Passt wie das Runde ins Eckige:
Fußball für Stadt- und Regionalentwicklung: „Auf Schalke“: Anregende Diskussion über die Bedeutung des Fußballs für die Entwicklung des Ruhrgebietes

Dirk große Schlarmann, Sportjournalist und Moderator, Olivier Kruschinski, Stiftung Schalker Markt, Peter Knäbel, vom FC Schalke 04, Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband, und Prof. Dr. Thorsten Wiechmann, Professor an der Fakultät für Raumplanung an der TU Dortmund (v.l.n.r), diskutieren auf Schalke über die Bedeutung des Fußballs für die Entwicklung des Ruhrgebietes.
  • Dirk große Schlarmann, Sportjournalist und Moderator, Olivier Kruschinski, Stiftung Schalker Markt, Peter Knäbel, vom FC Schalke 04, Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband, und Prof. Dr. Thorsten Wiechmann, Professor an der Fakultät für Raumplanung an der TU Dortmund (v.l.n.r), diskutieren auf Schalke über die Bedeutung des Fußballs für die Entwicklung des Ruhrgebietes.
  • Foto: © Kirsten Neumann/EGLV
  • hochgeladen von Heinz Kolb (SPD

Schalke. Fußball ist eine der beliebtesten Sportarten, das ist völlig unstrittig. Es mag auch daran liegen, dass er mehr ist als nur reiner Sport: Vor allem im Ruhrgebiet ist der Fußball auch ein verbindendes Element. Zu diesem Thema gab es in der vergangenen Woche in der VELTINS-Arena „auf Schalke“ die Veranstaltung „Fußball findet Stadt – Zur Bedeutung und Funktion von Fußballvereinen in der Emscher-Region“.

Sie fand statt im Rahmen der langjährigen Kooperation zwischen Emschergenossenschaft und Universitätsallianz Ruhr (UAR) zur Metropolenforschung.
Fußball ist ein gesellschaftlicher Motor, kann er aber auch als Katalysator für Stadt- und Regionalentwicklung fungieren? Und was tragen die Vereine zur Quartiersentwicklung bei? Nur wenige Tage nach dem sensationellen – und direkten – Wiederaufstieg des FC Schalke 04 zurück in die erste Bundesliga diente die Arena als Austragungsort einer Diskussion zu genau diesen Fragen. Der Fokus wurde dabei intensiv auf die Metropole direkt vor der Haustür gelegt: das Ruhrgebiet. Den Strukturwandel, den die Region in den vergangenen Jahrzehnten durchgemacht hat, ist enorm: War sie vor mehr als hundert Jahren nur eine dünn besiedelte Agrarlandschaft, bestimmten im vergangenem Jahrhundert Bergbau und Schwerindustrie das Leben im Ruhrgebiet.

Die Veranstalter – Emschergenossenschaft, FC Schalke 04, Stiftung Schalker Markt und das Kompetenzfeld Metropolenforschung der Universitätsallianz Ruhr – waren sich einig: Fußballvereine wie Schalke 04 oder Borussia Dortmund sind „Integrationsmaschinen“ und „sozialer Kit“, der über gesellschaftliche und Stadtgrenzen hinweg, die Menschen in der Region vereint. Diese Identifikation mit der Region über den Fußball kann als Potential genutzt werden, um Themen der Stadtentwicklung oder des Umweltschutzes in der Bevölkerung zu verankern und voranzubringen.
„Vor allem im Ruhrgebiet war und ist der Fußball identitätsstiftend.

Hier zählt nicht, welcher Nationalität man angehört, sondern, ob man Schalke-, Bochum- oder Dortmund-Fan ist. Mit dem Emscher-Umbau konnten wir die Region auch einen Beitrag zur Identitätsbildung leisten und das Umfeld der Menschen nachhaltig verändern. Nun gilt es zu überlegen, wie wir die Regionalentwicklung weiter vorantreiben können – im Sinne des Gemeinwohls und der Menschen im Ruhrgebiet“, so Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Fußball scheint dafür der Schlüssel zu sein:

Die strukturelle Stadtentwicklung in Gelsenkirchen etwa kann nicht ohne den FC Schalke 04 vorangetrieben werden. An der Kurt-Schumacher-Straße, die Gelsenkirchen in Nord-Süd-Richtung verbindet und direkt an der VELTINS-Arena entlangläuft, befindet sich bereits die „Schalker Meile“. 800 Meter Schalker Identifikation erstrecken sich dort von der Berliner Brücke bis zur Glückauf-Kampfbahn. Daran soll nun angeknüpft werden. Gemeinsam wollen die Partner der Tagung daran arbeiten, die Entwicklung im „Pott“ stetig zu verbessern.

Fußball und Emscher

Seit über 100 Jahren leben Emscher und Fußball in guter Nachbarschaft. Vieles haben die Fußballclubs und die Emscher gemeinsam: Ihre Entwicklung hängt eng mit dem Montanrevier, mit dem Bergbau zusammen, sie haben Höhen und Tiefen durchschritten und sind in die Geschichtsbücher eingegangen. Die Vereine und die Ligen haben sich verändert und auch die Emscher-Region ist im Wandel: von Grau zu Blau, von der Köttelbecke zum lebendigen Gewässer und zur Erlebbarkeit der Region.

Mit dem Aufkommen des Bergbaus gründeten sich parallel dazu auch immer mehr Fußballklubs. Die Arbeiter-Klubs schlossen rasch zu den bürgerlichen Vereinen auf und der Mythos des Arbeiterfußballs im Ruhrgebiet war geboren. Aushängeschild dieses Mythos ist zweifelsfrei der FC Schalke 04: 1904 als einfache Straßenmannschaft gegründet, stiegen die „Knappen“ zu einem der erfolgreichsten Fußballvereine im Ruhrgebiet auf. Die Stars waren Söhne einfacher zugewanderter Arbeiterfamilien.

Heute ist das Bild des Ruhrgebiets nach vielen Jahren wieder von blaugrüner Natur geprägt.

Einen großen Beitrag zu der neuen Natur im vormals grauen Ruhrpott leistete die Emschergenossenschaft mit ihrem Generationen-Projekt Emscher-Umbau. Doch auch wenn sich viel im Ruhrgebiet verändert hat: Fußball und Emscher-Region gehören weiterhin zusammen.

Autor:

Heinz Kolb (SPD aus Gelsenkirchen

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