilfe bekommen", berichtet er. Zudem habe er ein zweites Standbein, eine kleine Firma, die technischen Support bei Konzertveranstaltungen anbietet, aber auch Tonaufnahmen realisiert. "Dafür habe ich mit leichter Verzögerung auch die Hilfe bekommen, was mich sehr erleichtert hat, weil ich nur so erstmal die laufenden Kosten tragen konnte." Aber ewig könne man sich ohne Einnahmen nicht über Wasser halten. "Positiv ist, dass die Branche sich umeinander kümmert. Mich rufen plötzlich Kollegen an, von denen ich lange nichts gehört habe, die fragen, wie es mir geht, wie ich klarkomme."

Online-Video-Schlagzeugkurs

Und was macht der Musiker mit Auftrittsverbot jetzt? "Für die 'MädchenMusikAkademie' habe ich einen Online-Video-Schlagzeugkurs mit fünf Folgen à 15 Minuten erstellt", verrät er. "Das war gar nicht so leicht, wenn man alles alleine - also ohne Kontakt - machen muss." Dabei habe er unter anderem gelernt, wie man ein Video schneidet... "Außerdem gibt es Anfragen von Kollegen, die sich Ton-Aufnahmen wünschen - weil sie ja zurzeit auch nicht auftreten dürfen. Dann möchte ich die Lichtsteuerung für die Cover-Band verbessern, sobald wir uns wieder treffen dürfen. Zu tun ist immer, nicht alles bringt leider Geld." Sogar ein Elektro-Chill-Out-Musik-Projekt, das es eigentlich bereits seit 2004 gibt, habe er wiederbelebt. "Es gibt von damals eine Single, die 'Beautiful' heißt, damit wird es jetzt hoffentlich endlich weitergehen."

Im Herbst auf privaten Feiern?

Wann es mit Live-Musik weitergeht, da möchte Plewka kaum spekulieren. "Vielleicht dürfen wir mit der Cover-Band im Herbst auf privaten Feiern auftreten? Es ist sehr schwer vorherzusagen. Mit bandbacking.de haben wir viel bei Festivals gearbeitet, da bin ich gespannt, welche es nächstes Jahr noch gibt." Trotzdem bleibt Plewka auch positiv. "Die ersten Angebote für Autokino-Konzerte flattern auf den Tisch", verrät er. Das fängt nicht alles auf, ist aber ein Silberstreif am Horizont. Und ja irgendwie auch "anders kreativ".


Als Schlagzeuger lebte man offensichtlich schon vor dem Auftreten des Coronavirus sehr modern: Hinter der "Spuckwand" arbeitete Matthias Plewka in diesem Fall beim Konzert der "Musical Tenors" Mark Seibert, Patrick Stanke, Jan Ammann und Christian Alexander Müller (v.l.). In diesem Format kann man ihn auch am 25. Juli auf der Autokino-Bühne vor dem Movie Park erleben.Foto: SOM/Stephan Drewianka
 Matthias Plewka hat - dank Corona - einen Schlagzeug-Kurs per Video entwickelt.
Foto: Carsten Wrede
Autor:

Silke Heidenblut aus Gelsenkirchen

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