Politik
Gute Arbeitsbedingungen statt nur Applaus

In der aktuellen Ausnahmesituation wird immer wieder von Personen, die in kritischer Infrastruktur tätig sind und jetzt besonders wichtig sind, um die Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen, berichtet. Regelmäßig laufen nun Spots im Fernsehen, die ‚Danke‘ sagen, wird zu Applaus-Aktionen auf Balkonen aufgerufen und immer wieder betont, wie wichtig diese Menschen nun sind.
In der Realität sind es oft die Berufe, die unterdurchschnittlich bezahlt werden, oft prekäre Beschäftigungsverhältnisse vorherrschen und das in Unternehmen, die aktiv Betriebsräte verhindern.

„Während das durchschnittliche Gehalt in Deutschland bei rund 45.000 Euro im Jahr liegt, erhalten Beschäftigte im Einzelhandel gerade einmal zwischen 26.800 und 28.100 Euro, Menschen in der Altenpflege 32.900 Euro, Krankenpfleger*innen 38.600 Euro und Berufskraftfahrer*innen 29.600 €.“, weiß Sebastian Kolkau, Vorsitzender der SPD Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in Gelsenkirchen. „Nicht Applaus und Danke-Werbespots sind die Zeichen für Respekt gegenüber diesen Arbeitnehmer*innen, sondern eine gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen.“, so Kolkau weiter.

„Hier gilt es nachzubessern und die Gehälter deutlich zu erhöhen.“, fordert Lena Siebel, stellvertretende Vorsitzende der Gelsenkirchener AfA. „Neben dem Gehalt müssen auch die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert werden, insbesondere in der Pflege erinnert der Arbeitsablauf und die zur Verfügung stehenden Zeiten eher an einen Sprint, als an Pflege.“, so Siebel weiter.

„Immer wieder werden auch gerade in diesen Berufen Betriebsräte und Tarifverträge aktiv verhindert und blockiert.“, weiß Nils Zelaß-Ruczinski, ebenfalls stellvertretender Vorsitzender in der Gelsenkirchener AfA. „Hier gilt es die Rechte und Mitsprachemöglichkeiten der Arbeitnehmer*innen zu stärken. Dankbarkeit und Anerkennung können und dürfen kein temporärer Trend sein. Die Gewerkschaften und unsere Arbeitsgemeinschaft kämpfen schon lange dafür. Es ist geradezu traurig, dass erst solch desaströse Umstände dazu führen, dass die Gesellschaft davon Notiz nimmt.“

Autor:

Sebastian Kolkau aus Gelsenkirchen

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