Linke lehnt verkaufsoffene Sonntage ab

In der kommenden Ratssitzung sollen die verkaufsoffenen Sonntage für das Jahr 2017 beschlossen werden. Die Ratsfraktion DIE LINKE. in Gelsenkirchen wird diesem Beschluss nicht zustimmen und fordert, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage endlich zurückzufahren.

„Mehr Sonntagsöffnungszeiten bedeutet Mehrbelastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zugunsten des Profits“, so der Fraktionsvorsitzende Martin Gatzemeier. „Der Schutz des arbeitsfreien Sonntags ist von großer Bedeutung für die Gesundheit der Beschäftigten, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für zivilgesellschaftliches Engagement oder Erholung. Dies wird so auch vom Grundgesetz und der Verfassung des Landes NRW bekräftigt.“

Besonders stark betroffen von den Sonntagsöffnungen sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Einzelhandel, die durch Öffnungszeiten in den späten Abend und an Samstagen sowieso schon belastet werden. Außerdem findet eine Verdrängung von kleineren Einzelfachläden zu Gunsten größerer Ketten und Shopping-Center statt. Stattdessen braucht Gelsenkirchen intelligente Konzepte zur Stärkung der Stadtteilzentren, die diese attraktiver machen und nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen.

Laut dem Ladenöffnungsgesetz NRW muss für die Freigabe eines verkaufsoffenen Sonntags ein besonderer Anlass vorliegen, wie z.B. ein traditionelles Stadtteilfest. Nach Meinung der Linksfraktion Gelsenkirchen erfüllen viele der beantragten Sonntage dieses Kriterium nicht.

„Wir lehnen verkaufsoffene Sonntage generell ab. Von der SPD fordern wir, zumindest die inflationäre Genehmigung einzudämmen, um damit wenigstens den Forderungen des breiten Bündnisses von Kirchen und Gewerkschaften Rechnung zu tragen“, so Gatzemeier abschließend.

Autor:

Brunhilde Michaelis aus Gelsenkirchen

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