Bilanz: Emscher-Umbau in Bottrop
Abwasserfreiheit in der Emscher erreicht: Emschergenossenschaft investierte in Bottrop insgesamt 964 Millionen Euro

Blick auf die renaturierte Boye in Bottrop auf Höhe Essener Straße in westlicher Richtung.
  • Blick auf die renaturierte Boye in Bottrop auf Höhe Essener Straße in westlicher Richtung.
  • Foto: Renaturierte Boye © EGLV
  • hochgeladen von Heinz Kolb (SPD

Bottrop. Mit dem Erreichen der Abwasserfreiheit in der Emscher ist das Generationenprojekt Emscher-Umbau nach 30 Jahren abgeschlossen. Auch für die Menschen in Bottrop ist das ein historischer Moment. Besonders die direkt Anwohnenden freuen sich über die Abwasserfreiheit der Emscher. Die Emschergenossenschaft liefert nun Zahlen rund um das Generationenprojekt für die Stadt Bottrop.

Zum Emscher-System gehören neben der Emscher selbst auf Bottroper Stadtgebiet zusätzlich noch unter anderem die Boye, die Berne, der Piekenbrocksbach, der Kirchschemmsbach und der Vorthbach. Für die Abwasserfreiheit wurde in Bottrop ein völlig neues unterirdisches Kanalsystem angelegt: 28 Kilometer lang, 372 Millionen Euro hat die Emschergenossenschaft allein in den Kanalbau investiert.

Zusätzlich zum Kanalsystem wurden bereits auch Wasserläufe auf einer Länge von insgesamt 14 Kilometern umgestaltet. Dafür investierte die Emschergenossenschaft 56 Millionen Euro. Insgesamt – inkl. Pumpwerken etc. – flossen in Bottrop rund 964 Millionen Euro in die Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität durch den Emscher-Umbau.

Die Emscher ist abwasserfrei

Pünktlich zum Jahresende 2021 erreichte die Emschergenossenschaft die Abwasserfreiheit in der gesamten Emscher. Zum ersten Mal seit rund 170 Jahren fließt durch die Emscher kein Schmutzwasser mehr. Auch für die vielen Nebenläufe wurde das ambitionierte Ziel erreicht: Auch in ihnen fließt seit dem 31. Dezember 2021 kein Abwasser mehr. Über unterirdische Sammler wird die Schmutzfracht aus der Region nun direkt in den Abwasserkanal Emscher (AKE) eingeleitet. Das Berne-System in Essen wird im Laufe dieses Jahres nachziehen. Dort wurden die Bauarbeiten durch die Umsiedlung eines seltenen Vogels – der Wasserralle – um fünf Jahre verzögert.

Die Abwasserfreiheit ist ein wichtiger Schritt in Richtung ökologischer Umgestaltung. Nun kann die Emschergenossenschaft die sauberen Gewässer naturnah modellieren: Die Betonsohlschalen werden entfernt, die Böschungen flacher und vielseitiger gestaltet. Dort, wo der Platz es zulässt, erhalten die einst technisch begradigten Flüsse wieder einen kurvenreicheren Verlauf. Das Ziel ist die ökologische Verbesserung des Flusses und die damit einhergehende Neu- oder Wiederansiedlung von Tier- und Pflanzenarten in den kommenden Monaten und Jahren.

Die Emschergenossenschaft

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt. Sie wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz. www.eglv.de

Autor:

Heinz Kolb (SPD aus Gelsenkirchen

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