Krankenhäuser am Limit

Sie sind empört (v.l.): Werner Neugebauer, Harald Piehl, Matthias Schwanewilms und Peter Weingarten.Foto: privat
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Die Krankenhäuser im Land leiden an Unterfinanzierung und den daraus resultierenden Lücken in der Versorgung. Auch Gelsenkirchener Kliniken unterstützen die Forderung nach verlässlicher Finanzierung, denn medizinische Sicherheit braucht eine sichere Finanzierung.

„Jobkiller Gesundheitspolitik“: Es ist ein massiver Vorwurf, den die 404 Kliniken in NRW in diesen Tagen mit einer großen Kampagne artikulieren. Der Ärger sitzt tief, auch bei den Geschäftsfüh-rern der Gelsenkirchener Krankenhäuser. Über 100 000 Patienten werden hier jährlich stationär, und gut 180 000 Patienten ambulant, behandelt. Die Gesundheitswirtschaft ist in Gelsenkirchen ein wichtiger Arbeitgeber: In den Kliniken arbeiten rund 5.300 Menschen der unterschied-lichsten Berufsgruppen.
Peter Weingarten, Geschäftsführer des Sankt Marien-Hospital Buer und Marienhospital Gelsenkirchen, bringt es auf den Punkt: „Es ist seit Jahrzehnten erklärtes Ziel der Politik, den Bettenabbau in den Kliniken voranzutreiben. Das ist auch gelungen. Doch der finanzielle Druck auf die Häuser, die in den vergangenen Jahren bereits massive Einsparpotentiale nutzten, steigt weiter.“
Werner Neugebauer, Klinik-Chef der Bergmannsheil Buer und Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen, machen die aktuellen Tarifabschlüsse Sorgen: „Neben den Energie- und Sachkostensteigerungen müssen wir auch die wachsenden Personalkosten verkraften.“ Gleichzeitig stellt er klar: „Auch die Klinikbeschäftigten müssen für ihre gute Arbeit angemessen bezahlt werden.“
Für die konfessionellen Kliniken sind der Tarifabschluss des Marburger Bundes und der im Öffentlichen Dienst Richtschnur. Die Gelsenkirchener Kliniken rechnen für den Personalkostenbereich mit einer Finanzierungslücke von 7,8 Mio. Euro im Jahr 2012. So falle es schwer freie Stellen in Medizin und Pflege zu besetzen; Personal, das dringend gebraucht würde. „Weitere Personalreduzierungen sind unmöglich. Bevor das System kollabiert, bedarf es dringend einer dauerhaften Korrektur der Finanzierung zur Sicherung des notwendigen Personals und der durch Lohnerhöhung verbundenen Mehrkosten“, betont Harald Piehl, Verwaltungsdirektor der Evangelischen Kliniken Gel-senkirchen.
Matthias Schwanewilms, Verwaltungsdirektor der Katholischen Kliniken Emscher-Lippe, führt hierzu aus, dass sich durch die Finanzierungslücken und dem daraus resultierenden drohenden Personalabbau auch die Arbeitsbelastung des Personals erhöht: „Immer mehr Patienten müssen von immer weniger Personal betreut werden.“
Die Gelsenkirchener Kliniken sind sich einig: Die Krankenhäuser stehen landesweit am Limit.

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