Jusos: Straßenstrichs verbieten wäre Unsinn

Am Donnerstag, den 9. September diskutierten die Jusos mit Gaby Schäfer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gelsenkirchen, und Holger Rettig vom Unternehmerverband Erotik Gewerbe Deutschland e.V. über die aktuelle Entwicklungen und zukünftigen Perspektiven der Prostitution in Gelsenkirchen.

Anlass war die Forderung der FDP, die beiden Straßenstriche an der Adenauer-Allee und der Bickernstraße zu verbieten. Nach einhelliger Meinung der Diskussionsteilnehmer sei dies an beiden Standorten nicht notwendig, da sich beide Standorte in sozial geschützten Bereichen befinden und es keine Probleme mit Anwohnern gebe. "Ein Verbot an dieser Stelle würde nur eine Verlagerung mit sich bringen, da nicht die gesamte Stadt zum Sperrbezirk erklärt werden kann. Damit einher ginge dann auch eine zustzliche Gefährdung der Prostituierten durch eine Verlagerung des Strichs an weniger öffentlich einsehbare und kontrollierbare Orte oder ein erheblich größeres Konfliktpotenzial bei einer Verlagerung in geschlossene Wohngebiete", so Sebastian Kolkau von den Jusos.

"Es erscheint zudem sehr bedenklich, dass in der kommunalpolitischen Debatte bisher immer nur die Prostituierten als störender Faktor benannt worden sind, nicht aber die Freier, die durch ihre Nachfrage nach käuflichem Sex den Straßenstrich ja erst ermöglichen", fügt die Stadtverordnete Carina Josten an. Hier werde eindeutig mit zweierlei Maß gemessen, wenn die Schuld an etwaigen Nachbarschaftskonflikten allein den betroffenen Frauen, nicht aber ihren Kunden zugeschrieben werde.

"Statt ein Verbot anzustreben, ist es viel wichtiger zu prüfen, welche Hilfs- und Beratungsangebote für die Prostituierten notwendig sind", ergänzt der stellvertretende Juso-Vorsitzende Jan Dworatzek. "Wir müssen ernsthaft über die Zukunft der Prostitution in Gelsenkirchen diskutieren, statt mit Verboten zu hantieren", so Dworatzek abschließend.

Autor:

Sebastian Kolkau aus Gelsenkirchen

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