Pilotprojekt
„Zukunft früh sichern“

Stellten das Projekt vor (v. l.): Frank Baranowski, Gekita-Betriebsleiterin Holle Weiß, RAG-Stiftung-Vorstandsmitglied Bärbel Bergerhoff-Wodopia und Annette Berg.
  • Stellten das Projekt vor (v. l.): Frank Baranowski, Gekita-Betriebsleiterin Holle Weiß, RAG-Stiftung-Vorstandsmitglied Bärbel Bergerhoff-Wodopia und Annette Berg.
  • Foto: Gerd Kaemper
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"Kein Kind zurücklassen": Das hat sich Oberbürgermeister Frank Baranowski von Anfang an auf die Fahne geschrieben. Ein neues Projekt ist weiteres Puzzleteil im Kampf gegen Kinderarmut und für Bildungschancen.

Gemeinsam mit der Stadt Gelsenkirchen hat die RAG-Stiftung das Pilotprojekt "Zukunft früh sichern" initiiert, das früh, nämlich bereits in der Kita, ansetzt. So soll die bestehende Präventionskette erweitert werden, die insbesondere von Armut betroffenen Kindern Unterstützung bietet und ihre Talente und Potenziale fördert.
Zusätzliche pädagogische Fachkräfte an Kitas im Stadtteil Ückendorf arbeiten künftig in einem koordinierten Netzwerk eng aufeinander abgestimmt und fördern so bis zu 530 Kinder. Finanziert wird das Projekt durch die RAG-Stiftung mit rund 2 Millionen Euro.

Ergänzung der Präventionskette

„Mit 'Zukunft früh sichern' ergänzt die RAG-Stiftung die bereits vorhandene Gelsenkirchener Präventionskette von der Geburt bis zur Berufsbildung und wird Kindern aus benachteiligten Familien faire Bildungschancen ermöglichen“, freut sich Oberbürgermeister Frank Baranowski. „Bei uns in Gelsenkirchen haben wir eine konsequente gesamtstädtische Strategie formuliert – aus dem so wichtigen Grundgedanken, dass jedes Kind – und zwar wirklich und ohne Ausnahme jedes Kind – echte Bildungschancen und damit Lebenschancen erhalten soll. Wir haben Maßnahme um Maßnahme entwickelt, um junge Familien und kleine Kinder möglichst gut zu unterstützen. Wir haben bei knappen Mitteln sehr intensiv daran gearbeitet, diese Maßnahmen aufeinander zu beziehen, sie nicht allein stehen zu lassen, sondern als zusammenhängende Glieder in einer Kette zu betrachten. Daher freue ich mich, dass die RAG-Stiftung uns nun zusätzlich unterstützt, um die bereits vorhandene Gelsenkirchener Präventionskette weiterzuentwickeln. Wir tun das, weil wir der Überzeugung sind, dass es nicht sein darf, dass es von Herkunft, Geldbeutel und Bildungsstand der Eltern abhängt, wie sich ein Kind entwickelt, welche Bildungs- und Zukunftschancen es hat.“

RAG-Stiftung fördert

„Die RAG-Stiftung fördert Projekte entlang der gesamten Bildungskette. Aus der Tradition des Bergbaus kommend ist es der Stiftung ein großes Anliegen, chancenbenachteiligte Kinder und Jugendliche zu fördern, die in ihrem persönlichen Umfeld keine ausreichende Unterstützung erfahren. Mit dem Wissen um die besonderen Herausforderungen am ehemaligen Bergbaustandort Gelsenkirchen-Ückendorf hat die RAG-Stiftung deshalb gemeinsam mit Gekita das Projekt ins Leben gerufen, das sich – ganz im Zeichen der ehemaligen Werksfürsorgerinnen und ehemaligen Zechen – mit der Förderung sozial benachteiligter Kinder in Kindertageseinrichtungen befasst“, unterstreicht Bärbel Bergerhoff-Wodopia die Motivation der RAG-Stiftung für das Projekt.
„Der Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf zeigt eindrücklich, was Kinderarmut und daraus resultierender mangelnder Bildungserfolg bedeuten: Hier leben nicht nur knapp die Hälfte aller Kinder in Armut – über 40 Prozent erhalten zudem eine Hauptschulempfehlung“, erläutert Annette Berg, Vorstand für Kultur, Bildung, Jugend, Sport und Integration, die Situation in Ückendorf. „Es bedarf daher früher Unterstützung für Kinder mit Armutserfahrung, um den Folgen von Kinderarmut präventiv und wirksam begegnen zu können. Im Projekt 'Zukunft früh sichern' haben sich die RAG-Stiftung und die Stadt Gelsenkirchen genau dieses Ziel gesteckt“, so Annette Berg weiter.

Ückendorf als Fallbeispiel

Exemplarisch werden im Stadtteil Ückendorf die großen Herausforderungen von unterschiedlichen Bildungsniveaus, Armut und deren Folgen deutlich. In Ückendorf leben 45 Prozent der Kinder in Armut. Über 50 Prozent der Kinder sind auf Transferleistungen angewiesen und bereits zum Schulstart weisen 22 Prozent der Kinder erhebliche Defizite in elementaren Entwicklungskompetenzen auf.
Ziel des auf drei Jahre angelegten Projekts ist es, im Stadtteil Gelsenkirchen-Ückendorf ein städtisches Angebot zu schaffen, bei dem pädagogische Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen Kinder ab dem zweiten Lebensjahr begleiten und fördern. Durch die intensive Betreuung sollen sie dabei Erfolge und individuelle Bestärkung erleben. Auch die Eltern sollen erreicht werden.
„Zukunft früh sichern“ ist ein Pilotprojekt: Durch enge Begleitung des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik werden wissenschaftlich fundierte Handreichungen entwickelt, die zukünftig die Arbeit von Fachkräften im gesamten Ruhrgebiet und bundesweit bei diesem Thema breitflächig verbessern sollen.

Autor:

Lokalkompass Gelsenkirchen aus Gelsenkirchen

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