Prävention: "Gelsenkirchen ist auf einem guten Weg"

Freuten sich über die gute gemeinsame Präventionsarbeit in Gelsenkirchen: Stadtkämmerer Dr. Georg Lunemann, Oberbürgermeister Frank Baranowski, Preisträger Kurt Horst, Erster Hauptkommissar a.D., stellvertretende Preisträgerin für Fachstelle für Suchtvorbeugung, Munevera Ackermann, und Rüdiger von Schoenfeld, Polizeipräsident Gelsenkirchen. | Foto: Gerd Kaemper
  • Freuten sich über die gute gemeinsame Präventionsarbeit in Gelsenkirchen: Stadtkämmerer Dr. Georg Lunemann, Oberbürgermeister Frank Baranowski, Preisträger Kurt Horst, Erster Hauptkommissar a.D., stellvertretende Preisträgerin für Fachstelle für Suchtvorbeugung, Munevera Ackermann, und Rüdiger von Schoenfeld, Polizeipräsident Gelsenkirchen.
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Während der letzten Sitzung des Beirates des Präventionsrates wurde der Präventionspreis 2011 verliehen. Beim Sachstandsbericht ließ sich erkennen, dass viel in unserer Stadt für Prävention getan wird - und es soll noch mehr werden.

Gleich zwei Preisträger wurden auf der letzten Sitzung des Beirates des Präventionsrates gekürt: Kurt Horst, Erster Hauptkommissar außer Dienst, und Munevera Ackermann von der Fachstelle für Suchtvorbeugung.

Horst hatte sich lange Jahre als Geschäftsführer des Präventionsrates engagiert, allen voran in der Bekämpfung von Kinderunfällen. Ackermann nahm den Preis stellvertretend für alle Mitarbeiter der Fachstelle für Suchtvorbeugung entgegen. Die Fachstelle engagiert sich seit 20 Jahren in der Suchtprävention und hat mit ihrer aktuellen Kampagne „100% (er)LEBEN!“, die für viele Aktionen, Seminare, Projekte und sogar Theaterstücke steht, nun auch den Präventionspreis erhalten.

Rüdiger von Schoenfeld, Polizeipräsident Gelsenkirchen, zeigte sich beim Sachstandsbericht sehr zufrieden mit der Präventionsarbeit in Gelsenkirchen: Wir haben hier ein gutes System, das Zusammenspiel von Prävention und Repressions funktioniert sehr gut.“ So war auch die zehnte Gelsenkirchener Sicherheitstag in diesem Jah wieder gut besucht; knapp 15.000 Besucher wurden gezählt, es gab ein breitgefächertes Angebot an Unterhaltung und Information. „Wir haben bisher keine negative Rückmeldung von Fällen erhalten, für die Präventionsprojekte organisiert wurden,“ freut sich von Schoenfeld.

Von Schoenfeld wies auch noch einmal auf den Förderverein des Präventionsrates hin, durch den jeder die Präventionsarbeit in Gelsenkirchen unterstützen kann. „Trotz eines bescheidenen Budgets kommen wir, durch verantwortungsvollen Umgang mit den Geldern, gut aus,“ meinte von Schoenfeld.

Die vier Fachkreise der Präventionsarbeit gaben ihrerseits einen Stand zu vergangenen, laufenden, und geplanten Projekten. So berichtete Jürgen Fleischmann vom Fachkreis eins (Städtebauliche und technische Kriminalprävention, Umwelt und Sauberkeit) über die bisher moderate, und trotzdem kontinuierlich steigende, Einbruchsrate in Gelsenkirchen: „Die aktuellen Zahlen lassen jedoch Übles für die nächste Statistik erwarten,“ betont Fleischmann. Deshalb soll die landesweite Kampagne „Riegel Vor“ auch bald in Gelsenkirchen starten. Damit sollen Bürger auf emotionaler Ebene wieder mehr für Einbrüche sensibilisiert werden, aber auch offizielle Institutionen fit für die Einbruchsprävention gemacht werden.

Fachkreis zwei (Prävention in den Bereichen Sucht und Opferschutz) berichtete von der aktuellen Kampagne „100%(er)LEBEN!“ und deren Erfolg in der Drogenprävention bei jungen Menschen. „Gerade junge Menschen, die gerade in die Selbstständigkeit entlassen worden sind, wollen sich oft nicht viel sagen lassen von Erwachsenen,“ erklärt Sprecherin Judith Neuwald-Tasbach, „Deshalb haben wir die ‚Peers-Kooperation‘ ins Leben gerufen, bei der Gleichaltrige die Aufklärung übernehmen.“ Bisher mit einer guten Resonanz. Das jüngste Kind des Fachkreises zwei ist das Frühinterventionsprogramm „FreD – Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten“.

Fachkreis drei (Prävention für Kinder, Jugend und Schulen) steht noch in der Organisationsphase, hat jedoch bereits ein „zentrales interdisziplinäres Krisenteam“ auf die Beine gestellt. Das Team besteht jeweils aus einem Mitarbeiter der Polizei, einem Schulpsychologen, einem Vertreter der Schulen, einem Vertreter der Schulverwaltung und einem Vertreter des Jugendamtes.

Das Team ist zur Prävention, aber auch zur Aufklärung, Beruhigung, sowie Nachsorge tätig, so beispielsweise bei Amokdrohungen, Gewalt an Schulen, Fällen von Suizid oder Todesfällen. Für die Zukunft ist ein Präventiv-Netzwerk gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern geplant, da es zwar viele Stellen mit diesem Schwerpunkt gibt, jedoch noch einen Zusammenschluss.

Fachkreis vier (Verkehrsprävention und Öffentlicher Personennahverkehr) ließ vermerken, dass in Zukunftein Augenmerk auf Senioren im Straßenverkehr gelegt wird, da es hier einen Anstieg in der Unfallzahl gab.

Auch die örtlichen Präventionsräte ließen Positives von sich hören. So gab es im „Angstraum“ am Hauptbahnhof zumindest oberflächlich nach Eingreifen der Polizei und des Präventionsrates eine Besserung. Im Stadtteil Bismarck wurde das Problem der „Parkplatzparties“ in der Nähe des Consol Theaters durch ein Eingreifen des Präventionsrates und der Polizei zur Zufriedenheit der Anwohner gelöst.

In Ückendorf liegt der Fokus des örtlichen Präventionsrates auf Kindern im Straßenverkehr. Hierzu wurde die Initiative zum „Walking Bus“ ins Leben gerufen, die jetzt nach Schulstart langsam - im wahrsten Sinne des Wortes - anläuft. Hier können Kinder sich an einem Sammelpunkt treffen, um dann gemeinsam, unter Aufsicht eines Erwachsenen (Betreuer, Lehrer, Eltern), in einer großen Gruppe zur Schule zu gehen. Dies soll auch zur Verkehrsberuhigung zu Stoßzeiten beitragen.

Abschließend ließ von Schoenfeld verlauten, dass Gelsenkirchen auf einem guten Weg sei, aber trotzdem natürlich nicht nachgelassen werde in der Präventionsarbeit.

Autor:

Deborrah Triantafyllidis aus Gelsenkirchen

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