Halbjahresbilanz: IG BAU fordert mehr Personal für Bauämter 108 neue Wohnungen in Gelsenkirchen genehmigt:

Wieder stärker gefragt – Steine sind der Rohstoff der Baukonjunktur. Doch eine 
entscheidende Bremse beim Neubau ist der Personalmangel in den Behörden, so die 
IG BAU
  • Wieder stärker gefragt – Steine sind der Rohstoff der Baukonjunktur. Doch eine
    entscheidende Bremse beim Neubau ist der Personalmangel in den Behörden, so die
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Kein Aufschwung für den Bau: Zwischen Januar und Juni wurde in Gelsenkirchen der Neubau von 108 Wohnungen genehmigt. Damit stagniert der Neubau auf dem Niveau des Vorjahres, wie die IG Bauen – Agrar - Umwelt (IG BAU) mitteilt.

Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen des Statistischen Bundesamts.
Investitionen von insgesamt 18,2 Millionen Euro planen demnach die Bauherren in
Gelsenkirchen, um aus den erteilten Genehmigungen neue Wohnungen zu machen.

Die IG BAU Emscher-Lippe-Aa sieht jedoch Luft nach oben. „Viele Sozialwohnungen
sind aus der Preisbindung gefallen – und jetzt mit deutlich höherer Miete auf dem
Markt. Gegen den Schwund bei Sozialmietwohnungen und gegen den Mangel an
bezahlbaren Wohnungen hilft nur eins: bauen, bauen, bauen“, sagt
Bezirksvorsitzender Georg Nießing.

Erschwert werde das Bauen und Planen allerdings durch fehlendes Personal in den
Bauämtern. Nach IG BAU-Angaben sank die Zahl der Beschäftigten in den
kommunalen Baubehörden in Nordrhein-Westfalen zwischen 1995 und 2010 um
43 Prozent – zwischen 2011 und 2016 dann noch einmal um weitere 5 Prozent.

Das hat eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) herausgefunden. Danach kamen auf 1.000 Einwohner in Nordrhein-Westfalen zuletzt lediglich rund 0,8 Vollzeit-Beschäftigte in den Bauverwaltungen.

„Der jahrelange Personalabbau in den Ämtern rächt sich in Zeiten einer anziehenden
Baukonjunktur besonders“, sagt Nießing. Engpässe bei der Planung und
Genehmigung führten dazu, dass wichtige Bauprojekte verschleppt würden. Das
betreffe auch die kommunale Infrastruktur – wie den Bau von Schulen, Straßen und
Krankenhäusern.

Laut DIW geben Städte und Gemeinden im Schnitt 85 Prozent ihrer Investitionen für
Bauten aus. „Mangelnde Planungskapazitäten haben daher enorme Auswirkungen auf
das Bauen vor Ort“, so Nießing. Deshalb sei ein Großteil der Kämmerer auch
weiterhin skeptisch, was den Abbau des Investitionsrückstands angehe.

Nach einer  Umfrage des aktuellen KfW-Kommunalpanels rechnen nur 32 Prozent der Kämmerer damit, den Rückstand bei der Verkehrsinfrastruktur in den nächsten fünf Jahren
abzubauen – trotz einer guten finanziellen Entwicklung in den meisten Kommunen.
68 Prozent erwarten, dass der Investitionsstau gleichbleibt oder anwächst.

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