Jobcenter: Wenn einer einen Antrag stellt, dann kann er was erleben

Ich glaube noch immer nicht, was da heute passiert ist. Aber zum ersten mal passierte mir das, was viele „erfahrene“ ALG-II-Empfänger bereits bestätigt hatten.

Heute habe ich meinen Weiterbewilligungsantrag im Jobcenter Gelsenkirchen abgegeben. Zunächst war es nicht in Ordnung, dass mein Ansprechpartner, ich nenne ihn mal Herrn XYZ, nicht nach meinem Personalausweis fragte. Dazu sind die Daten im Antrag zu sensibel, als dass eine personenbezogene Identifikation nicht stattfindet.

Den Unterlagen war noch ein Attest beigefügt. In der Vergangenheit war es kein Problem, den Empfang meiner Unterlagen quittiert zu bekommen. Bei der Abgabe fragte mich Herr XYZ was er damit soll? Ich bat ihn, mir den Empfang zu quittieren. Darauf erwiderte er, dass meine Abgabe im System vermerkt würde. Ich bat ihn dennoch um eine Bestätigung für mich und erläuterte, dass ich keinen Zugriff auf dieses System hätte und somit bei evtl. Verlust der Unterlagen keinen Beweis hätte, heute die Unterlagen fristgerecht abgegeben zu haben. Er verstand noch immer nicht, was er mit meinen Unterlagen tun sollte, also teilte ich ihm mit, dass in der Vergangenheit eine Kopie gestempelt und abgezeichnet wurde. Wenn die Unterlagen verloren gehen würden, könne ich ja einen neuen Antrag stellen, war seine Antwort.

Diese Argumentation kann existenzbedrohende Auswirkungen für mich haben. Ich würde ja zunächst gar nicht merken, dass die Unterlagen verloren gegangen sind. Übrigens ist mir das schon mal passiert, also ist die Absicherung kein ungewöhnliches Verhalten. Würde ich nach einiger Zeit nachfragen, was mit meinem Antrag ist und mir würde mitgeteilt, dass dieser gar nicht gestellt wurde, würde sich das ganze Prozedere nach hinten verschieben, was unter Umständen eine Unterbrechung des Bezuges zur Folge hätte. Aus diesem Grund ist diese Antwort, ich könne ja dann noch mal einen Antrag stellen, nicht akzeptabel.

Letztendlich bestätigte er dann nur das Anschreiben meines Attestes, jedoch nicht den Eingang meines Weiterbewilligungsantrages. Um die Situation ein wenig zu entkrampfen, erlaubte ich mir einen kleinen selbstironischen Scherz zu machen, in dem ich ihn fragte, ob ich ihm ein wenig helfen sollte - (da ich ja schon etwas länger im „Geschäft“ bin) wollte ich noch hinzufügen. Das verstand er jedoch nicht mehr und reagiert gleich mit einer Drohung: „Lehnen Sie sich nicht zu weit aus dem Fenster“ entgegnete er mir. Ich war völlig baff und habe mit so einer Reaktion gar nicht gerechnet. Also fragte ich: „Was passiert dann?“ Er meinte, ich sei unfreundlich gewesen. Da er mich nicht hat ausreden lassen, konnte er auch nur den ersten Teil des Satzes verstehen. Er wiederholte noch einmal: „Lehnen Sie sich nicht zu weit aus dem Fenster“. Ich hatte mich also wirklich nicht verhört und fragte noch einmal, welche Konsequenzen dann folgen würden. Er meinte, dass er dann den Wachdienst rufen würde, mich des Hauses verweisen und mir ein Hausverbot erteilen würde.

So was habe ich im Jobcenter wirklich noch nicht erlebt. Bisher wurde ich immer sehr freundlich behandelt. Aber dass mir heute mit Hausverbot gedroht wurde, das geht nun wirklich zu weit. Ironie des Schicksals ist, dass meine Begleitung ebenfalls in einem anderen Gebäudes des Jobcenters seine Unterlagen abgegeben hat und dort alles sehr freundlich und reibungslos verlief. Auch der Erhalt einer Empfangsbestätigung war selbstverständlich.

Nun habe ich natürlich Befürchtungen dahingehend, dass meine Unterlagen nicht angemessen behandelt werden. Ich habe keine Bestätigung für den Eingang meines Weiterbewilligungsantrags. Ich weiß auch nicht, ob die Eingabe im System nun erfolgte. Mir bleibt da nur die Offensive einer Beschwerde an das Jobcenter Gelsenkirchen über diesen Mitarbeiter. Leider fand ich auf der Internetseite des Jobcenters Gelsenkirchen keine Kontakte für ein Beschwerdemanagement. Und diese Beschwerde, ich fragte nach dem Namen des Mitarbeiters, muss ja nicht durch die offenen Kanäle eine Kontaktformulars erfolgen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als den Geschäftsführer anzuschreiben. Ich bat auch um die Aufnahme der Idee, ein Beschwerdemanagement einzuführen. Vielleicht gibt es das, aber es war nicht wirklich zu finden. Auch Herr Google zeigte nichts an. Ich stellte also Herrn Lipka meine Fragen: „Was darf ich in Zukunft im Jobcenter erwarten, wenn ich eine Empfangsbestätigung bei der Abgabe meiner Unterlagen erbitte. Gibt es da für die Mitarbeiter eine Leitlinie? Oder muss ich in Zukunft öfter mit ähnlichen Entgleisungen rechnen? Es ist wirklich nicht angenehm, in dieser Situation zu sein. Daher wäre ein wenig Freundlichkeit und auch Verständnis bei Herrn XYZ fördernswert.“

Wie bereits geschrieben, waren die Mitarbeiter bisher immer sehr freundlich, aber eine Drohung und Hausverbot, das geht eindeutig zu weit.

Autor:

Sandra Stoffers aus Recklinghausen

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