Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel

The same procedure as erery year. So wie jedes Jahr Dinner for One im Fernseher läuft, so richtet die Bundeskanzlerin ihre Neujahrsrede an die Nation. Wenn man bei Dinner for One noch etwas zu lachen hat, so steigen mir bei der Rede von Angela Merkel die Tränen in die Augen. Was da über den Äther lief? Zynismus aus dem Baukasten der verbalen Peinlichkeiten. Wörter und Sätze austauschbar wie Politiker.
Aber es gebe die begründete Hoffnung, „dass Deutschland diese Krise meistern wird; dass unser Land stärker aus ihr hervorgehen wird, als es in sie hinein gegangen ist; dass sich eine solche Krise nie mehr wiederholt“. (Neujahrsansprache 2010)
Deutschland hat die Krise wie kaum ein anderes Land gemeistert. Was wir uns vorgenommen hatten, das haben wir auch geschafft: Wir sind sogar gestärkt aus der Krise herausgekommen. (Neujahrsansprache 2011)
(Wir müssen den Euro stärken. Dabei geht es nicht allein um unser Geld.)
Wenn es nicht um unser Geld geht, warum rechnen dann noch so viele Menschen in DM oder sind mit dem Euro als Währung unzufrieden? Warum machen so viele den Euro für ihre Armut verantwortlich? Sie sollte doch mal in Gelsenkirchen über die Bahnhofstraße gehen. Dort wird sie auf viele Menschen treffen, denen man die Armut von Weitem ansieht. Warum existieren dort so viele Geschäfte die von dem Verkauf von Billigprodukten leben? Weil die Geldbörsen so voll sind? Sind da solche Worte nicht Ironie?
(Der Euro ist die Grundlage unseres Wohlstands. Deutschland braucht Europa und unsere gemeinsame Währung. Für unser eigenes Wohlergehen wie auch, um weltweit große Aufgaben zu bewältigen.)
Wenn ich meiner Tochter ihr Taschengeld wegnehme und es dem Nachbarkind schenken würde, ich glaube sie würde mir mitteilen, dass ich doch wohl nicht alle Tassen im Schrank habe. Genau so interpretiere ich diesen Satz von Angela Merkel. Hier wird um jeden Cent beim AlG II gepokert, aber auf der anderen Seite sind wir die Nation, die den Großteil an Beiträgen in die Europäische Gemeinschaft zahlt. Das mit den weltweit großen Aufgaben sollte sie dann doch genauer definieren.
(Deutschland ist so erfolgreich, weil Sie Tag für Tag Ihre Arbeit machen. Sie sind frühmorgens auf den Beinen. Sie arbeiten im Schichtdienst, an Sonn- und Feiertagen. Sie kümmern sich um Aufträge und um Ihre Mitarbeiter.)
Frau Merkel, es gibt in unserem Staat genügend Menschen, die auch gerne frühmorgens auf den Beinen sind, allerdings stehen diese bei der Agentur für Arbeit in einem Schlange und haben den Wunsch nach Arbeit. Wahrscheinlich sind sie die Opfer dieser Bürger, die sich um Aufträge und ihre Mitarbeiter kümmern. Wie viele Menschen sind es, die eine Maßnahme in einem Eineurojob machen? Die von verschiedenen karitativen Verbänden ausgebeutet werden, weil diese es sich nicht leisten können Vollzeitkräfte zu bezahlen. Es ist auch ihr Verdienst zum Wohle unseres Staates.
Aber auch viele derjenigen, die ihren Sozialbeitrag und ihre Steuern an Staat und Rentenversicherung abtreten, sind nicht unbedingt mit Wohlstand gesegnet. Wie viele Mindestverdiener leben denn am Rande des Existensminimum? Da kann ich den letzten Satz der Rede doch nur die Bedeutung zusprechen, dass sich das um Aufträge und Mitarbeiter kümmern, so aussieht, wenn genügend Aufträge da sind, werden Mitarbeiter beschäftigt. Aber dann mit einer Bezahlung, bei der der Substantiv Verdienst die Bedeutung dienen hat und Lohn dann daher rührt, dass es sich nicht lohnt für die paar Euros zu arbeiten.
(...schwerste Krise seit über 60 Jahren. Doch trotz aller berechtigten Sorgen – es wurde ein gutes Jahr für Deutschland )
Da frage ich mich doch, warum in Umfragen dann 63% der Befragten angeben, dass für sie 2010 kein gutes Jahr war.
In ihrer Ansprache spricht sie die guten Leistungen unserer Fußball-Nationalmannschaft an und blickt zuversichtlich auf die Frauen Fußball Weltmeisterschaft in diesem Jahr. Haben wir da nicht mehr zu bieten? Was das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt 2010 auf die Beine gestellt hat, war einfach sensationell.
(Wir wollen unser Gesundheits- und Pflegesystem weiter verbessern, damit auch in Zukunft jeder Mensch die Gesundheitsversorgung und Pflege bekommt, die er braucht.)
Was wohl nichts anderes heißen soll, das Gesundheit und Pflege noch teurer wird. Und, wer bestimmt denn was jeder an Gesundheit und Pflege braucht? Politiker
In ihrem Schlusssatz dann die Floskel, geht nicht, gibt's nicht. Wir können da nur hoffen, dass sich unsere Bundeskanzlerin im Lauf des Jahres 2011 daran erinnert und sich auch daran hält.

Autor:

Uwe Müller aus Gelsenkirchen

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